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Eckernförde "Entscheidend ist das Team"
Lokales Eckernförde "Entscheidend ist das Team"
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18:00 11.12.2018
Von Christoph Rohde
Jeweils donnerstags ist Ausgabe bei der Eckernförder Tafel. Klappboxen sind bei der Sortierung und Lagerung eine wertvolle Hilfe. Weitere werden dringend benötigt. Dafür sammelt unsere Aktion Gutes tun im Advent Spenden. Quelle: Christoph Rohde
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Eckernförde

Wenn es donnerstagvormittags in den Tafel-Räumen am Saxtorfer Weg lebendig wird, sich gespendete Lebensmittel auf den Tischen stapeln und die Tafel-Nutzer Schlange stehen, ist die eigentliche Arbeit schon getan. Konserven, Frisch- und Trockenwaren müssen transportiert, sortiert und eingelagert werden. Erst vor wenigen Jahren konnte die Tafel über Spenden eine Kühlzelle und ein Auto anschaffen. „Ohne die würde gar nichts mehr gehen – bei den Mengen an Lebensmitteln, die wir verarbeiten“, sagt Winter.

Im Supermarkt hing ein Zettel: Fahrer gesucht

Die Leiterin fing selbst vor sechs Jahren als Fahrerin bei der Tafel an. Damals endete ihr Berufsalltag und sie wollte nicht zuhause sitzen, sondern sich sozial engagieren. „Da hing im Supermarkt ein Zettel: Fahrer gesucht.“ Als sie zusagte, konnte Petra Winter noch nicht ahnen, dass ein Schicksalsschlag sie später in die Verantwortung heben sollte. Im Juli starb unerwartet der langjährige Tafel-Leiter Reinhard Schmidt. „Er war prägend für uns, hat sich unheimlich engagiert. Ohne ihn hätten wir nicht so eine Entwicklung genommen“, sagt Winter.

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Der Flüchtlingsstrom war eine Herausforderung

Doch den Tafel-Helfern war klar: Es muss weitergehen. „Entscheidend ist das Team“, unterstreicht die Leiterin. Und das funktioniert in Eckernförde. Auch als 2015 mit dem Flüchtlingsstrom eine besondere Herausforderung auf die Tafel zukam und sich die Zahl der Bedarfsgemeinschaften auf 400 schlagartig fast verdoppelte. Seinerzeit entstand das Paten-Modell, um den Konkurrenzdruck zwischen einheimischen Tafelnutzern und Flüchtlingen zu nehmen. Mit Erfolg. Noch heute spenden 40 Tafel-Paten, damit das kooperierende Familienzentrum Eckernförde zusätzlich benötigte Lebensmittel besorgen kann.

Entscheidend ist, dass die Spende vor Ort ankommt

Viele der Paten sind schon seit drei Jahren dabei. „Wem es gut geht, der sollte anderen, denen es schlechter geht, etwas abgeben“, beschreibt Siglinde Paulsen ihre Motivation. Und für Jürgen Lorenz war entscheidend, dass „die Spende direkt vor Ort ankommt“. Anfangs dachte er noch, die Tafel sei eine städtische Einrichtung. Jetzt trägt er dazu bei, dass das Ehrenamt helfen kann. „Die Eckernförder Paten sind etwas Besonderes“, sagt Ingrid Deiters, die ebenfalls von Anfang an dabei ist.

Klappboxen und dazu passende Rollwagen fehlen

Damit die Eckernförder Tafel-Mitarbeiter weiterhin Lebensmittel für die Ausgabe effektiv sortieren und lagern können, hoffen sie auf Spenden im Rahmen der Aktion „Gutes tun im Advent“. Rund 40 robuste Klappboxen sowie vier dazu passende Rollwagen fehlen, damit die Logistik im Hintergrund gut funktioniert. Da viele Helfer der Tafel das Senioren-Alter erreicht haben, wären die Ausstattungs-Teile eine willkommene Erleichterung. „Jeder Beitrag unterstützt“, unterstreicht Winter.

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So können Sie Gutes tun im Advent

Der Verein „KN hilft“ sammelt Spenden für die Tafeln in Bad Bramstedt, Bad Segeberg, Bordesholm, Eckernförde, Flintbek, Kaltenkirchen, Kiel, Lütjenburg, Neumünster, Nortorf, Plön, Preetz, Rendsburg und Schönberg. Ein Spendenkonto bei der Förde Sparkasse ist eingerichtet. Unter dem Stichwort „Gutes tun im Advent“ können Sie spenden auf das Konto DE05 2105 0170 1400 2620 00.

Möchten Sie nicht, dass Kieler Nachrichten oder Segeberger Zeitung Sie unter Umständen als Spender erwähnen, so schreiben Sie bitte hinter den Verwendungszweck den Hinweis „kein Name“. Spenden können Sie bis Weihnachten.

Auch der Landesverband der Schausteller unterstützt die Spendensammlung. An den Freitagen des 7., 14. und 21. Dezember werden in der Zeit von 17 bis 19 Uhr an der Pyramide auf dem Kieler Asmus-Bremer-Platz die Punschbecher der Weihnachtsmarkt-Besucher eingesammelt und von KN-Mitarbeitern zur Waschstation gebracht. Das Pfandgeld wird an die Tafeln gespendet.

Während der Aktionszeit fließen außerdem von jedem im Kundenzentrum verkauften „De-Kieler“-Bild zwei Euro an „Gutes tun im Advent“.

Rainer Krüger 11.12.2018
Tilmann Post 11.12.2018
Christoph Rohde 10.12.2018