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Eckernförde Heim in Osdorf sichert Zaun und Nottüren
Lokales Eckernförde Heim in Osdorf sichert Zaun und Nottüren
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10:11 08.02.2020
Von Cornelia Müller
Fachpflegeeinrichtung Haus Dänischer Wohld: Das Osdorfer Heim für Demenzkranke betreut 150 Bewohnerinnen und Bewohner. Viele sind orientierungslos. Quelle: Cornelia D. Mueller
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Osdorf

Die Heimaufsicht des Kreises bestätigt: „Wir beraten im Haus Dänischer Wohld. Es gibt gute Gespräche.“ Noch sei der Prozess nicht ganz abgeschlossen, sagte Petzold gegenüber KN-online.

„Alle unsere Notausgänge haben nach den traurigen Vorfällen sofort Türwächter bekommen, die lauten Alarm geben, sobald sie jemand öffnet. Wir haben auch einen Zaun um das Gartengelände gezogen. Wenn eine Pforte geöffnet wird, gibt es jetzt ebenfalls Alarm", erläutert Petzold.

"Ein Schutzsystem für den Haupteingang im Haus Dänischer Wohld ist in Arbeit. Es ist uns extrem wichtig, dass keine unserer Bewohner mehr zu Schaden kommen. Die Vorfälle haben das gesamte Team sehr mitgenommen, wir sind sehr traurig.

Wir müssen bei allen Maßnahmen auch im Auge haben, dass wir keine geschlossene Einrichtung sind und sein wollen und dass unsere Bewohner nicht freiheitsbeschränkenden Maßnahmen, die nur ein Richter genehmigen darf, unterliegen.“

Feuerwehr und Polizei beraten mit Osdorfer Einrichtung und Heimaufsicht

Die Fachgruppenleiterin der Heimaufsicht, Imke Agger, bestätigt das. Am Montag, 10. Februar, finde noch eine interne Runde mit allen Beteiligten statt. „Wir sitzen mit Heimleitung, Feuerwehr, Polizei und anderen zusammen, um alle Aspekte gemeinsam auszuloten.“

Heimaufsicht ist Beraterin

Die Aufsichtsbehörde des Kreises nach dem Selbstbestimmungsstärkungsgesetz („Heimaufsicht“) ist zuständig für den Schutz der Interessen und Bedürfnisse Volljähriger mit Pflegebedarf oder Behinderung, die stationär oder in besonderer Wohnform leben. Sie berät Bewohner, Angehörige, Betreuer, Einrichtungsbetreiber und ihre Mitarbeiter.

Mindestens einmal im Jahr wird routinemäßig oder anlassbezogen geprüft, ob der Gesetzesrahmen eingehalten wird und Einrichtungen ihren Verpflichtungen gegenüber ihren Bewohnern nachkommen. Nicht jedes Entweichen muss gemeldet werden. Eine erfolglose Suche und das Einschalten der Polizei veranlasse die Einrichtungen, die Aufsicht zu informieren, heißt es auf Nachfrage beim Kreis Rendsburg Eckernförde. Auch Bürger, Polizei, Ordnungsämter gäben Hinweise.

Eine Sprecherin der Kreisverwaltung ergänzt: „Die Betreuung von sogenannten Wegläufern ist selbst für eine Einrichtung und deren Pflegekräfte eine Herausforderung. Dazu kommen rechtliche Risiken. Es gilt, Freiheitsrechte und Fürsorgepflichten gegeneinander aufzuwiegen. Es kommt immer wieder vor, dass desorientierte Bewohner mit Hinlauftendenzen Einrichtungen verlassen.“

Eine prozentuale Einschätzung, wie oft ein Entweichen aus Heimen im Kreis und im Einzelfall vorkomme – mit oder ohne Todesfolge –, könne die Aufsichtsbehörde nicht tätigen.

Kreis appelliert an Verantwortung der Gesellschaft für Demenzkranke

Fachgruppenleiterin Agger betont, „dass wir landesweit in der Pflege den Weg gehen, die Freiheit dementer Menschen nicht zu beschränken“. Der Wandel vollziehe sich seit zehn Jahren.

„Die Menschen werden immer älter. Folglich haben wir mehr demenzkranke Senioren. Es ist eine Verantwortung der gesamten Gesellschaft, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Die Generation, die heute am stärksten betroffen ist, ist diejenige, die Deutschland nach dem Krieg aufgebaut hat, der wir unsere heutigen Lebensverhältnisse verdanken und um deren Würde es geht.“

Am Wochenende 18./19. Januar waren nacheinander zwei orientierungslose Senioren aus der Einrichtung verschwunden. Als die Mitarbeiter es bemerkten, informierten sie auch die Hilfskräfte. Mitarbeiter Dorfbewohner, die Osdorfer Feuerwehr, eine Hundestaffel und die Polizei suchten zunächst ergebnislos. Einen der verzweifelt Gesuchten fanden Feuerwehrleute später tot auf einem Feld.

Osdorfer Heim für Demenzkranke wurde 2019 erweitert

Den anderen verwirrten Mann entdeckten sie im Ortsteil Borghorsterhütten. Er wurde ärztlich versorgt. Ihm gehe es den Umständen entsprechend gut, hatte die Polizei an dem Wochenende mitgeteilt. 

Die Feuerwehr Osdorf berichtete, sie sei öfter an der Suche nach Heimbewohnern beteiligt gewesen. Für die Ehrenamtler sei die Belastung gestiegen. Im Dorf gab es nach den letzten Vorfällen vereinzelt Rufe von Bürgern, verwirrte Senioren wegzusperren.

Das Haus Dänischer Wohld, dessen offenes Betreuungskonzept für schwer Demenzkranke bei hohem Personalschlüssel bisher als vorbildlich galt, hatte im Sommer wesentlich erweitert. 150 Menschen leben in der Fachpflegeeinrichtung. Das Haus hat 163 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die meisten sind Pflegekräfte, die teils selbst ausgebildet werden.

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