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Eckernförde Projekt Blüten-Reich schützt Insekten
Lokales Eckernförde Projekt Blüten-Reich schützt Insekten
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17:20 24.02.2019
Von Rainer Krüger
Das Blüten-Reich-Programm will Lebensraum für Insekten schaffen und erhalten. Norbert Voigt (von links), Jan Blanke, Inge Zorn, Holger Gerth, Anna Cohrs und Hartmut Keinberger stellten es in Kosel vor. Quelle: Rainer Krüger
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Kosel

„Dafür werben wir zunächst in ausgewählten Gemeinden mit sechs Informationstagen in diesem Jahr“, erläuterte Projektbetreuerin Anna Cohrs am Sonnabend in Kosel zum Auftakt für den Kreis Rendsburg-Eckernförde.

„Die Veranstaltungen sollen auf die Umgebung ausstrahlen“, so SHHB-Vorstandsmitglied Holger Gerth. Vier Fachleute informieren. Norbert Voigt ist Wildbienenexperte. „Bei 45 Prozent der Insektenarten ist der Bestand rückläufig.“ Bei den Wildbienen seien 41,8 Prozent betroffen.

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Kommunale Flächen werden insektenfreundlich bepflanzt

„Es gibt einen Gemeindevertreterbeschluss, alle kommunalen Flächen, die nicht verpachtet sind, insektenfreundlich zu bepflanzen“, nannte Bürgermeister Hartmut Keinberger (CDU) ein Mittel zum Gegensteuern. Holger Gerth lobte: „Kosel ist Vorbild.“ 10.000 Quadratmeter hat Keinberger im Ort für neue Blühflächen im Blick. Schon 2018 sei Kosel dabei mit Gratis-Saatgut aus dem Landesprogramm „Schleswig-Holstein blüht auf“ gefördert worden. „Das Programm läuft dieses Jahr wieder“, sagte Jan Blanke vom Naturpark Schlei den 37 Zuhörern. Beim Blüten-Reich-Programm kooperiert der SHHB mit den Naturparks in Schleswig-Holstein.

Die Anlage von Blühflächen wird gefördert

Blanke stellte weitere Fördermöglichkeiten vor für das Anlegen neuer Blühflächen. So erhielten Landwirte, die derartige Flächen ansäen, eine jährliche Förderung von 750 Euro Zusatzprämie pro Hektar, bei einer Selbstbegrünung 625 Euro. Auch extensiv bewirtschaftetes Grünland helfe Insekten. Für Erhaltungspflege könnten Landwirte 275 Euro und für Entwicklungspflege 500 Euro Zusatzprämie bekommen. Wie Blanke an einer Karte zeigte, gibt es in Kosel ungewöhnlich viel Grünland. „Für den Naturschutz ist es wichtig, diese Flächen zu erhalten“, sagte er. Auch der Naturpark fördere das Anlegen von Streuobstwiesen, Kleingewässern und Knicks.

Schmetterlinge freuen sich über Brennnesseln

Inge Zorn aus Stohl von der Arbeitsgemeinschaft Faltergarten gab Tipps für Privatleute. „Viele Falter brauchen die Brennnessel.“ Sie und Keinberger appellierten deshalb an alle, einen Teil des Rasens auch mal nicht zu mähen. „Auch die Gemeinde wird die Koseler Bürger bei der Schaffung von Blühflächen unterstützen“, kündigte Bürgermeister Keinberger an. Voigt betonte, dass auch die Erhaltung vorhandener Gebiete wichtig sei, ebenso das Vernetzen dieser Flächen.

23.02.2019
Tilmann Post 23.02.2019