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Eckernförde Kaiserhof in der Warteschleife
Lokales Eckernförde Kaiserhof in der Warteschleife
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07:00 26.01.2019
Von Christoph Rohde
Verrammelte Fenster, abblätternde Farbe – der Kaiserhof, einst ehrwürdiges Hotel am Vogelsang, macht derzeit einen traurigen Eindruck. Quelle: Christoph Rohde
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Eckernförde

Dieses Jahr soll der Kaiserhof zunächst trockengelegt und eingehaust werden. 2020 könnte Baubeginn sein, wenn eine Wirtschaftlichkeit erreicht wird.

2011 erwarb die Störtebeker Haus GmbH die Immobilie

Die Fenster sind mit Sperrholz verrammelt, Farbe blättert, den Seitengang schützt ein Gerüst gegen bröckelnden Putz. Der historische Bau, der 1890 noch als Hotel Bellevue errichtet wurde, macht einen traurigen Eindruck. 2011 hatte die Störtebeker Haus GmbH aus Henstedt-Ulzburg den leer stehenden Kaiserhof samt dem zur Bergstraße angrenzenden Lindenhof-Gelände erworben. Nach Angaben von Geschäftsführer Michael Mattner ist es nach wie vor Ziel, den Kaiserhof in seinem Äußeren zu erhalten und innen für Eigentumswohnungen umzubauen. Doch er sagt auch: Aktuell sehe das Unternehmen geringe Chancen, das Bauvorhaben wirtschaftlich zu realisieren.

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Dieses Jahr soll das Mauerwerk trockengelegt werden

Damit ist die Zukunft des prägenden Gebäudes am Vogelsang weiter offen. Im vergangenen Jahr hatte der Investor den Kaiserhof komplett ausräumen lassen. In diesem Jahr, so Mattner, soll das Mauerwerk trockengelegt und eingehaust werden, damit kein Wasser mehr in das Gebäude eindringen kann. „Die Denkmalpflege war vor Ort. Wir arbeiten weiter an einer Lösung“, sagt er. Untersuchungen hatten gezeigt, dass Schwamm vorhanden ist. Nach der Trockenlegung der Mauern soll die Begutachtung fortgesetzt und dann entschieden werden, wie es weitergeht.

Für ein gastronomisches Konzept fehlt der Saal

Für Mattner ist klar: Da die Autos für die Lindenhof-Wohnungen in einer Tiefgarage verschwinden sollen, muss erst der Kaiserhof saniert werden. Gern hätte man in dem Traditions-Bau auch ein Hotel mit gastronomischen Betrieb gehabt. Der Bedarf sei da. „Aber einen neuen Saal für die Bewirtschaftung gibt der Bebauungsplan nicht her“, bedauert der Unternehmer. Der Historische sei im B-Plan abgängig, und ohne Saal kein gastronomisches Konzept umsetzbar. Laut Bauamt ist die ursprüngliche Saalfläche in den Baufeldern zwar neu aufgeteilt. Generell sei im Bereich Kaiserhof aber eine Speise- und Schankwirtschaft möglich, so Leiter Timm Ohrt.

"Wir wollen unsere Erhaltungsverpflichtung wahrnehmen"

Der Investor setzt für das Gesamtgrundstück derzeit auf Wohnungsbau. Dieser sollte ursprünglich auf dem Lindenhof-Gelände größer ausfallen. Das Konzept scheiterte jedoch 2013 im Planungs- und Gestaltungsbeirat als der „dörflichen Umgebung“ im Herzen Borbys nicht angemessen. In der Folge musste Mattner seine Wohnbauten um die Hälfte reduzieren. Doch damit lasse sich der Lindenhof zurzeit nicht rechnen, sagt er. So soll die Brache zunächst gesäubert und dann mit Rasen eingesät werden, bevor der Kaiserhof angepackt wird. Mattner hofft auf einen Baubeginn in 2020. Er sagt: „Wir wollen unsere Erhaltungsverpflichtung wahrnehmen.“ Die Fassade soll stehen bleiben und auch der Wintergarten wiederhergestellt werden. Innen würde dann alles neu.

Investor könnte sofort einen Bauantrag stellen

Nach Angaben von Bürgermeister Jörg Sibbel könnte der Investor auf Basis des B-Plans sofort einen Bauantrag stellen. Wenn das Vorhaben nicht den Plan-Festsetzungen entspreche, könnte eine Ausnahmegenehmigung beantragt werden. „Wir sind zu jedem Gespräch bereit“, sagt der Verwaltungschef. Viergeschossig kann ein Projekt nur im Bestandsgebäude des Kaiserhofes verwirklicht werden. Würde er abgerissen, dürfte dort nur noch zweigeschossig gebaut werden.

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