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Eckernförde Hof Kubitzberg gestaltet die Zukunft
Lokales Eckernförde Hof Kubitzberg gestaltet die Zukunft
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09:44 15.08.2019
Von Kerstin von Schmidt-Phiseldeck
Betriebsleiter Christian Oberländer (59) möchte den Hof Kubitzberg modernisieren. Der geplante Neubau soll vier Millionen Euro kosten. Quelle: Kerstin v. Schmidt-Phiseldeck
Altenholz

Christian Oberländer befestigt mit Leim zwei Holzstücke an einer Kiste, die am Sonntag zum Bauchladen werden soll. „Da kommen Samentüten rein, die wir gegen eine Spende abgeben“, erklärt der Betriebsleiter des Hofes Kubitzberg.

Er begleitet das Projekt von Anfang an. Der Hof unterstützt das „Netzwerk Blühende Landschaft“, hat auch selbst Flächen aus der Fruchtfolge genommen, um dort mit Wildblumen etwas für Vielfalt und gegen das Insektensterben zu tun.

Umwelt Thema beim Tag der offenen Tür

Und auch beim Tag der offenen Tür am Sonntag möchte die Einrichtung, in der Menschen mit psychischen Krankheiten arbeiten und zum Teil auch leben, für das Thema Umwelt sensibilisieren, erklärt der 59-Jährige. An zwei Ständen wird über den ökologischen Fußabdruck sowie Abfallvermeidung informiert.

Ein Thema, mit dem sich auch der Hof Kubitzberg beschäftigt: Schon jetzt hängt im Hofladen ein Schild, dass Kunden auch saubere Vorratsbehälter mitbringen dürfen – zum Beispiel für den Käsekauf. Dort arbeitet zum Beispiel die 63-jährige Annette Elbing. Sie freut sich schon auf den Tag der offenen Tür: „Da ist hier viel Stimmung, da lernt man Leute kennen.“

Die Arbeit hier muss zu den Menschen passen

„Wir überlegen auch, ob das Thema ,unverpackt’ zu uns passen könnte“, erklärt Christian Oberländer zu Zukunftsideen. Allerdings muss eine derartige Veränderung auch zur Organisation des Hofes passen. Schließlich arbeiten dort 60 Menschen mit unterschiedlichen Einschränkungen. Sie haben ihre Grenzen, sind oftmals weniger belastbar als andere Arbeitnehmer. Und doch bleibt das Ziel, sie in den allgemeinen Arbeitsmarkt zu integrieren.

Doppelte Herausforderung

Deshalb geht es auf dem Bioland-Betrieb Hof Kubitzberg stets um eine Doppelherausforderung: einerseits die landwirtschaftliche Arbeit in verschiedenen Abteilungen zu wuppen, andererseits die Mitarbeiter durch das 14-köpfige Betreuerteam fachlich und pädagogisch in ihrem Alltag zu begleiten. Da stehen zum Beispiel individuelle Fördermöglichkeiten im Mittelpunkt, feinmotorische Fähigkeiten und auch die Eigenwahrnehmung: „Psychische Erkrankungen sind nichts Einfaches. Sie greifen deutlich in die Lebensplanung der Menschen ein“, betont Christian Oberländer.

Neubau für vier Millionen Euro geplant

Und natürlich wandeln sich auch die Erfordernisse bei der Arbeit mit den Erkrankten. „Wir haben damals einen Bauernhof übernommen“, sagt der Einrichtungsleiter. Zwar wurde seither mehrfach gebaut – der Hofladen, die Kartoffelhalle. Doch nun geht es darum, den Hof fit für die Zukunft zu machen.

Seit zwei Jahren wird an dem Neubau, der vier Millionen Euro kosten soll, geplant. Er soll nicht nur die 60 bestehenden Arbeitsplätze sichern, sondern Möglichkeiten für mehr schaffen. Und diese müssen modernen Arbeitsbedingungen genügen.

Mehr Platz für sitzende Aufgaben

Das bedeutet unter anderem: Weil die Menschen älter werden, muss auch mehr Platz für mehr sitzende Aufgaben geschaffen werden – zum Beispiel im Bereich der veredelnden Arbeit. Schon jetzt beliefert der Hof Kubitzberg zum Beispiel die Kantine des Landeshauses, das DRK-Internat in Schwentinental, die Vollkornbäckerei Brotgarten und viele Schulen und Kindergärten, erklärt der Betriebsleiter. Schon lange sei die Veredlung landwirtschaftlicher Produkte ein wichtiges Arbeitsfeld.

Hof soll fit für die Zukunft werden

Doch es gehe auch darum, Arbeitsbereiche mit neuen Inhalten zu füllen: zum Beispiel durch das Verpacken ökologischer Produkte oder durch das Herstellen alternativer Verpackungsmittel. „Jetzt ist der Moment, wo man an die Zukunft denken muss“, sagt der 59-jährige Betriebsleiter: „Ich möchte die Einrichtung so übergeben, dass die Mitarbeiter sagen: Das ist klasse, das bietet sinnvolle Arbeit.“

Tag des offenen Hofes, Sonntag, 18. August, 10 bis 17 Uhr: 10 Uhr Gottesdienst, ab 11 Uhr Einblicke in die Arbeit, Verkostungen, Kinderanimation und vieles mehr.
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