Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Eckernförde Tod als Teil des Lebens begreifen
Lokales Eckernförde Tod als Teil des Lebens begreifen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:00 07.12.2017
Andrea Hunklinger ist als Sterbebegleiterin ehrenamtlich für den Hospizverein Dänischer Wohld tätig. Quelle: Manuela Schütze msz
Gettorf

Etwas von dem zurückgeben, was einem das Leben gegeben hat und dass ein Mensch in Würde sterben kann, das treibt sie an: Andrea Hunklinger (46) aus Altenholz-Knoop und Rosemarie Christiansen (65) aus Surendorf gehörten zu den buchstäblich ersten Anrufern, die sich vor fünf Jahren für die Schulung als ehrenamtliche Sterbebegleiterinnen im Hospizverein Dänischer Wohld in Gettorf angemeldet hatten. Seitdem begleiten sie Menschen auf ihrem letzten Weg. Manche einige Wochen lang, andere nur die letzten Stunden.

Andrea Hunklinger ist Mutter von vier Kindern und ausgebildete Heilpraktikerin für Psychotherapie. Rosemarie Christiansen ist Krankenschwester im Ruhestand. Sie eint die Achtung und der große Respekt vor der Lebensleistung der Menschen, die sie im Sterben begleiten. Die Frauen besuchen ihren jeweiligen Schützling in der Regel einmal pro Woche mehrere Stunden. Zum Ende hin könne es auch täglich sein. Zuhause, im Alten- und Pflegeheim oder auch im Krankenhaus.

„Die Lebensgeschichten und die tiefen Begegnungen, das sind unermesslich wertvolle Momente“, berichtet die Knooperin. „Was die Menschen alles geleistet haben, ist enorm. Jeder sollte in Würde sterben können“, betont auch die Kollegin aus Surendorf. Leider würden sie oft zu spät gerufen, finden beide. Wenn der Mensch noch ansprechbar ist, könne man auf seine Wünsche eingehen, „fragen, ob er Musik oder Berührung mag.“ Die Hand zu halten, könne sehr wichtig sein. Alte Menschen würden kaum noch berührt.

Die Ausbildung zur Sterbebegleitung dauert ein dreiviertel Jahr, ein mehrmonatiges Praktikum eingeschlossen. Auseinandersetzung mit Tod und Trauer, die Wünsche Sterbender, Gesprächstechniken, Kenntnisse über Demenz und andere Erkrankungen und nicht zuletzt auch die eigene Biografie sind wichtige Themen.

„1100 Euro kostet eine solche Ausbildung pro Sterbebegleiter“, berichtet Friederike Boissevain, Ärztin und erste Vorsitzende. Der Eigenanteil beträgt 150 Euro, den Rest trägt der Verein. Auch auf weitere Fortbildungsangebote für die Ehrenamtlichen legt sie Wert. Andrea Hunklinger absolviert beispielsweise zurzeit noch einen Kursus zur Trauerbegleiterin. Rund 20 Menschen hat sie bisher auf ihrem letzten Weg begleitet.

 Die Arbeit des Hospizvereins Dänischer Wohld basiert auf Spenden. Das große Ziel ist ein eigenes, stationäres Hospiz.

So können Sie helfen: Mit Ihrer Spende auf das Konto von „KN hilft“ IBAN DE05 2105 0170 1400 2620 00 bei der Förde Sparkasse. Bitte geben Sie diese Verwendungszwecke an, damit Ihre Spende das richtige Projekt erreicht: Leben mit Krebs, Tischlein deck dich, Café Jerusalem, Hospizverein oder Familienpaten. Wenn Sie nicht möchten, dass wir Sie als Spender erwähnen, schreiben Sie bitte hinter den Verwendungszweck den Hinweis „kein Name“. Spenden können Sie bis Weihnachten.

Über den Aktionsverlauf und die Spendensummen informieren wir Sie auf

www.kn-online.de/kn-hilft

Von Manuela Schütze

Anfang des Jahres scheiterte die Piraten-Partei mit ihrem Anliegen, das Bestattungsgesetz im Land zu lockern. Sie wollten unter anderem erreichen, dass die Asche Verstorbener auch im Garten verstreut werden darf. Bestattungen auf Privatgrund sind aber möglich, wie ein Fall in Schwedeneck zeigt.

Kerstin von Schmidt-Phiseldeck 06.12.2017

Petrus hatte das Bonbon-Kino des Naturfilmfestivals Green Screen in Eckernförde am 1. September von Regen verschont. Prompt klimperten 1400 Euro Eintrittsgeld und Spenden für die Bewirtung im Bonbonglas. Die Festivalmacher nahmen es am Mittwoch in Empfang – und gaben Ausblick auf Green Screen 2018.

Cornelia Müller 06.12.2017

Das Eigenheim auf einem günstigen Erpachtgrundstück - dieses Modell hat offenbar keine Chance mehr. Was lange Zeit vor allem jungen Familien den Hausbau ermöglichte, lohnt sich kaum noch. Hintergrund ist die Niedrigzinsphase, die bessere Konditionen bietet als das starre Erbbaurecht.

Tilmann Post 06.12.2017