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Eckernförde Spatenstich für das Hospiz in Gettorf
Lokales Eckernförde Spatenstich für das Hospiz in Gettorf
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19:36 21.06.2019
Von Cornelia Müller
Symbolischer Spatenstich am Lindentor für das Hospiz im Wohld: FDP-Politiker Wolfgang Kubicki, Bruno Schneider (Strande), Kurt Arndt (Gettorf), Vorsitzende des Hospizvereins Friederike Boissevain, Sönke-Peter Paulsen (Amt Dänischenhagen), Gettorfs Bürgermeister Hans-Ulrich Frank, Jens Krabbenhöft (Amt Dänischer Wohld) und Carsten Zarp (Sparkassenstiftung) (von links.) Quelle: Cornelia D. Mueller
Gettorf

Unzählige sind es, die das Projekt möglich machen, mit Spenden, Tatkraft, Beistand, Kreativität. Am Freitag, 21. Juni, ist ein Teil von ihnen auf diesem etwas holperigen Grünfläche vereint.

„Mit einer verrückten Idee, einer Utopie ging es los“, sagt Friederike Boissevain. Die Palliativärztin strahlt, und ringsum sind nur glückliche Gesichter zu sehen.

Alle Gemeinden der Ämter Dänischer Wohld und Dänischenhagen, dazu aus dem Amt Hüttener Berge das kleine Altenhof und am Stadtrand von Kiel das große Altenholz sind vertreten.

Alle haben sie mit dafür gesorgt, dass aus der Herzenssache Hospiz auf dem Lande, die Boissevain 20 Jahre schon bewegt, eine vereinte Bewegung geworden ist.

Im Hospiz in Gettorf werden später auch Kinder betreut

Eine für das Leben, wie es an dem Tag noch öfter heißen wird: Leben bis zum letzten Atemzug mit den Möglichkeiten, die in der letzten Phase da sind.

Dabei im Kreis von Menschen geborgen, die das verstehen, die Erleichterung von Krankheitssymptomen und Schmerzen schaffen, die Nähe und Emotionen bis zum Abschied mit leben. Egal ob die Sterbenden Kinder, in der Lebensmitte oder Senioren sind.

Der Promi-Gast, Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki (FDP), bringt es auf den Punkt: „Wer begreift, dass wir alle nicht wissen, wann wir gehen, verliert die Angst vor dem Tod. In der Nähe zu sterbenden Menschen kehrt Ruhe ein. Ich habe diese Entspannung erfahren. Das befreit.“

Spendenbereitschaft für das Hospiz im Dänischen Wohld ist hoch

Der Politiker aus Strande ist einer derer, der die großen Summen für das drei Millionen Euro teure Vorhaben mit beschafft haben, sei es bei Regatten im Ort oder durch Verzicht auf Honorare bei Auftritten der bunten Art. Er benennt das Grundgesetz: „Die unantastbare Menschenwürde schließt würdiges Sterben ein.“

Das war auch Antrieb für die Sparkassenstiftung, eine halbe Million Euro zu geben. Oder für Gastwirt Bruno Schneider aus Strande, die Ausbildung der ersten Hospizhelfer zu ermöglichen. Jetzt sitzt er dem Hospizbeirat, in dem auch die Gemeinden vertreten sind, vor. 

Gegensätze sind heute aufgehoben. Alle fassen sich kurz oder man hält sich ganz zurück. All die Bürgermeister, Amtsvorsteher, Bankvorstände, Hospizbegleiter, Aktiven mit und ohne medizinischem Titel würden nur dasselbe in anderen Worten sagen.

Ehrenamt spielt in der Hospizarbeit in Gettorf weiterhin eine Rolle

„Ehrenamt“ ist ein Stichwort, das genannt werden will. Kreispräsidentin Juliane Rumpf (CDU) erinnert, dass das Ursprung wie Basis des Projekts ist und auch im Betrieb zusammen mit dem Hauptamt unersetzlich sein wird.

Als Boissevain mit ihren Ehemann und Berufskollegen Harald Schöcklmann und Mitstreitern vor fünf Jahren den Hospizverein gründete, schien die Realisierung der Einrichtung mit angemessener Ausstattung und viel Personal Lichtjahre entfernt. „Die sechsstellige Summe, die wir erst einmal brauchten, war undenkbar“, sagt sie.

Fast allabendlich berührte sie Herzen in politischen Gremiensitzungen. Entfachte im Gespräch in Gettorf mit dem damaligen Amtsvorsteher Kurt Arndt (SPD) und Amtsdirektor Matthias Meins „ein Feuer, das nicht mehr ausgeht“, wie Arndt bekennt.

Unterstützung darf beim Betrieb des Hospizes nicht nachlassen

Alle Gemeinden haben sich voller Überzeugung ihren finanziellen Beitrag auferlegt. Das Architektenbüro Uwe Mumm zeichnete die Pläne wieder und wieder zum Nulltarif. Die Gemeinde Gettorf gab das große Grundstück.

Bürgermeister Hans-Ulrich Frank (CDU) macht es, mit dem Spaten in der Hand, heute ganz kurz: „Wenn das Haus steht, brauchen wir weiter viel Segen. Lassen Sie also nicht nach in ihrer Unterstützung!“ 

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