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Eckernförde Politiker steigen auf digitale Arbeit um
Lokales Eckernförde Politiker steigen auf digitale Arbeit um
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07:00 05.01.2019
Von Cornelia Müller
Die Digitalisierung der kommunalpolitischen Arbeit im Amt Dänischer Wohld steht an. Die papierlose Kommunikation und Information ist auf Dauer praktischer und umweltfreundlicher. Quelle: Cornelia D. Mueller
Gettorf

Wer nicht Gemeindevertreter, Stellvertreter oder wählbarer Bürger ist, macht sich keine Vorstellung. Lokalpolitiker, die sich alle ehrenamtlich für Bürger engagieren, tragen auch physische Lasten. Ihr Zeiteinsatz lässt sich in Papierbergen messen. 

Im Felm allein umfassten die Haushaltsunterlagen 706 Seiten

Beispiel Felm: Ende 2018 stand die Haushaltsberatung an. Das Amt hatte den Etat-Entwurf 2019 nach den politischen Vorgaben der 1200-Einwohner-Gemeinde erarbeitet und noch die Jahresrechnung vom Haushaltsjahr 2017 hinzugefügt. 

706 Seiten – das entspricht 1,5 Paketen Druckerpapier – wurden für jeden der 13 Gemeindevertreter und wählbaren Bürger kopiert, verpackt, versandt und vom Briefträger zu den Wohnungen geschleppt. 

Ende November beschloss der Amtsausschuss, der sich aus Bürgermeistern der acht Gemeinden und weiteren 15 Gemeindevertretern zusammensetzt, die Umstellung auf digitale Gremienarbeit. Heute werden im Amt noch jährlich 220000 Blatt Papier kopiert, ausgedruckt und an Politiker verschickt.

Kommunalpolitiker haben zunächst die Wahl zwischen Papier und Tablet

Zunächst werden die Kommunalpolitiker ein Wahlrecht zwischen Papier und dem künftig vom Amt gestellten Tablet haben. Wer sich für die digitale Variante entscheidet, aber trotzdem auf Papier möchte, muss sie selbst ausdrucken.

„Die Digitalisierung wird ein Segen sein, wenn auch für viele noch ungewohnt“, sagen Amtsvorsteher Jens Krabbenhöft (CDU), Amtsdirektor Matthias Meins und Büroleiter Tomas Bahr. Krabbenhöft weiß, wovon er spricht. Der Bürgermeister von Lindau ist seit 24 Jahren Gemeindevertreter.

„Mein Dachboden ist knallvoll. Jedes Jahr kommt ein Meter Aktenordner hinzu. Wegwerfen darf ich nichts“, erklärt er. „Auch unter Umweltgesichtspunkten macht es Sinn, die Papierflut einzudämmen.“ Dafür werden alle Sitzungsorte mit WLAN-Hotspots ausgestattet.

Die iPads vom Amt müssen höchste Sicherheitsanforderungen erfüllen

Danach ersetzt das flache Tablet – der Ausschuss tendiert zu iPads – die Aktentasche. Auch in der Sitzung und offline lässt sich alles nachblättern. Das geht teils auch jetzt schon dank Ratsinfo-System mit privatem Gerät. Aber die neue Software wird mehr umfassen und muss die hohen Sicherheitsanforderungen des Behördennetzes erfüllen. 

Diese Anschaffung wird zunächst teuer und vom Amt über die Gemeinden finanziert. Die Gräte kosten je nach Ausstattung (WLAN oder SIM-Karte) für 205 Politiker 70500 bis 97000 Euro bei einer Laufzeit von fünf Jahren. Dazu kommen erhebliche Zusatzkosten.

Zieht man 110000 Euro für den papiergebundenen Sitzungsdienst ab, bleiben noch 22400 bis 105200 Euro Mehrkosten binnen fünf Jahren übrig.

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