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Eckernförde Februar schickt dem März Frühlingsgrüße
Lokales Eckernförde Februar schickt dem März Frühlingsgrüße
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17:23 28.02.2019
Von Cornelia Müller
Alexander Wilhelm aus der Kleingartenkolonie Frahmkoppel in Gettorf ist fertig mit den Schnittarbeiten. Ein Ästchen muss noch weg an der Schwarzen Johannisbeere. Quelle: Cornelia D. Mueller
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Gettorf

Kleingartenkolonie Frahmkoppel in Gettorf. Der Knick, der die Parzellen einrahmt, ist zwar noch kahl. Doch die Zweige der Haselnussbüsche leuchten vor üppiger Blütenpracht. Was Allergiker, die unter Pollenschüben leiden, in einem ungewöhnlich warmen Februar rasend macht, lässt viele Hobbygärtner frohlocken.

Wärme, Sonne, sprießende Natur aktivieren die Lust zum Buddeln, Hacken, Harken im Garten. Alexander Wilhelm hat die Frühjahrsgartenarbeit, die nach harten langen Wintern in kurzer Zeit erledigt sein muss, weil die Natur endlich loslegen will, in diesem Jahr angenehm entzerrt.

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Kleingärtner in Gettorf haben den Grünschnitt früh erledigt

Die Beete hat er schon umgegraben, die Obstgehölze vorbildlich in Form gebracht. Am Zaun blühen Krokusse, Schneeglöckchen und erste Bergprimeln um die Wette. Dahinter lugt schon junge Petersilie hellgrün aus der Erde.

Schnipp! Ein Ästchen der Schwarzen Johannisbeere muss noch weg, damit das Obstgehölz im Sommer üppig trägt. "Letzter Schnitttag", betont Wichard Urhammer. Der Ehrenvorsitzende des kleinen Vereins ist jetzt schon jeden Tag im Garten.

Gerade hat er die Sitzkissen aus der Laube geholt. Das Gartenmobiliar für die gemütliche Kaffeerunde im Windschutz ist schon gewienert. "Gestern haben wir das gesammelte Schnittgut aus der Kolonie zur Kompostierungsanlage gefahren", berichtet er.  "Weil der Februar so schön war, war es diesmal kein Problem, die zum Schutz der Vögel begrenzte Zeit des Grünschnitts einzuhalten."

Die Gartenvögel waren schon im Februar auf Brautschau

Wie zum Beweis, dass das Schnittverbot ab 1. März Sinn macht, erklingen die Rufe von Meise und Co. besonders  vielstimmig. Tatsächlich sind die gefiederten Herren der Gartenvogelwelt längst auf Brautschau. Mögliche Nistplätze sind ausgespät.

Aber nicht nur kleine Tiere genießen den extrem milden Februar. "Wir haben unsere Jersey-Kühe erstmals schon am 20. Februar auf die Weide gelassen", bestätigt Sabine Mues, Leitern des Versuchsguts Lindhof in der Gemeinde Noer. "Sie waren sofort außer Rand und Band."

Der ökologische landwirtschaftliche Betrieb der Universität Kiel, auf dem unter anderem in Sachen Milchviehhaltung geforscht wird, hatte wie andere Höfe im heißen langen Sommer 2018 extrem mit der Trockenheit zu kämpfen. Die sorgte dafür, dass das Heu und somit das Winterfutter 2018/19 knapp ist.

Die Jersey-Kühe auf dem Gut der Uni Kiel sind schon auf der Weide

Mues: "Jetzt sparen wir gerade Futter ein. Das ist beruhigend. Die Kühe sind schon stundenweise auf der Weide und fressen das bereits nachwachsende Gras mit Vergnügen." Im Winter des Vorjahres konnte die Herde den Offen-Stall am 1. April erstmals verlassen. Vorher waren die Weiden zu matschig. Es hatte ja noch im März geschneit.

Was den Jersey-Kühen recht ist, ist den Angler Sattelschweinen auf dem Lindhof billig. Die ganzjährig im Freien gehaltene robuste alte Rasse kommt auch mit Kälte zurecht. Kleine Hütten bieten den Tieren Unterschlupf bei Regen und Schnee.

In diese Häuschen ziehen sich die Sauen mit ihrem Nachwuchs am letzten Februartag 2019 nur kurz zurück. Während die Mama stundenlang mit der Schnauze nach den unterirdischen Leckerbissen wühlt, machen die Ferkel Siesta. Gelehnt an die Wand der Hütte lassen sich die Sonnenstrahlen ausgiebig genießen.

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