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Eckernförde Streit um Ausbau der Nicolaistraße
Lokales Eckernförde Streit um Ausbau der Nicolaistraße
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16:16 26.03.2019
Von Christoph Rohde
Für Hanna und Dietmar Sahmland ist die Nicolaistraße in ihrer bisherigen Gestaltung erhaltenswert. Nur die Rinnen müssten angehoben werden. Quelle: Christoph Rohde
Eckernförde

Schützenhilfe kommt vom ehemaligen Tiefbauamtsleiter der Stadt, Manfred Medler. Die Pflasterung der Nicolaistraße war vor etwa 35 Jahren seine Planung. Ursprünglich sollte sie – wie im Ochsenkopf – mit Klinker, Granitbändern und einer Wasserrinne in der Mitte gestaltet werden. Doch dann habe sich die Denkmalpflege eingeschaltet, erinnert sich Medler. Sie habe auf den Umgebungsschutz mit historischem Rathaus und Kirche verwiesen, zwei Rinnen gefordert und eine altstadtgerechte Pflasterung. Damals waren noch wenige Rollatoren und Rollstühle in den Straßen unterwegs. Doch heute sind die Rinnen in der Nicolaistraße für Menschen mit Gehbehinderung zum Hindernis geworden.

Geschätzte 50.000 Euro statt geplanter 240.000 Euro

Das sieht auch Haß. Doch nach seiner und Medlers Meinung ließe sich das Problem mit einem Abflachen der Rinnen beheben. Demonstrativ schüttet Medler einen Eimer Sand in die Rinne, um den Effekt zu zeigen. Für Haß würde das Abflachen sowohl Ressourcen als auch Finanzen schonen und die Läden weniger durch Bauarbeiten belasten. Geschätzte 50.000 Euro dafür stünden 240.000 Euro gegenüber, die derzeit von der Stadt für den Komplettausbau der Nicolaistraße mit rotbraunem Klinker, einem grauen Streifen aus flachen Granitplatten, einer Mittelrinne und einem Blindenleitstreifen vorgesehen sind.

Für viele, auch Gehbehinderte, wäre die kleine Lösung hingegen ausreichend, meint Haß. Dem stimmen sein Bekannter Dietmar Sahmland und dessen seit 30 Jahren auf einen Rollstuhl angewiesene Frau Hanna zu. Mit der Nicolaistraße in bisheriger Form und angehobenen Rinnen hätte sie keine Probleme, sagt Hanna Sahmland. Die Kieler Straße mit ihren unterschiedlichen Pflasterarten bereite ihr im Rollstuhl dagegen eher Schwierigkeiten.

Kompromiss aus Barrierefreiheit und altstadtgerechter Gestaltung

Für Haß muss in der Nicolaistraße ein Kompromiss aus Barrierefreiheit und altstadtgerechter Gestaltung angestrebt werden. Während der Beirat für Menschen mit Behinderung die städtische Planung positiv bewertete, plädierte der Gestaltungsbeirat dafür, die Nicolaistraße nicht zu verändern. Hier werde ein Stück Eckernförder Geschichte dargestellt. Auch der Altstadtverein sprach sich für eine Beibehaltung der Struktur aus. Haß hat sich an die Denkmalpflege gewandt. Sie will nach seinen Angaben nächste Woche im Bauamt zum Thema vorsprechen.

In Politik und Verwaltung ist die Ausbauplanung unterdessen weit fortgeschritten. Nach der Einigung auf eine Variante sollen bereits in der Ratsversammlung am Donnerstag die erforderlichen 240.000 Euro freigegeben werden. Haß sieht seine Intervention als „letzten Versuch, wachzurütteln“.

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