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Eckernförde Essen als ein Miteinander
Lokales Eckernförde Essen als ein Miteinander
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18:17 28.05.2018
Von Christoph Rohde
Vorbereitung für den Nachtisch: Christa Kuhn, Rosi Baron und Edith Ferlmann (v.li.) schnippeln die Erdbeeren. Quelle: Christoph Rohde
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Eckernförde

Ein elfköpfiges Team aus Ehrenamtlichen schwingt mit Begeisterung in wechselnden Besetzungen den Kochlöffel. Kreativer Kopf ist Anna Weber-Baloi (69), die ihre Augen überall zu haben scheint. „Wir brauchen noch ein paar Tomaten“, ruft sie durch die Küche. „Und die Schupfnudeln machen wir zum Schluss.“ Unterdessen brutzelt es schon in den Pfannen. Wolfgang Mertineit (61), gelernter Koch, hantiert gerne an dem professionellen Gasherd. „Jeder hat so seine Präferenzen“, sagt Weber-Baloi. Andere schnippeln lieber oder waschen zwischendurch schnell einmal etwas ab.

"In Sekunden muss ich entscheiden, was wir kochen"

Was alle eint, ist die Freude am Kochen und der Spaß an der Gemeinschaft. „Ich möchte helfen, und es ist spannend zu erleben, was jeden Montag neu gekocht wird“, sagt Christa Kuhn, mit 81 Jahren die Älteste im Bunde. Frisch verarbeitet wird in der Küche nur das an gespendeten Lebensmitteln, was sich für die Tafel-Ausgabe an jedem Donnerstag nicht lange genug halten würde. Sind die Waren gesichtet, „muss ich in Sekunden entscheiden, was wir daraus kochen“, sagt Weber-Baloi.

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Drei Gänge - Suppe, Hauptgericht und Nachtisch - sind die Regel

Doch die „Köchin aus Leidenschaft“, die schon ein Restaurant betrieben hat und lange Zeit kreative Kochkurse gab, weiß sich immer zu helfen, hat stets eine fantasievolle Idee. Wird auch oft vegetarisch gekocht, so steht diesmal ausnahmsweise Fleisch zur Verfügung. Schweinefilet, Mairübchen, grüner Spargel, Tomatensalat und Erdbeeren mit Joghurt-Sahne-Soße stehen auf dem Zettel. Drei Gänge – Suppe, Hauptgang und Nachtisch – sind die Regel.

Es geht um ein schönes Miteinander

Viele aus der Kochgruppe sind schon seit fünf Jahren dabei. Das spricht für die gute Atmosphäre untereinander. „Eine tolle Gemeinschaft“, bestätigt Edith Ferlmann. Und auch Weber-Baloi tut die überschaubare Betätigung einmal die Woche gut in ihrem Ruhestand. „Es geht um den Menschen und um ein schönes Miteinander“, sagt sie.

"Besser als allein zu Hause zu sitzen"

Die überwiegend älteren Gäste sind von dem Angebot begeistert. „Wir sind regelmäßig hier“, erzählt Brigitte Schildhauer (82). Mit dem Selberkochen klappt es bei ihr nicht mehr so gut, da ist sie froh, eine Alternative um die Ecke zu haben. „Das Essen schmeckt, und ich muss zu Hause nicht allein sitzen“, sagt sie. Auch der rüstige Max Fröde (91) macht sich jeden Montag auf den Weg in die Begegnungsstätte. „In Geselligkeit isst es sich einfach besser“, sagt er.

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