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Eckernförde Autoren im Schatten des Krimis
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19:22 13.11.2019
Von Christoph Rohde
Auf Einladung von Maria-Therese Fritzen-Einfeldt von der Stadtbücherei erzählt Drehbuch-Autor Markus Stromiedel Schülern einer 9. Klasse der Jungmannschule, wie die Dramaturgie eines Tatort-Krimis entsteht. Quelle: Christoph Rohde
Eckernförde

Drehbücher für 40 Filme hat er im Laufe seiner Karriere geschrieben. Darunter Folgen für Krimi-Serien wie den Tatort, Der Staatsanwalt und Soko Köln. Er erfand die Figuren des granteligen Kommissars Borowski und des beharrlichen Oberstaatsanwalts Reuther. Insgesamt 300 Millionen Mal wurden seine Werke im Fernsehen angeschaut. Doch während die Schauspieler im Rampenlicht glänzen, stehen die Drehbuchautoren im Hintergrund. Dabei gäbe es ohne sie keinen Film. „Autoren sind die einzigen im Filmprozess, die aus dem Nichts etwas schaffen“, sagt Stromiedel, der zwischenzeitlich auch Chef-Dramaturg bei der Bavaria Film war.

Jeder Film braucht eine Geschichte

In der Stadtbücherei sind an diesem Tag Schüler eine 9. Klasse des Jungmann-Gymnasiums eingeladen. Schauen sie überhaupt Krimis wie den Tatort? „Meine Mutter sieht’s“, verrät ein Junge. Die Jugendlichen interessiert weniger das klassische Fernseh-Format als Streamingdienste, über die man sich sein Programm selbst zusammenstellt. Doch egal welches Medium: Jeder Film braucht eine Geschichte. Aufmerksam verfolgt die Klasse, wie am Beispiel des TatortsHexentanz“ ein Drehbuch entsteht. Dabei sind bestimmte Leitplanken eingezogen. „Ein Drehbuch zu schreiben, ist Auftragsschreiben“, sagt Stromiedel.

Was zwischen den Figuren passiert

So müssen bei Krimis bestimmte Erwartungen erfüllt werden. Zwei Kommissare, eine Leiche – und am Ende sind alle Fälle gelöst. Was darüber hinaus stattfindet, ist der Fantasie des Autors überlassen. „Mich interessieren Geschichte über Menschen, das, was zwischen den Figuren passiert“, sagt Stromiedel. Und: Es muss eine Entwicklung stattfinden. Am Anfang steht ein Exposé, das die Geschichte grob skizziert. Trifft es auf Interesse bei Produzent und Redaktion, wird daraus ein „Treatment“, das die einzelnen Szenen – noch ohne Dialoge – beschreibt. Wird auch dieses abgenickt, schreibt der Autor das eigentliche Drehbuch. Doch bei einer Version bleibt es nicht, in der Regel entstehen drei bis vier Fassungen. Nicht selten gibt es Änderungswünsche.

Riesenstreit um den Tatort "Hexentanz"

So hatte es bei „Hexentanz“ einen Riesenstreit gegeben, erzählt Stromiedel, da Kommissarin Lindholm schon in den ersten Minuten eine Szene bekommen sollte. „Das hatte für die Geschichte nicht gepasst, aber ich hab’ sie schreiben müssen“, so der Autor. Das sei erwartet worden, um die Fans der Kommissarin nicht zu enttäuschen. Auch Schauspieler kommen mit eigenen Ideen, um Stellen in Drehbüchern zu ändern. „Da muss man höllisch aufpassen“, weiß Stromiedel. Die Akteure hätten einen guten Blick auf ihre Rolle, aber nicht auf den Film als Ganzes. Am Ende wurde „Hexentanz“ mit neun Millionen Zuschauern ein erfolgreicher Tatort (Erstausstrahlung 2003).

1994 begann er, Drehbücher zu schreiben

Wie er Drehbuchautor geworden sei, wollen die Schüler wissen. „Ich hab’ immer viel gelesen und gerne Filme geguckt“, antwortet Stromiedel. „Wenn im Kino das erste Licht auf die Leinwand fällt, ist das ein großartiger Moment.“ Der gebürtige Bremerhavener arbeitete zunächst als Journalist, bevor er ab 1994 seine ersten Drehbücher verfasste. Parallel schreibt er Romane. „Da kann ich gestalten, wie ich will. Da sind große Kino-Bilder drin, die sich im Film nie realisieren ließen.“ Aktuell entwirft Stromiedel eine Streaming-Serie aus dem Science-Fiction-Genre.

13 Schulklassen bei den Kinder- und Jugendbuchwochen

Zu den 36. Kinder- und Jugendbuchwochen in der Eckernförder Stadtbücherei stellen sich vier Schriftsteller vor. Insgesamt 13 Schulklassen kommen so in direktem Kontakt mit Literatur-Schaffenden. Autoren, die für sie bislang nur Namen waren, bekommen ein Gesicht. 

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