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18:04 16.02.2020
Von Kerstin von Schmidt-Phiseldeck
Innenminister Hans-Joachim Grote (CDU) sprach beim Neujahrsempfang der CDU Altenholz über „Ortsentwicklung im 21. Jahrhundert“.
Innenminister Hans-Joachim Grote (CDU) sprach beim Neujahrsempfang der CDU Altenholz über „Ortsentwicklung im 21. Jahrhundert“. Quelle: Kerstin v. Schmidt-Phiseldeck
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Altenholz

Hans-Joachim Grote, unter anderem von 1998 bis 2017 Verwaltungschef von Norderstedt, erklärte, das Kommunale habe ihn sein Berufsleben lang begleitet. Der Innenminister verwies darauf, dass das zu 97 Prozent ländlich geprägte Schleswig-Holstein immer wieder zum glücklichsten Bundesland gewählt wird: „Weil es hier so schön heimelig ist.“

Das stehe dafür, einander zu achten und zu kennen: „Einer der wichtigsten Bausteine der Gesellschaft.“ Und diese Gemeinschaft „wird ein zentrales Thema der Zukunft sein“. 

Künftig sozialräumliche Planung

Nicht mehr wie bisher die Flächennutzung, sondern die „sozialräumliche Planung“ werde Instrument der Zukunft sein. „Als erstes leben die Menschen in ihrer Gemeinde“, erklärte Hans-Joachim Grote: „Deshalb ist die Selbstverwaltung so wichtig.“

Doch die Gesellschaft verändere sich, auch durch neue Medien und die Digitalisierung: Es gebe mittlerweile eine „Herrschaft der Empörung über die Vernunft, der Emotion über Lösungsversuche.“ Das könne nicht der Ansatz der Kommunalpolitik sein. 

Innenminister: Jedes Teil eines Puzzles ist wichtig

„Jeder wünscht sich Unabhängigkeit, aber es gibt keine Unabhängigkeit“, zeigte er sich überzeugt: Denn auf welches Teil eines Puzzles könne man verzichten? In diesem Sinne, erklärte der Innenminister, dürfe man sich nicht nur um die Starken kümmern: „Das Bild ist erst fertig, wenn wir das letzte Teil einsetzen.“

Die Landesentwicklungsplanung setze daher künftig auf das Denken in funktionalen Räumen: zum Beispiel, um den Bürgern lokale Clouds zum sicheren Speichern von Daten zu bieten, als Alternative zum Angebot der großen Konzerne. Es sei typisch deutsch, bei Visionen zu fragen: „Wie willst du das machen, was soll es kosten?“ Besser sei es aber, erst nach den Zielen zu fragen: „Man muss etwas anbieten, wenn man Unternehmen hierher locken will.“

Flächenverbrauch soll drastisch sinken

Ein weiteres Thema sei der Flächenverbrauch im Land, der bis 2030 drastisch sinken soll, erklärte Hans-Joachim Grote. Für Gemeinden stelle sich künftig die Frage: „Baue ich noch auf der grünen Fläche?“ Er verwies auf den Begriff „Donut-Dörfer“, den Andreas Breitner, Ex-Innenminister und jetzt beim Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen, mal geprägt habe: für Orte, die im Außenbereich wachsen und innen veröden.

Nachhaltigkeit bei der Planung sei ein Standortfaktor, betonte der Innenminister. Er rief die Altenholzer Kommunalpolitik dazu auf, sich überfraktionell zusammenzusetzen: „Denken Sie mutig, lassen sie Ideen zu – und dann entscheiden Sie vor Ort.“ So könnte man jenen besonderen Standortfaktor ausmachen, der diese Gemeinde von anderen unterscheidet. 

Sylvio Arnoldi signalisiert konstruktives Miteinander

Der CDU-Ortsvorsitzende Silvio Arnoldi nahm den Ball prompt auf, signalisierte Vertretern anderer Fraktionen ein konstruktives Miteinander beim Thema Brammerkamp. Das mögliche Wohnbaugebiet auf einer landwirtschaftlich genutzten Fläche im Norden von Altenholz liegt derzeit auf Eis: Die anderen Fraktionen wollen sich zunächst übergeordnet mit der Ortsentwicklung beschäftigen. 

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