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Eckernförde Neuwittenbek: Internet aus der Steinzeit
Lokales Eckernförde Neuwittenbek: Internet aus der Steinzeit
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19:15 06.02.2020
Von Jan Torben Budde
Wünscht sich einen Ausbau des Glasfasernetzes und ein schnelleres Internet - auch auf dem Land: Mathias Hendrich aus der Gemeinde Neuwittenbek. Quelle: Jan Torben Budde
Neuwittenbek

Lahmes Internet – muss denn das heutzutage noch sein? Auch wenn es auf dem Dorf ist? Hendrich wohnt im idyllischen Ortsteil Fahrenhorst. Er ist seit Jahren Telekom-Kunde, hat einen Festnetzvertrag für Telefon und Internet mit einer Datenübertragungsrate von bis zu 16 Megabit pro Sekunde (Mbit/s).

Diese Internetgeschwindigkeit wäre gerade noch akzeptabel – doch bei ihm gelangt laut „Speedtest“, der die Geschwindigkeit misst, gerade mal ein mickriges Mbit/s durch die DSL-Leitung ins Haus.

„Das ist so grottenschlecht, damit kann man keine Netflix-Filme streamen oder Youtube-Videos gucken, das funktioniert gar nicht oder ruckelt heftig“, stellt der IT-Consultant mit Bedauern fest.

Lapidare Reaktion der Telekom

Das Verschicken von E-Mails ist mit der Datenübertragungsrate noch möglich. „Aber natürlich ohne große Bilddateien“, so der Neuwittenbeker. Das Senden von Fotos mit größerem Datenvolumen dauere eine Minute.

Dabei ist Hendrich beruflich auch in den eigenen vier Wänden aufs schnelle Internet angewiesen: „Häufig werden große Daten übertragen.“ Er arbeitet für einen IT-Dienstleister in Kiel.

Wegen des lahmen Internets kontaktierte er bereits die Telekom. Die Reaktion des Anbieters? Der Fahrenhorster sagt, er habe ein lapidares „Ist halt so“ vernommen.

Bis vor etwa einem Jahr war die Internetgeschwindigkeit bei Hendrich zumindest etwas fixer, lag bei 3,5 Mbit/s. Dann kamen die Vorbereitungen für den Abriss der alten Levensauer Hochbrücke, die von seinem Haus einen Katzensprung entfernt liegt.

Neuwittenbeker nutzt zusätzlich LTE-Funktechnik

Seitdem sei die Übertragungsrate auf den einen kümmerlichen Megabit geschrumpft, so Hendrich. Seines Wissens mussten die DSL-Leitungen umgelegt werden. „Jetzt ist die Strecke länger, deshalb kommt weniger an“, so der IT-Consultant.

Um digital nicht auf der Strecke zu bleiben, behilft er sich daher mit einem zusätzlichen „Hybrid“-Vertrag der Telekom. „Ich nutze das Handynetz, um zu Hause ins schnelle Internet zu gelangen“, erklärt Hendrich.

Das bedeutet: Zusätzlich zum DSL-Anschluss mit Kabeln in der Erde setzt er auf die LTE-Funktechnik. Wie fix die Verbindung dann sei, komme aber auf die aktuelle Auslastung des Handy-Netzes an. Laut Vertrag sollten es seinen Worten zufolge bis zu 50 Mbit/s sein. „Tatsächlich sind es eher um die 20“, schätzt er.

Hendrich hofft auf Glasfaser vom Breitbandzweckverband 

Für ihn ist das „ein Armutszeugnis“. Hendrich hofft nun darauf, dass der Breitbandzweckverband der Ämter Dänischenhagen, Dänischer Wohld und Hüttener Berge ein Glasfaserkabel verlegen wird.

Denn ihm schwant, „dass sich die Telekom nicht bewegen wird, weil sie die Leitungen nur dort verlegt, wo es sich für das Unternehmen lohnt“.

Bei Aussprüchen wie dem von CDU-Forschungsministerin Anja Karliczek, dass der Ausbau des 5G-Kommunikationsnetzes nicht an jeder Milchkanne erforderlich sei, winkt Mathias Hendrich ab. „Es gibt Länder mit geringer Bevölkerungsdichte, in denen die digitale Infrastruktur besser ausgebaut ist als hier.“

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