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Eckernförde Nachwuchs versteckt sich im Beutel
Lokales Eckernförde Nachwuchs versteckt sich im Beutel
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19:02 24.05.2018
Wo ist der Nachwuchs? Einige Känguru-Weibchen, die munter durch ihr Gehege im Tierpark Gettorf hüpfen, haben Jungtiere im Beutel.
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Gettorf

„Wenn man Glück hat, sieht man auch mal ein Köpfchen aus einem Beutel gucken“, sagte die 40-Jährige am Donnerstag. An diesem Vormittag tauchten die Kängurus jedoch ab – leider war kein Köpfchen in Sicht. Doch zumindest lugten aus dem Beutel von Känguru-Mama Kateena Ferse, Fuß und Schwanzspitze eines Jungtieres. „Von der Geburt bekommen wir nichts mit“, berichtete Silke Plagmann, „das geschieht meist nachts.“ Etwa vier Wochen trage ein Wallaby-Weibchen seinen Nachwuchs. Das Jungtier krieche in den Beutel der Mutter, wo es dann Milch sauge.

„Bei einigen Tieren sieht man den gewölbten Beutel, in dem es mitunter zappelt“, so die Biologin, „hier haben einige Jungtiere noch gar nicht rausgeguckt.“ Dabei sei gerade an sonnigen Tagen mit höheren Temperaturen die Chance groß, dass mal ein kleines Känguru aus dem Beutel schaue. Bei Kälte schützten die Jungen ihren Kopf – und besonders die Ohren – hingegen gern in der Wärme. „Sie tragen ja keine Mütze“, sagte die Tierpark-Mitarbeiterin augenzwinkernd. Gleichwohl unterscheide sich das hiesige Klima kaum von dem in Australien, woher Wallabys stammen. „Sogar wenn es schneit, verlassen sie ihren Stall“, so Silke Plagmann. Bloß bei Glatteis sollen die Kängurus nicht draußen hüpfen – wegen der Verletzungsgefahr.

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Aber zurück zum Nachwuchs. Zunächst verlassen die Lütten den warmen Beutel nur für kurze Ausflüge. Doch nach etwa neun Monaten ist die enge Zweisamkeit mit der Känguru-Mama endgültig vorbei. „Entweder wollen die Jungtiere irgendwann nicht mehr in den Beutel oder die Mutter lässt sie nicht mehr hinein“, erklärte Silke Plagmann. Und die Ernährung? Die Biologin beschreibt einen fließenden Übergang von der Muttermilch zu Gräsern, Blättern, Rinde und Gemüse. „Außerdem gibt es manchmal ein wenig Obst wie einen Apfel“, berichtete die Tierpark-Mitarbeiterin.

Von Jan Torben Budde

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