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Eckernförde Kämpfer wirbt um Wohnungen in Altenholz
Lokales Eckernförde Kämpfer wirbt um Wohnungen in Altenholz
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18:24 10.02.2020
Von Cornelia Müller
Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (Mitte) wirbt in Altenholz bei den Genossen um den Mietwohnungsbau. Bei Bürgermeister Carlo Ehrich (links) und dem Ortsvereinsvorsitzenden Uwe Johanningtrifft er auf Verständnis. Quelle: Cornelia D.Mueller
Altenholz

Das sagte Kämpfer am Wochenende als Gastredner beim SPD-Neujahrsempfang der amtsfreien Nachbargemeinde Altenholz. Altenholz hat 10.000 Einwohner und grenzt im Norden an die Landeshauptstadt.

Bei Nahverkehr, Nahversorgung, Gewerbegebiet, Feuerwehr sei die Zusammenarbeit beider sehr konstruktiv, betonte der OB. Man tausche ja sogar Kronjuwelen aus. „Der THW Kiel trainiert in Altenholz. Dienstleister Dataport aus Altenholz schafft 100 Arbeitsplätze in Kiel.“

Dem Zusammenrücken über Verwaltungsgrenzen förderlich sei die Beilegung des langen Streits der Umlandgemeinden um die Abwassergebühren für das Kieler Klärwerk Bülk. „Heute ist die Kiel-Region weit davon entfernt, gegen die Wand zu fahren“, trat er Kritikern entgegen.

Kiel-Region soll zum großen Wissenschaftsstandort wachsen

Kämpfer: „Wir haben das Zeug, Gravitationszentrum für Schleswig-Holstein neben der Metropolregion Hamburg zu werden.“ Dabei sei nun vor allem das Land gefordert, etwa mit dem Ausbau des Wissenschaftsstandorts Kiel-Region in Sachen künstliche Intelligenz.

Für mehr Verständnis der Bürger im Umland für das Anliegen Kiels in puncto Wohnungsbau warb der OB ausführlich. Das flächenarme Kiel müsse eigentlich 20.000 Wohnungen bauen, „was nicht geht“.

„Deshalb haben wir die Landesplanung gebeten, das Umland einzubeziehen.“ „Miet- und Sozialwohnungen sollten auch in Altenholz entstehen“, bat er. „Es ist nicht in Ordnung, wenn nur gut betuchte Kieler ins Umland ziehen. Das führt zum Ungleichgewicht, das allen schadet.“

Nicht nur reiche Kieler sollen nach Altenholz ziehen

Er forderte mehr Realismus und weniger Vorurteile gegen Mieter mit Wohnberechtigungsschein: „Aufgrund neuer Einkommensgrenzen bekommt auch ein junger Arzt mit drei Kindern den Wohnberechtigungsschein. Es geht um normale Bürger, die Wohnraum brauchen.“

Bei Ortsvereinschef Uwe Johanning und anderen Genossen der Altenholzer Gemeindevertretung rennt Kämpfer offene Türen ein. Sie stellten sich zum Beispiel beim Baugebiet Postkamp gegen die schnelle Realisierung, weil sie auch Miet- und Sozialwohnungsbau vernachlässigt sahen. Nun soll die Ortsentwicklung erst fortgeschrieben werden.

Johanning untermauerte bei dem Emfpang auch die kommunalen Forderungen an das Land. Bei Kita-Reform, Digitalisierung der Schule, kommunalem Finanzausgleich zeichne sich ab, dass Altenholz viel draufzahle – „und das bei einem Haushaltsdefizit von einer Million Euro trotz der Rückschnitte“.

SPD Altenholz dankt verdienten Ehrenamtlern aus der Partei

Bei ihrer politischen Nachlese der misslungenen Regierungsbildung in Thüringen „mit perfiden AfD-Manövern“ drückten Johanning und Kämpfer Sorge aus: Die soziale Spaltung der Gesellschaft helfe denen, die die demokratischen Parteien vernichten wollten. Kämpfer: „Thüringen ist Sinnbild, dass wir noch kein Konzept im Umgang mit der Bedrohung haben.“

Dank gab es für Sozialdemokraten, die das politische und soziale Ehrenamt in Altenholz verkörpern: Wolfgang Weiß, ehemaliger Bürgervorsteher, bekam die SPD-Ehrennadel für 40 Jahr Prteimitgliedschaft aus der Hand des Kieler Bundestagsabgeordneten Matthias Stein. Die frühere Fraktionsvorsitzende Hildegard Schaper, heute Ortschefin der Awo, bekam die Auszeichnung für 50 Jahre Parteitreue.

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