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Eckernförde Das Material der Möglichkeiten
Lokales Eckernförde Das Material der Möglichkeiten
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17:08 23.07.2019
Von Christoph Rohde
Mit Seegras lässt sich viel anfangen, ist der Student Sam Warmke (29) überzeugt, der seine Masterarbeit über Treibsel am Ostseestrand geschrieben hat. Quelle: Christoph Rohde
Eckernförde

An Naturstränden besitzt das Schwemmgut eine wichtige Funktion für den Küstenschutz und als Lebensraum für Pflanzen und Tiere. An Badestränden ist es im Sommer weniger willkommen. Der Kieler Student Sam Warmke, der seit vier Jahren ehrenamtlich beim Eckernförder Ostsee-Info-Center (OIC) mitarbeitet, weiß um diese Problematik.

Er studiert am Geografischen Institut der Uni Kiel Umweltgeografie und -management und hat sich in seiner Masterarbeit mit dem Ostsee-Treibsel, seinen Potenzialen und Nutzungsformen auseinandergesetzt. „Mir war dabei der aktuelle Bezug zu unserer Küste wichtig“, sagt der 29-Jährige.

Die Entsorgung von Seegras verursacht hohe Kosten

In Kooperation mit der Posima-Gruppe (Pilotregion Ostseeküste Schleswig-Holstein) am Institut recherchierte Warmke vor allem zum Thema Seegras. Das Abräumen des Treibsels ist für die Küstenorte mit Kosten verbunden, teils erreichen sie einen fünf- bis sechsstelligen Bereich im Jahr. Andererseits war Seegras vor dem Krieg ein vielfältig genutzter Rohstoff. Dänemark beispielsweise setzte 1913 acht Millionen Tonnen an trockenem Seegras um.

Heute dagegen wird das von den Stränden abgefahrene Treibsel überwiegend kompostiert oder deponiert. Das Eckernförder Seegras findet über die Kompostierungsanlage der Abfallwirtschaft Rendsburg-Eckernförde wieder in den Verwertungskreislauf zurück. „Doch die Nutzungspotenziale sind vielfältiger“, sagt Warmke. Möglich ist etwa der Einsatz als Dünger auf landwirtschaftlichen Äckern. Auch wenn zur Effektivität der Bodenverbesserung noch Forschungsbedarf besteht.

Seegrasmatten als Alternative zu asiatischen Produkten

Ein anderes Einsatzgebiet findet sich im Garten- und Landschaftsbau. Erosionsmatten für Autobahnböschungen, die stabilisieren sollen, sind häufig Kokosgeflechte aus Asien. „Seegrasmatten, die sich mit Steppmaschinen herstellen lassen, wären eine gute Alternative“, meint der Geografie-Student. Mit Saatgut wären sie auch für Dach- oder Steilhangbegrünungen nutzbar.

Ein weiterer Anwendungsbereich ist die Dämmung. Die Außenwände des Eckernförder OIC sind mit Seegras gedämmt. Schon die Vorfahren nutzten es für ihre Häuser. Ähnlich das Stopfen von Kissen und Matratzen mit Treibsel, das eine reizvolle individuelle Lösung darstellt.

Ein Grundproblem bleibt die Säuberung und Trocknung

Für schwieriger hält Warmke die Beigabe von Seegras zu Heizpaletts oder die thermo-chemische Spaltung (Pyrolyse) zur Pflanzenkohle. Bei Beiden müssten bestimmte Standards eingehalten werden. Ein Grundproblem bleibt bei der Seegras-Nutzung die Säuberung und Trocknung des Ausgangsmaterials.

Eine Pilotanlage Ende der 1990er-Jahre in Mecklenburg-Vorpommern litt zuletzt unter mangelnder Nachlieferung. „Die Wege zwischen Aufbereitung und Anlieferern dürfen nicht zu weit sein“, folgert Warmke. Er plädiert für Tests mit einer mobilen Aufbereitungsanlage.

Eckernförde beschreitet eigene Wege im Küstenschutz

Bis dahin wird Treibsel weiter kompostiert und deponiert. Nur Eckernförde beschritt in der Vergangenheit neue Wege im Küstenschutz. Seegras-Dünen ließ das Ostseebad ebenso anlegen wie eine Versuchsstrecke mit Strandfaschinen. Das Küstenorten an der Ostsee frei Haus gelieferte Treibsel war und bleibt ein Material der Möglichkeiten – wenn man es zu nutzen weiß.

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