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Eckernförde Kirche feiert 60-jähriges Bestehen
Lokales Eckernförde Kirche feiert 60-jähriges Bestehen
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06:21 17.01.2020
Von Jan Torben Budde
Fühlt sich pudelwohl in der Kirche "Zum Guten Hirten": Pastor Dirk Schulz möchte Menschen ermutigen und stärken, trösten und aufrichten. Quelle: Jan Torben Budde
Schinkel

Pompös ist ihr Erscheinungsbild nicht gerade, durch das große Satteldach wirkt die Kirche in Schinkel beinahe wie ein gewaltiges Zelt. Einige Dorfbewohner bezeichnen ihr Gotteshaus liebevoll als einen „Schoopstall“ (Schafstall). Als Grund sieht Pastor Dirk Schulz den Namen „Zum Guten Hirten“. 60 Jahre liegt die Kirchweihe nun zurück. Noch immer dient sie bei freudigen Ereignissen und in Krisensituationen als Anlaufstelle im Ort.

Nur 25.000 Mark kostete der Bau von 1960

Im Januar 1960 war die Weihe der „Nur-Dach-Kirche“ in Holzbauweise in Schinkel. Gerade einmal 25.000 Mark hatte ihre Errichtung gekostet. Gleich nebenan steht der schlanke pyramidenartige Glockenturm. Ein Bauprogramm der damaligen Landeskirche ließ in der Nachkriegszeit manch kleines Gotteshaus aus der Erde sprießen. „Flüchtlinge und Vertriebene wollten gerne auch eine neue geistliche Heimat finden – dort, wo sie vom Gang der geschichtlichen Ereignisse hingespült worden waren“, sagt Schulz. Bis zum Bau der Kirche war für Gottesdienste ein Kapellenraum in der Schule vorgesehen – davor mussten Gläubige den kilometerweiten Weg nach Gettorf in Kauf nehmen.

Helle Kirche mit guter Akustik

Schulz mag das Gotteshaus, das rund 120 Besuchern Platz bietet: „Die Akustik ist gut, der Raum ist kommunikativ und lichtdurchflutet“, lobt der 54-Jährige. Letzteres hängt auch mit der farbenfroh verglasten Altarwand zusammen. Seit den 1990er-Jahren verfügt die Kirche zudem über eine Orgel. Schulz ist zwar erst seit Februar 2016 für den Pfarrbezirk III (Levensau bis Großkönigsförde sowie Tüttendorf) der Kirchengemeinde Gettorf zuständig, kennt das Gebiet allerdings schon viel länger: Er absolvierte dort von 1997 bis 1999 sein Vikariat, die praktische Ausbildung zum Pastor. Nun ist Schulz, dessen Frau Peggy Josefine Kersten Pastorin in Waabs ist, sogar Vorsitzender des Kirchengemeinderates in Gettorf.

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Pastor Dirk Schulz ist sicher: "Wir erreichen die Leute noch"

Aber welche Bedeutung hat die Kirche in dieser schnelllebigen Zeit noch? „Sie steht mitten im Dorf und ist Teil des Dorfes“, sagt Schulz mit Blick auf Gottesdienste, Taufen, Konfirmationen, Hochzeiten und Trauerfeiern – der Friedhof ist auf der anderen Straßenseite. Ebenso zählt er die Lütten aus der kirchlichen Kita „Sonnenstern“ nebenan zu den Stammgästen. Meldungen über landesweit mehr Kirchenaustritte hin oder her: „Man darf nicht zu sehr auf die Zahlen schauen“, ist der Pastor überzeugt, „wir erreichen die Leute.“ Die Kirche stehe immer offen – nicht nur sonntags beim Gottesdienst. Schulz: „Es gibt Menschen, die hier gern mal für ein persönliches Gebet einkehren.“

"Wollen die Kirche mit Leben füllen"

Als Seelsorger sieht der Pastor seine Aufgabe im Zuhören, wenn ihn jemand in einer Krisensituation um Rat frage. Oft gehe es um Krankheit oder Tod, aber auch um berufliche Probleme und in zunehmendem Maße die Pflege von Angehörigen.

Zugleich liegt ihm die öffentliche Seelsorge, „wenn irgendwo auf der Welt etwas Schlimmes passiert ist“, am Herzen: So läuten in Schinkel nach Katastrophen wie einem Flugzeugabsturz oder Erdbeben schon mal die Glocken. „Wir leben in einer globalisierten Welt“, sagt Schulz. Er wolle mit seiner Arbeit dazu beitragen, dass die Kirche mit Leben gefüllt werde.

Festgottesdienst mit Violine, Cello, Flöte und Orgel

Zum 60-jährigen Bestehen der Kirche „Zum Guten Hirten“ am Roggenrader Weg in Schinkel gibt es dort am Sonntag, 19. Januar, einen Festgottesdienst mit Pastor Dirk Schulz. Beginn ist um 15 Uhr. Es musizieren Meike Roggenkamp (Violine), Julia Uhlenwinkel (Blockflöte und Gesang), Torsten Plaß (Orgel) und Christoph Mohr (Violoncello).

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