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Eckernförde Pastorenwechsel und teure Sanierungen
Lokales Eckernförde Pastorenwechsel und teure Sanierungen
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18:56 27.05.2019
Von Cornelia Müller
Die Kirchengemeinde Gettorf muss sich neu aufstellen. Pastorin Christa Loose-Stolten (vorn) geht in den Ruhestand, ein Nachfolger ist schon bestimmt. Neuer Vorsitzender des Kirchengemeinderats bis 2020 ist Pastor Dirk Schulz. Metta von Gerstorff ist wieder Stellvertreterin. Quelle: Cornelia D. Mueller
Gettorf

Ein geordneter Wechsel, der die drei bisherigen Pastoren und den Kirchengemeinderat zufrieden macht - und finanzielle wie logistische Herausforderungen, deren Ausgang  keiner so genau kennt. So lässt sich die Situation der evangelisch-lutherischen Großgemeinde im Dänischen Wohld zusammenfassen.

"Wir sind sehr glücklich, dass wir die Pastorennachfolge jetzt schon geregelt haben", fassen Christa-Loose Stolten (64), Dirk Schulz (54) und die stellvertretende Vorsitzende des Kirchengemeinderats Metta von Gestorff (36) zusammen. Loose-Stolten hatte den Vorsitz vor einigen Wochen niedergelegt, "um den Weg für einen geordneten Übergang freizumachen", wie sie selbst sagt.

Vorsitzende des Kirchengemeinderats Gettorf gibt Amt gleich weiter

Vorsitzende des Gremiums wäre automatisch von Gerstorff. "Ich sehe mich aber mit Familie und kleinen Kindern noch nicht in der Lage dazu. Ich bleibe gern Stellvertreterin", sagt sie. So musste der Gemeinderat den Posten kurzfristig neu wählen lassen. Die Kirchengemeindeordnung schreibt aber vor, dass das Niederlegen eines Amtes und die Neuwahl nicht in derselben Sitzung erfolgen dürfen.

So sprang die Vize für einen Monat ein. Dirk Schulz, der die Pfarrstelle Schinkel der Gettorfer Gemeinde hat, hatte sich auf Vorschlag von Boysen bereit erklärt, das Amt bis zur offiziellen Neuwahl des Gemeinderats Ende 2020 zu übernehmen.

Er wurde vor wenigen Tage einstimmig gewählt. Die Kirche schreibt weiter vor, dass Pastor oder Pastorin den Vizeposten erhalten, wenn ein anderes Gemeinderatsmitglied den Vorsitz übernimmt. Das gilt auch umgekehrt.

Nachbesetzung der Pastorenstelle in Gettorf bewusst früh

Der vorzeitige Rückzug der Pastorin - die 35 Jahre im Amt ist, davon fast 20 in Gettorf - und die Umbesetzung neun Monate vor ihrer Pensionierung hatte zu Spekulationen geführt. "Dazu gibt es gar keinen Grund", versichern die Pastoren und von Gerstorff. Auch die Nachfolgersuche sowie der bereits erfolgte Auszug von Loose-Stolten aus dem historischen Pastorat I im Pastorengang "sind mit Blick auf die Zukunft erfolgt". 

Hintergrund: Die Nachbesetzung von Pastorenstellen im evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Rendsburg-Eckernförde ist ab 2020 kein Selbstgänger mehr. Bevor diese Regelung 2020 auch für Gettorf gilt, "wollten wir Fakten schaffen", erklärt Schulz. Zur Freude von Gemeinderat und Pastoren bewarb sich Björn Philipp Ströh (38), der 2011 bis 2014 Vikar in Gettorf war und aktuell Pastor in Neumüster ist.

Nach seiner Vorstellung im Gottesdienst Mitte Mai wurde er jetzt einmütig vom Kirchengemeinderat gewählt. Die endgültige Bestätigung ist aber erst erteilt, wenn der Bischof die Zuweisung bestätigt. Und auch dabei muss die Gemeinde wieder einiges im Vorfeld beachten.

Schulz: "Die Wohnsituation für Seelsorger muss vorab geklärt sein. Sie haben nicht nur Residenzpflicht, sondern auch ein Recht auf angemessenen Wohnraum. In unserem Fall sind sowohl Pastorat I wie auch Pastorat II in der Herrenstraße stark sanierungsbedürftig."

Beide Pastorate in Gettorf haben einen Sanierungsstau

Für beide Häuser rechnet der Vorstand mit sechsstelligen Beträgen, um unter anderem die Haustechnik auf den aktuellen Standard zu bringen. "Das kostet Zeit. Und es müssen Kostenpläne aufgestellt und vom Kirchenkreis genehmigt werden", erläutert der Vorsitzende. Man hoffe, das alles bis zum offiziellen Amtswechsel genehmigt und vollzogen sei.

Ins Pastorat Pastorengang wird Frank Boysen mit seiner großen Familie einziehen. Die 300 Quadratmeter in dem 140 Jahre alten Gebäude stehen ihm bei weitem nicht allein privat zur Verfügung. Büro- und Gemeinderaum sowie Archiv nehmen die Hälfte des Altbaus ein.

Kirchengemeinderat Gettorf brauchte zeitlichen Spielraum

Ob der Plan aufgeht, dass Ströh ins frisch renovierte Pastorat Herrenstraße einzieht und dieses weiter im Besitz der Kirchengemeinde Gettorf ist, bleibt noch abzuwarten. "Wir gehen davon aus", sagten alle vier. "Aber finanziell kann die Gemeinde das nicht allein wuppen. So hoffen wir auf eine gute Lösung mit Unterstützung des Kirchenkreises. Zeitlichen Spielraum zu haben, ist wichtig."

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