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Eckernförde Hospiz-Projekt auf der Zielgeraden
Lokales Eckernförde Hospiz-Projekt auf der Zielgeraden
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19:14 28.04.2019
Von Christoph Rohde
Das eingeschossige Hospiz-Gebäude am Gettorfer Lindentor soll sich mit Satteldach und unterteilender Glasfuge in die Umgebung einpassen. Quelle: Architektenzeichnung Büro Mumm
Gettorf

Im Juni ist der erste Spatenstich vorgesehen, ein Jahr später die Fertigstellung. Eine Besonderheit sind zwei Plätze für schwerkranke Kinder.

Neben mindestens acht Plätzen für Erwachsene auch zwei für Kinder einzuplanen, sei etwas ungewöhnlich, bekannte Dr. Friederike Boissevain. Die Internistin im Städtischen Krankenhaus Kiel, die das Projekt mit dem Hospizverein Dänischer Wohld und einer Träger-Gesellschaft ehrenamtlich vorantreibt, ist aber zuversichtlich: „Wir schaffen etwas, was es gesetzlich so bisher nicht gibt.“ Die Krankenkassen seien bereit, über eine Sondervereinbarung zu sprechen. Zusätzlich zu den Bedürfnissen für Erwachsene an ihrem Lebensende sollen auch kindgerechte Strukturen aufgebaut werden.

Bürgermeister hofft auf Grünes Licht vom Ministerium

Skepsis kommt offenbar noch aus dem Sozialministerium. „Von dort wird unser Engagement ein wenig mit der Handbremse begleitet“, bedauerte Gettorfs Bürgermeister Hans-Ulrich Frank. Doch er verbreitete Optimismus: „Wir rechnen in den nächsten Monaten mit grünem Licht aus dem Ministerium.“ 

Zusätzlicher Rückwind könnte von Daniel Günther kommen. Der Ministerpräsident hat die Schirmherrschaft für das Hospiz-Projekt übernommen. Die Finanzierung der benötigten 3,1 Millionen Euro steht weitgehend: Neben dem Land und der Stiftergemeinschaft Förde Sparkasse beteiligen sich die Gemeinden im Wohld mit über 500<VG>000 Euro. 

Gemeinden geben dem Hospiz-Projekt Rückhalt

Sie stehen fest hinter dem Hospiz: Sebastian Baltz, Bürgervorsteher von Altenholz, sprach von einer „großartigen Idee, die von Anfang an parteiübergreifend wohlwollend begleitet wird“. Sönke-Peter Paulsen (Amt Dänischenhagen) nannte das Projekt eine Erfolgsgeschichte. Und Jens Krabbenhöft (Amt Dänischer Wohld) lobte, dass „in kurzer Zeit enorm viel passiert ist“. Den Rückhalt in den Kommunen bezeichnete Boissevain als „einmalig“. Statistisch unterstütze jeder Einwohner den Bau mit 14,20 Euro, dankte sie den Gemeinden. „Das hat enorme Strahlkraft auch für die öffentlichen Träger.“

Die Pflegekräfte im Hospiz sollen über die DRK Schwesternschaften Kiel angestellt werden. Oberin Maria Lüdeke wies darauf hin, dass sich die Schwesternschaft seit 2009 stark in der ambulanten palliativen Versorgung von Menschen aller Altersgruppen engagiert. Viele Schwestern würden im Kieler Hospiz arbeiten. „Die Aufgabe ist uns nicht fremd.“ Leiterin des künftigen Hospizes im Wohld soll Barbara Lehmann werden. Die ausgebildete Kinderkrankenschwester ist derzeit in der Führung des SAPV-Brückenteams (spezialisierte ambulante Palliativversorgung) tätig, das sich um todkranke Kinder in ganz Schleswig-Holstein kümmert. Sie begrüße es sehr, dass in Gettorf jetzt auch zwei stationäre Plätze im Land für Kinder aufgebaut werden könnten, sagte sie.

Eingeschossiges Gebäude soll sich ins Umfeld einpassen

Der im Gesundheitsbereich erfahrene Architekt Uwe Mumm, der die bisherigen Vorarbeiten ehrenamtlich geleistet hat, erläuterte die Konzeption des Hauses: Trotz der 1000 Quadratmeter Nutzfläche passe sich das eingeschossige Gebäude mit Satteldach und unterteilender Glasfuge in das umgebende Wohngebiet ein. Neben den zehn Bewohnerzimmern wird es einen großen Aufenthaltsraum geben, einen Schulungsraum, Angehörigenzimmer und einen Dachgarten. Erwachsenen- und Kinderbereich lassen sich mit einer Glastür trennen.

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