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Eckernförde 850 Soldaten stehen unter neuem Kommando
Lokales Eckernförde 850 Soldaten stehen unter neuem Kommando
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19:14 02.07.2018
Von Tilmann Post
Flotillenadmiral Christian Bock (vorn) übergab am Montag das Kommando des 1. U-Bootgeschwaders von Fregattenkapitän Lars Johst (hinten, links) an Fregattenkapitän Timo Cordes (hinten, rechts). Rund 300 Soldaten waren dazu angetreten. Quelle: tilmann Post
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Eckernförde

Lars Johst (46) führte das Geschwader mit insgesamt rund 850 Soldaten, sechs U-Booten, drei Flottendienstbooten und einem Tender seit April 2013. In seine Zeit als Kommandeur fielen unter anderem die Übergabe von „U36“ in den Dienst der Marine und die deutsch-norwegische U-Boot-Kooperation. Im Oktober 2015 übernahm Johst zudem für vier Monate das Kommando über das deutsche Einsatzkontingent Unifil.

„Katastrophe allererster Güte“

Während der Übergabe am Montag war jedoch auch häufig von der „Materiallage“ die Rede, denn während Johsts Führung kam es auch zu einem Rückschlag: Alle sechs Unterwasser-Einheiten fielen aus. Der Grund dafür war in erster Linie der Ersatzteilmangel.

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Während im Jahr 2017 zunächst mit zahlreichen Manövern und Ausbildungsfahrten erfolgreich anlief, „sahen wir uns auf einmal ohne ein einsatzbereites U-Boot dastehen“. Das sei eine „Katastrophe allererster Güte“ gewesen. Gleichzeitig habe sich die Personallage nicht verbessert. Johst sprach von „stürmischer See“, eine hohe Belastung für die Geschwaderangehörigen.

Drei U-Boote warten auf die Reparatur

„Inzwischen ist ein Silberstreif zu erkennen“, sagte Johst. Das Geschwader habe höchste Priorität beim Personalaufbau in der Marine. Der Fregattenkapitän sei zuversichtlich, „am Jahresende wieder drei Boote im Regelbetrieb zu haben“. U31 und U36 befinden sich derzeit in Instandsetzungsnacharbeiten. Ein drittes erreicht diesen Status bald.

Drei weitere U-Boote warten indes noch auf ihre Reparatur. Trotz allem rief er seinen Kameraden zu: „Zeigen Sie gerne den Waffenstolz, ein Teil des 1. U-Bootgeschwaders zu sein, falls man Sie noch einmal schief von der Seite auf die Materiallage ansprechen sollte.“ Die Soldaten könnten stolz auf ihre Leistungen sein.

Neuer Kommandeur kennt Eckernförde gut

Fregattenkapitän Timo Cordes (42) übernahm einen Verband, der ihm recht bekannt ist. Von 2013 bis 2015 war er bereits stellvertretender Kommandeur. Außerdem kennt Cordes den Marinestützpunkt Eckernförde aus seiner Zeit, als er selbst auf U-Booten fuhr. Zunächst als Wachoffizier auf U29 und U16 (2002 bis 2005), später als Kommandant auf U23 (2009 bis 2010). Nun liege sein „Fokus darauf, die Einsatzbereitschaft personell und materiell wieder deutlich zu erhöhen“, sagte Cordes.

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