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Eckernförde Altenholz feiert Duke Ellingtons Werk
Lokales Eckernförde Altenholz feiert Duke Ellingtons Werk
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17:35 17.06.2019
Von Cornelia Müller
Duke Ellingtons "Sacred Concert" im Eivind-Berggrav-Zentrum Altenholz war eine Herausforderung für alle Mitwirkenden, die alle Künstler meisterhaft bewältigten. Stepptänzerin Cordula Decker aus Hamburg lieferte ihren musikalischen Beitrag mit den Füßen - im atemberaubenden Tempo, mit ausgefeilter Dynamik. Quelle: Cornelia D. Mueller
Altenholz

Dinge verbinden, Gegensätze aufheben, das große Unfassbare im Herzen haben und Ausdruck in jeder Form geben: Der einflussreiche Meister des amerikanischen Jazz brachte in seinem Spätwerk sakrale Musik aus den Kirchen mit Klängen des Swing und Jazz zusammen. Dennoch schrieb Duke Ellington (1899-1974) seine drei "Sacred Conerts", die "Heiligen Konzerte", niemals auf.

Was könnte passender sein, als den damals revolutionären musikalischen Versuch in ein Jubiläumskonzert für das 50 Jahre alte Eivind-Berggrav-Zentrum in Stift zu wählen? Schließlich ist dieser Betonbau mit viel Symbolik aus ähnlichem Geist geboren.

Stifter Kantorei und Bigband steigen in Altenholz sanft in den Dialog ein

Kantorin Susanne Schwerk hat ihre Sängerinnen und Sänger für das die Künstler fordernde Werk glänzend fit gemacht. Die Bigband Jazzigs mit Musikern aus dem Kieler und Neumünsteraner Raum und die Kantorei treten am 15. Juni vor ausverkauftem Saal in den ersten Minuten so selbstverständlich wie sanft in den Dialog, dass sich schon bei "Praise God" leichtes Gänsehautkribbeln einstellt.

Kurzer Einstieg mit Choralklang, und schon überführt der Eingangssatz der ersten Textstrophe "Lobt Gott mit dem Klang der Trompete" in samtigen Swing. "And dance!", endet Klangbild eins. In zehn solcher Abschnitte haben John Hoybye und Peder Pederson Ellingtons Werk gegliedert, als sie die drei "Sacred Concerts" 1993 in eine Fassung mit Noten überführten.

Tanze! Stepptänzerin Cordula Decker aus Hamburg steppt auf dem kleinen Podest nicht einfach. Im Zusammenklang mit Chor und Band oder Solo macht sie Musik mit den Füßen. Wer sich gefragt hat, ob sich so ein Staccato auch noch einfügt in den vermuteten Spagat der Genres, kann jetzt nur staunen.

Stepptanz und Jazz-Stimme reißen Publikum in der Kirche Altenholz hin

Fast möchte man schon vorab die Luft anhalten, weil Tempi, Präzision, auf- und abschwellende Dynamik atemberaubend sind. Piano, Crescendo, Piano, Forte, Fortissimo. Beifall brandet über die Bühne. Bravo-Rufe.

Unter die Haut geht Katharina Schwerks Jazz-Stimme. Variationsreich von glockenhell über kristallklar bis weich und dunkel lotet sie den Inhalt, der Ellington wesentlich war, aus: Dahin schmelzen in Liebe des Höheren, die der Künstler auf die menschliche Ebene im Musikclub, in der Bar herunter brach. In Freiheit des Geistes nach Sternen greifen. Das Majestätische feierlich und sakral ausdrücken.

Duke Ellingtons "Sacred Concert" wird zum Geschenk fürs Eivind-Berggrav-Zentrum

Die Sängerin, Tochter der Kantorin und gerade im Abschluss des musikalischen Studiums in Lübeck und London, bezaubert solo wie im Chor. Die Solisten der Bigband unter Leitung von Uli Eichmann, bekommen genauso verdiente Ovationen schon zwischendurch.

Nach gut einer Stunde ist das Überraschungsgeschenk für Kirchengemeinde und Publikum ausgepackt. Bis zur letzten Sekunde war das spannend, jedes Teil hat unbändige Neugier aufs Nächste geweckt. Da gibt es jetzt kein Halten mehr. Das Publikum steht, ruft, applaudiert frenetisch.

Die Zugabe ist Wiederholung aus dem eigenwilligen wie zauberhaften Arrangement - und irgendwie doch anders als das, was gerade eben aufgeführt wurde. So ein gehaltvolles Projekt galant und mit gefühlter Leichtigkeit aufzuführen, ist Kunst.

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