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Eckernförde Kitas bringen Gemeinden dauerhaft in Not
Lokales Eckernförde Kitas bringen Gemeinden dauerhaft in Not
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12:34 16.01.2019
Von Cornelia Müller
Da hilft nach Überzeugung der Gemeinden auch keine Rechnerei: Die wachsenden Kosten für die Kinderbetreuung lassen mit dem bisherigen Finanzierungssystem und Landeszuschüssen nicht langfristig in geordnete Bahnen lenken. Quelle: Jens Büttner
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"Der Kindergarten mit 67 Plätzen kostet Tüttendorf im Jahr 2019 649600 Euro. Davon tragen die Gemeinde 43,3 und die Eltern 29,3 Prozent. Das Land trägt nur 27,4 Prozent", fasst Wolfgang Kerber (WdGT) aus Tüttendorf zusammen.

"Die Personalkosten fressen davon 569400 Euro auf. Das planerische Defizit unserer Kita beträgt jetzt 281000 Euro. Unser Gesamtetat hat aber nur ein Volumen von 2,1 Millionen Euro."

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Felm trägt 43 Prozent der Kosten für die Kita mit 60 Plätzen, das Land 26 Prozent. Die Eltern bezahlen 31 Prozent. Der Etat 2019 weist 634000 Euro für die Kita aus, davon sind 550000 Personalkosten. "Und unser Haushaltsvolumen liegt bei zwei Millionen Euro", sagt Friedrich Suhr (CDU) aus Felm.

"Man muss endlich fair miteinander umgehen"

"Wenn das Land Kindergarten auch als Bildung begreift, muss es wie an Schulen die Personalkosten tragen. Die Sachmittel wären dann unsere Sache. Man muss endlich ehrlich miteinander umgehen", fordern die Politiker. "Die Eltern verstehen unsere Not."

2019 gibt das Land für ganz Schleswig-Holstein 20 Millionen Euro für die laufenden Kitakosten dazu, 2018 waren es 15 Millionen. Bis 2022 werden es insgesamt 135 Millionen Euro sein. Hinzu kamen einmal 30 Millionen Euro Ausgleich landesweit, die für die Betreuung der Kinder im Krippenalter nachträglich flossen.

Das klingt gewaltig. "Davon hat Felm 2018 knapp 12000 Euro bekommen. Damit können wir nicht einmal die Personalkostensteigerungen decken", klärt Suhr auf. "Der Ausgleich für das Krippenangebot in der Vergangenheit beträgt 22000 Euro."

Streichen können Felm und Tüttendorf nichts aus dem Etat

Kerber: "In Tüttendorf sind es 12300 Euro und rückwirkend 26300 Euro. Die wachsenden Aufgaben der Kitas entstehen in den Köpfen der Landespolitiker – und wir sollen alles umsetzen und dafür großenteils aufkommen." Können die Gemeinden etwas aus ihren Haushalt streichen, um Defizite aufzufangen?

Suhr: "Nein. Wir konzentrieren uns auf Pflichtaufgaben. Wir dürfen weder Sachkosten der Schule einsparen, noch den Brandschutz oder Straßen- und Abwassernetz vernachlässigen. Und bevor wir Ausgaben planen, sind in Felm schon 600000 Euro Kreis- und Amtsumlage fällig. Das Haushaltsloch beträgt jetzt 147000 Euro."

Nach Angaben des Amtes Dänischer Wohld widmen die acht Gemeinden nur noch zwei Prozent ihrer Haushalte freiwilligen Aufgaben. Das sind zum Beispiel Zuschüsse an Vereine und besondere Projekten.

Das ganze Interview lesen Sie im E-Paper und in der gedruckten Ausgabe der Kieler Nachrichten von Mittwoch, 16. Januar 2018.

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