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Eckernförde Vertreibung aus dem eigenen Haus?
Lokales Eckernförde Vertreibung aus dem eigenen Haus?
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15:17 27.08.2018
Von Cornelia Müller
Dauerwohnen im Wochenendhausgebiet: Seit Jahrzehnten war es im In‘t Holt in Lindhöft (Gemeinde Noer) still geduldet. Jetzt greift der Kreis durch und will die B-Plan-Regelungen umgesetzt sehen. Die Bewohner hoffen noch auf eine Legalisierung. Quelle: Cornelia D. Mueller
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Noer

Das seit Jahrzehnten zur Dauerbleibe von 30 Noerer Bürgern gewachsene Gebiet ist nämlich Wochenendhäuslern vorbehalten. Der Kreis verlangt jetzt, dass die Jahrzehnte unbehelligten Eigentümer ausziehen.

Ingeborg Singendonk (75) und ihr Partner Rolf Kläschen (78) wirken gefasst. Das aber nur, weil sie sich „nicht wirklich vorstellen können, dass man uns aus dem eigenen Haus vertreibt“. Das Paar wohnt seit 2004 dauerhaft hier - wie damals schon etliche andere In't Holter.

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Im Frühjahr 2018 kontrollierte die Bauaufsicht die Grundstücke

Im Frühjahr 2018 hatte die Aufsicht bei allen Eigentümern geprüft, ob sie die Häuser nur zeitweise oder dauerhaft bewohnen. Die Hälfte der Häuser in dem 1960 ausgewiesenem Wochenendhausgebiet fiel durch.

Heute ist der Begriff "Wohnen und Erholen" eine Kategorie im Baurecht. "Wenn die Gemeinde jetzt so ein Gebiet ausweisen würde, könnten wir hier alle weiterhin wie bisher wohnen,“ ist Singendonk überzeugt. 2008/09 hatte der B-Plan aber das reine Wochenendwohnen festgelegt.

Auswirkungen hatte das bisher nicht. Von Gemeindeseite sei nicht geplant oder gewollt, dass die Bürger aus dem In’t Holt auszögen, hieß es sogar in einem Protokoll der Bewohner nach der entscheidenden Sitzung 2009.

Bürgermeisterin sieht keine Chance auf Legalisierung im B-Plan

Die heutige Bürgermeisterin Sabine Mues (CDU) dazu: „Wir meinten damals, dass wir selbst nichts unternehmen. Die Aufsicht obliegt ja dem Kreis. Allen musste aber klar sein, dass das ein Damoklesschwert ist.“

Die Bitte, heute ein „Sondergebiet Wohnen und Erholen“ in den B-Plan zu schreiben, laufe ins Leere. „Die Gemeinde darf das aufgrund der Lage der Siedlung gar nicht."

Auch der Kreis macht keine Hoffnung auf ein Sondergebiet

Die Bauaufsicht bekräftigt, hinsichtlich Dauerwohnen könne aufgrund des B-Plans keine nachträgliche Genehmigung erfolgen. Die Umnutzung von Wochenendhäusern der „Splittersiedlung im Außenbereich" zu Dauerwohnsitzen sei aber auch früher nie genehmigungsfähig gewesen.

Wie es weitergeht, ist unklar. Mues: „Wir haben am 10. September Einwohnerversammlung. Ich denke, dass man maximal Härtefallregelungen erreicht.“

Cornelia Müller 26.08.2018
Cornelia Müller 26.08.2018
Jan Torben Budde 26.08.2018