Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Eckernförde Handballer arbeiten an Notfallplan
Lokales Eckernförde Handballer arbeiten an Notfallplan
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
18:43 20.12.2019
Von Kerstin von Schmidt-Phiseldeck
Auch das Spitzenteam des TSV Altenholz, die Drittliga-Handballer um Trainer André Lohrbach, ist betroffen: Es trainiert mindestens einmal pro Woche in der Kreishalle. Die ist jetzt erst mal gesperrt - mindestens, bis Messungen erfolgt und ausgewertet sind. Die Verwaltung rechnet damit frühestens in der dritten Januarwoche. Quelle: Uwe Paesler
Anzeige
Altenholz

2001 war die Halle im Ortsteil Stift, neben dem Schulzentrum, mit Matten aus künstlichen Mineralfasern (KMF) gedämmt worden. Sehr wahrscheinlich handelt es sich um sogenannte glasige WHO-Fasern, die vor allem im Wartungsbereich der Halle in hoher Konzentration vorliegen könnten.

WHO-Fasern können Krebs verursachen

Der Name geht zurück auf eine Untersuchung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit Blick auf Krebsgefahr. WHO-Fasern können aufgrund ihrer sehr feinen, länglichen Struktur bis tief in die Lunge eindringen und Krebs verursachen. Wie berichtet, hat die Gemeinde bereits Kontakt zu mehreren Büros aufgenommen, um so schnell wie möglich zu ermitteln, ob die Halle belastet ist. Dazu gehört auch der Verdacht auf Schimmelpilzbefall. 

Während der Ausfall der Kreishalle für das Gymnasium, das dort Schulsport betreibt, nicht so gravierend ist, steht die Handballabteilung mitten in einem organisatorischen Kraftakt. Noch ist unklar, ob die benachbarte Edgar-Meschkat-Halle als Ausweichquartier ausreicht, erklärt der Vereinsvorsitzende Rolf Lorenzen.

Weitere Ausweichquartiere möglich

Sonst wird auch über die beiden Hallen an der Claus-Rixen-Schule in Klausdorf nachgedacht, oder das Vereinsheim. Dort gibt es oben zwei Multifunktionsräume, die derzeit für Yoga genutzt werden. Womöglich müsse man aber auch andere Vereine ansprechen – so wie man in diesem Jahr auch dem MTV Dänischenhagen ausgeholfen habe.

Von 15.30 Uhr bis 22 Uhr nutzt der TSV Altenholz normalerweise wochentags die Kreishalle. Zwar ist das kommende Wochenende spielfrei, erklärt Handball-Obfrau Conny Blachnich. Doch schon am 2. Januar startet das Training wieder, am 4./5. Januar sind Punktspiele angesetzt. Und in der Edgar-Meschkat-Halle trainieren ja auch andere TSV-Sparten. Ziel sei es, dass am vierten Advent „der Notfall-Trainings- und Spielplan steht“, erklärt Conny Blachnich.

Sportler hoffen, dass keine Schadstoffe gefunden werden

Doch bei der Umplanung gibt es viel zu bedenken: „Zum Beispiel, welcher Trainer wann kann.“ Die TSV-Teams hätten aber entspannt reagiert, einige würden auch auf einen Trainingstermin verzichten. Alle engagieren sich ehrenamtlich für die Sache, erklärt sie: „Aber so was passiert ja auch nicht so oft.“ Sie ist froh, dass die Messungen unternommen werden und hofft natürlich, dass nichts gefunden wird: „Ein bisschen mulmig ist mir schon.“ 

Sebastian Offt, Trainer der zweiten Männermannschaft des TSV Altenholz, kann noch nicht viel zu den Auswirkungen der Sperrung sagen. Denn noch ist ja nicht klar, wie lange die Halle gesperrt bleibt. Seit Dienstag hat sein Team aus der Landesliga Süd spielfrei, doch am 2. Januar geht es weiter mit dem Training. Die Schadstoffmessungen sieht er „noch entspannt“: Schließlich wisse man noch nicht, ob und was dabei herauskommt.

Henning Berger trainiert die am höchsten spielenden Handballerinnen, das Team ist Tabellenführer in der Oberliga. Deshalb hofft er, dass seine Frauen nicht nur in den Ferien, sondern auch danach weiter in der Edgar-Meschkat-Halle trainieren können, in der sie auch ihre Punktspiele absolvieren. Der Umzug habe natürlich zu Unruhe geführt – nicht aber die Nachricht, dass die Halle möglicherweise mit Schadstoffen belastet ist: „Da warten wir erst mal ab.“

Langfristiger Ausfall wäre "Katastrophe"

Badminton-Sportwart Sascha Plietzsch ist indirekt vom Ausfall der Kreishalle betroffen, da seine Sparte drei Hallenzeiten in der Edgar-Meschkat-Halle nutzt. "Das wird eine schwere Nummer", sagt er zum Kraftakt, vor dem die Handballer gerade stehen. Denn schon jetzt seien ja in Altenholz alle Hallenzeiten belegt. "Wenn das eine langfristige Sache wird, ist das eine Katastrophe!"

Wartungsbereich wohl hoch belastet

Bei der Sanierung der Halle im Jahr 2001 war die gesamte Decke mit Folie verklebt worden, erklärt der Altenholzer Bauamtsleiter Roland Dürrbaum. Mit dem „Blower-Door-Test“ wurde damals getestet, dass das Gebäude dicht war. Wo Fasern womöglich aus dem wohl hoch belasteten Wartungsbereich in die Sporthalle eindringen könnten, sei im Bereich der Trennwände. Diese sind oben in den Aufbauten verankert und können rauf- und runterfahren.

Mehr Nachrichten aus der Region Eckernförde lesen Sie hier.

Schlamassel für den Gettorfer Turnverein: Die Gemeindevertretung Gettorf hat Mittwochabend hinter verschlossenen Türen den mehrfach nachgebesserten Plan für ein GTV-Haus auf ihrem Erbpachtgrundstück durchfallen lassen. Der Neubau an der Stelle ist gestorben, die erhofften Zuschüsse sind futsch.

Cornelia Müller 20.12.2019

Weihnachtskonzerte müssen nicht zwangsläufig prall und schillernd wie ein aufgetakelter Tannenbaum ausfallen. Das Collegium Vocale Dänischer Wohld bewies am Mittwochabend in der St.-Jürgen-Kirche Gettorf, dass Feinheit und Nuancen in der Adventszeit guttun.

Cornelia Müller 20.12.2019

Die Stadtwerke Eckernförde heben den Strompreis an. Mit der Erhöhung um 3,5 Prozent zum 1. Februar folgt das Unternehmen dem Beispiel zahlreicher Versorger in Schleswig-Holstein, deren Preisänderungen bereits einen Monat früher greifen. Die Gaspreise bleiben in Eckernförde hingegen stabil.

Tilmann Post 20.12.2019