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Eckernförde Polizei setzt auf das Finanzamt
Lokales Eckernförde Polizei setzt auf das Finanzamt
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17:23 18.01.2019
Von Christoph Rohde
Wunsch-Domizil für die Unterbringung von Schutz- und Kriminalpolizei: das Finanzamt. Ob es 2020 frei wird, ist allerdings unklar. Quelle: Christoph Rohde
Eckernförde

„Doch das wird wohl nicht zu halten sein“, sagte Kripo-Leiter Frank Röckendorf Donnerstagabend im städtischen Hauptausschuss. Nach seinen Informationen ist bislang noch nicht geklärt, wo die letzten noch verbliebenen Mitarbeiter des Finanzamts in Eckernförde unterkommen, da am künftigen zentralen Standort Schleswig der Platz knapp sei. Dennoch hält die Polizei eine Zusammenlegung ihrer beiden Bereiche weiterhin für dringlich. Durch die getrennte Unterbringung von Schutzpolizei in der Gerichtsstraße und der Kripo in der Schleswiger Straße komme es zu Reibungs- und Informationsverlusten, sagte Röckendorf.

"Derzeit fahren wir 20 Prozent unter Normalbesetzung"

Sorgen bereitet dem Kripo-Chef auch die dürftige Kraftfahrzeug-Ausstattung seiner Dienststelle sowie Personalmangel durch Erkrankungen und Versetzungen. „Derzeit fahren wir 20 Prozent unter der Normalbesetzung“, sagte Röckendorf. Für Straftäter bedeutet das allerdings nicht, dass sie in Eckernförde ruhige Zeiten haben. 2017 lag die Aufklärungsquote bei guten 61 Prozent und damit 8,4 Prozentpunkte höher als im Kreisgebiet. Neue Zahlen durfte der Kripo-Chef zwar noch nicht nennen, da die aktuelle Landesstatistik erst im März veröffentlicht wird. Nur soviel: „2018 hat es bei uns keine allzu großen Veränderungen gegeben.“

Unauffällig in der Kriminalstatistik sind die Flüchtlinge

Einfache Diebstähle wie Ladendiebstähle haben nach wie vor einen großen Anteil an den Straftaten. Oft sind es gewerbsmäßige Banden aus Osteuropa, die die statistischen Zahlen nach oben treiben. Erst am Dienstag hatten vier eingereiste Georgier erfolglos versucht, in einem Eckernförder Aldi-Markt Zigaretten im größeren Stil zu entwenden. „Einen Täter konnten wir festnehmen, drei weitere ermitteln“, berichtete Röckendorf. Unauffällig sind dagegen die Flüchtlinge in der Kriminalstatistik. „Da müssen wir uns keine Sorgen machen.“ Bevorzugtes Stehlgut sind neben Tabakwaren insbesondere Rasierklingen, Alkoholika und Parfum.

Wohnungseinbrüche haben abgenommen

Rückläufig sind Wohnungseinbrüche in Eckernförde. Zehn waren es 2017, sechs im vergangenen Jahr, darunter eine Versuchstat. „Hier trägt die Präventionsarbeit der Polizei offenbar Früchte“, sagte Röckendorf. Nach wie vor hat die Kripo mit Betrugsfällen an älteren Menschen zu tun. So hatte es in den vergangenen Tagen mehrere Anrufe in Eckernförde und Altenholz von falschen Polizeibeamten gegeben. Oft steckten nach Recherchen der Beamten Callcenter in der Türkei dahinter, die Telefonlisten regelrecht abarbeiteten. Auch in der Internet-Kriminalität aus dem Ausland habe es 2018 eine „deutliche Steigerung“ gegeben.

Keine signifikanten Schwerpunkte bei Delikten

Dennoch: In der Relation sei das vergangene Jahr in Eckernförde „recht bis sehr sicher“ gewesen, bilanzierte Polizeirevier-Leiter Ralf Lohmeyer. „Bei uns brennt nicht jeden Tag ’ne Hütte.“ Zwar passiert in Eckernförde, was auch in Großstädten passiert – „nur weniger“. Es gebe sowohl von Delikten als auch von den Örtlichkeiten her keine signifikanten Schwerpunkte, erläuterte Lohmeyer.

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