Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Eckernförde Bilder eines feinsinnigen Beobachters
Lokales Eckernförde Bilder eines feinsinnigen Beobachters
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:31 11.07.2019
Von Christoph Rohde
100 Werke aus vier Jahrzehnten - Falko Windhaus stellt in der Galerie 66 aus. Quelle: Johannes Rehorst
Eckernförde

Es war kein leichter Angang für ihn. „Es ist sehr schwierig, eine Ausstellung über eigene Arbeiten zu arrangieren“, gesteht Falko Windhaus. Er, der von sich selbst wenig Aufhebens macht, dafür lieber die Kunst sprechen lässt, hielt die Zeit aber für reif, nach zehn Jahren wieder „einen Falko“ zu präsentieren. Es werde die letzte Ausstellung von seinen Werken sein, die er selbst kuratiere, sagt der 65-Jährige. „Sie ist ein Lebenszeichen, dass ich noch da bin.“

Über 100 Werke - Zeichnungen, Malerei, Objekte - sind zu sehen

Für die umfassende Bilderschau hat Windhaus nicht nur ins Archiv gegriffen. Er zeigt auch jede Menge neue Arbeiten. „Die Älteste ist von 1974, die Aktuellste entstand gerade eben erst“, verrät er. Über 100 Werke sind es, die er in der Galerie 66 versammelt, darunter Zeichnungen, Malerei und Objekte. Sind es auch scheinbar sich immer wiederholende Sujets, die er behandelt, so liegt gerade in der Vertiefung der Themen, in dem Ausloten immer neuer Varianten der besondere Reiz seiner Kunst.

Bekannt sind beispielsweise seine Stühle. Die stehen nicht einfach nur da, sie kommunizieren miteinander. Ja, sie verhalten sich, künden von denjenigen, die auf ihnen gesessen haben. „Ich beobachte Menschen und erzähle von ihnen“, sagt Windhaus. Die reduzierte Gestik, auf den Stuhl übertragen, wird deutlich wahrgenommen. Die aufs Wesentliche konzentrierten Sitzmöbel sind für den Künstler wie die Schauspieler eines Dramas. „Ich arrangiere mit ihnen Szenen und mögliche Ereignisse.“

Treten seine Fische im Schwarm auf, schwimmt einer gegen den Strom

Mitunter kombiniert Windhaus auch seine Themen. Die Fische, die über die Leinwände fließen, hängen plötzlich quer über eine Stuhllehne oder umspielen im Wasser stehende Stuhlbeine. Treten sie im Schwarm auf, schwimmt oft ein Fisch gegen den Strom. So wie Falko, der Mann in Weiß, der sich nicht nur in seiner Kleidung, sondern auch in seiner Kunst dem aufgeregten Geplapper des Mainstreams entzieht.

Er guckt lieber genauer hin bei seinen Seiltänzern, den Gratwanderern des Lebens, oder den roten Häusern, die doch keine Behausung sind. „Es ist spannend, was entsteht, wenn man das im Kopf wälzen kann“, sagt Windhaus. Und er zitiert gern den Naturforscher Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799), der einmal sagte: „Wenn Dein Besonderes nur ein Weniges ist, dann stelle das Wenige besonders dar“.

Schon 1984 zog der Künstler nach Eckernförde

Geboren in Cappel bei Lippstadt, studierte Windhaus später in Bielefeld visuelle Kommunikation mit dem Schwerpunkt Malerei. 1984 zog es den Künstler nach Eckernförde, das seine neue Heimat werden sollte. Hier gründete er mit „Geronimo“ seine erste Galerie, fand sich mit Peter Jochimsen und dem 2007 verstorbenen Zeichner Holger Späth zur Ateliergemeinschaft „Häute“ zusammen, hinterließ seine Spuren in der Treppenhaus-Galerie Mohr und kuratiert inzwischen seit über zehn Jahren die Galerie 66 in der Alten Bauschule (BSIC).

Ausstellungseröffnung „falko ...und neue Arbeiten“ heute um 19.30 Uhr in der Galerie 66, Kieler Straße 78. Es sprechen Galerist Peter Jochimsen und Innenminister a.D. Klaus Buß. Öffnungszeiten bis 15. September: Do-So 11-17 Uhr.

Weitere Nachrichten aus der Region Eckernförde finden Sie hier

Die Tourismuskirche in Eckernförde dreht auf: 50 Veranstaltungen sind in den Wochen von heute bis 11. August geplant. Zwischen Schäferwagenkirche am Strand und St.-Nicolai-Kirche werden Aktionen für Jung und Alt geboten. „Wir wollen Menschen zusammenbringen“, so Urlauber-Pastorin Brigitte Gottuk.

Christoph Rohde 11.07.2019

Gemeinde und Amt Dänischer Wohld bleiben beim barrierefreien Umbau am Bahnhof Gettorf Bittsteller. Groß ist der Frust, dass die Deutsche Bahn die Neugestaltung des Mittelbahnsteigs wieder verschiebt. Das Verkehrsministerium in Kiel appelliert an die DB, auch den zweiten Zugang zu den Zügen schaffen.

Cornelia Müller 11.07.2019

Open Ship auf der "Elbe 1". Deutschlands bekanntestes der ehemaligen bemannten Elbe-Feuerschiffe macht auf seiner Ostsee-Tour erstmals Station in Eckernförde. Noch bis 17 Uhr ist der „schwimmende Leuchtturm“, der bis 1988 Schiffen den Weg in die Elbe wies, zu besichtigen.

Christoph Rohde 10.07.2019