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18:37 14.02.2020
Von Christoph Rohde
„Alles hat seine Zeit“: Metallgestalter Patrick Schloßer gibt seine Schmiede auf Gut Marienthal auf. Quelle: Christoph Rohde
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Eckernförde

Die Sprotte hat ihn bekannt gemacht, sogar in der NDR-Landpartie waren die metallenen Fischchen zu sehen. Schloßer schmiedete sie einzeln oder in Gruppen. Sie tauchten in Kirchenleuchtern auf, wurden zu Taufen verschenkt und zieren die Konzertmuschel im Eckernförder Kurpark. Zuletzt schmiedete er eine große, aufrecht stehende Sprotte, die als Anlaufpunkt für Liebesschlösser begehrt ist und heute – wie beabsichtigt – in einem bunten Schuppenkleid schillert. Weitere Skulpturen beim Ostseegolf sowie ein Wegweiser zu Eckernfördes Partnerstädten tragen seine Handschrift.

Er kreierte den Kieler Seehafen-Preis

Schloßer schuf Leuchter für Kirchen in Hütten und Ellenberg, fertigte repräsentative Tore und Pforten für die schönen Ecken Eckernfördes und kreierte den Port of Kiel „Seehafen-Preis“, der die Form eines Festmacher-Pollers aufnimmt. Der Schmied zeigte aber auch seine metaphysische Seite, gestaltete Engel in vielen Variationen – „ein faszinierendes Thema“, so Schloßer. Mit seinen Metallskulpturen war er auf vielen Märkten in seinem typischen „Da-Vinci-Zelt“ präsent, eine selbsttragende Konstruktion, angelehnt an Entwürfe des italienischen Universalgelehrten. 

Nach fast 20 Jahren gehen die Feuer aus

Gelernt hat Schloßer sein Handwerk in den 1980er-Jahren bei Kunstschmied Thomas Seiler in Winnemark, der für Eckernförde das Fische-Mobile fertigte. Später besuchte er die Fachoberschule für Gestaltung in Kiel und studierte an der Werkkunstschule Hildesheim Produktdesign, bevor es ihn zurück in den Norden, in seine Heimat zog. 2002 machte sich Schloßer mit einer eigenen Schmiedewerkstatt auf Gut Marienthal selbstständig. Doch nach fast 20 Jahren gehen hier die Feuer jetzt aus.

Dem Gestalten mehr Raum geben

Vor allem aus gesundheitlichen Gründen, sagt Schloßer. Den Stäuben und Schweißgasen, die das Schmiedehandwerk trotz Schutzvorkehrungen mit sich bringt, möchte er sich nicht mehr aussetzen. Er hat sich bereits ein Standbein in der „Perspektive Bildung“ geschaffen, in der er als Leiter der Metallwerkstatt Schüler im Rahmen eines Berufsorientierungsprogramms betreut. Zukünftig möchte er zudem beratend als Designer tätig werden und Entwürfe für Objekte gestalten, die dann in Auftrag gegeben werden. Das Gestalten, sagt er, sei seine Leidenschaft. 

Das Werkstatt-Inventar wird verkauft

Werkzeug, Zubehör und Inventar seiner Schmiedewerkstatt sowie Objekte in der Galerie verkauft Patrick Schloßer am Sonnabend, 22. Februar, von 13 bis 18 Uhr auf Gut Marienthal. Ferner ist er mit seiner Schmiedekunst noch einmal auf dem Kunsthandwerkermarkt in Süderschmedeby zu Pfingsten präsent.

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