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Eckernförde Kunstvolles Handwerk in der Weberkate
Lokales Eckernförde Kunstvolles Handwerk in der Weberkate
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16:53 05.07.2019
Von Kerstin von Schmidt-Phiseldeck
Erstmals stellen gleich sechs Kunsthandwerker und Künstler in der Weberkate in Strande aus :(v.l.) Rüdiger Ahlers (Kwilt-Arbeiten), Heike Siebke (Schmuck), Ann-Christin Urbarz (Malerei), Frank Alexy (Eisen und Gold), Dörte Nürnberg (Glas) und Jens Rahn (Keramik). Die Ausstellung beginnt am Sonnabend, 6. Juli. Quelle: Kerstin v. Schmidt-Phiseldeck
Strande

Ausnahmsweise heißt es jetzt statt „Ladies first“ mal „Gentlemen first“ – denn alle drei sind erstmals in der urigen Weberkate in Strande dabei. Wie Rüdiger Ahlers (61) aus Kiel, der in Irland das Quilten lernte. Er betreibt beruflich die Kwiltfactory in der Kiel-Friedrichsorter Festung. Dort verarbeitet er zum Beispiel gesteppte Stoffe für Hotels.

Lässige Poufs und Kunst fürs Sofa

Doch sein Herz brennt auch für eigene Projekte, die praktisch und schön zugleich sind. So hat er nach Strande lässige Poufs zum Sitzen mitgebracht, aus alten Kaffeesäcken, gefüllt mit Dinkelspelze. Und Kunst fürs Sofa – dafür kooperiert er zum Beispiel mit der Kieler Künstlerin Cora Korte.

Die stellt in aufwendiger Hinterglasmalerei Lichtobjekte her. Doch wer nicht ganz so viel investieren möchte, findet ihre abstrakten Motive auch auf gequilteten Kissen von Rüdiger Ahlers. Auch Menschenbilder auf Kissen zeigt er in Strande, nach Motiven des Kieler Studios Kreativkommune.

Eiserne und vergoldete Lichtschalen

Frank Alexy (50) stammt aus Strande, lebt jetzt aber in Dänischenhagen. Der Kunstschmied hat früher viel „für Haus und Hof“ gemacht, zum Beispiel Zäune. Nun orientiert er sich „weg vom Lohnhandwerk“, hin zum Kunsthandwerk. In der Weberkate präsentiert er zum Beispiel einen majestätischen Schwebevogel, der nur mit seinem Schnabel auf einem Stab balanciert. Zudem zeigt er eiserne und vergoldete Lichtschalen, in Anlehnung an alte Blaker – Halter für Kerzen oder Öllampen an der Wand.

Immer wieder überraschend: Raku-Glasur

Jens Rahn (73) hat das Berufsleben als Schulleiter in Neumünster hinter sich gelassen. Der frühere Mathe- und Kunstlehrer widmet sich nun der Keramik und der Bildhauerei. Wobei die Tendenz mittlerweile Richtung Bildhauerei geht, erzählt der Kieler – auch durch die Freundschaft mit dem 2018 verstorbenen Bildhauer Ben Siebenrock.

Jens Rahn, der in der Weberkate fast ausschließlich Keramik zeigt, experimentiert gerne – zum Beispiel mit Bränden. So nutzt er zum Beispiel gerne die aus Japan stammende Raku-Glasur. „Weil die Ergebnisse immer wieder überraschend sind“, erzählt er lächelnd. Neben Objekten wie zarten gegossenen Porzellanbechern und Schalen hat er unterem auch ein freundlich lächelndes Nilpferd dabei.

Anhänger verleihen Ketten neues Aussehen

Heike Siebke (57), Dörte Nürnberg und Ann-Christin Urbarz haben schon öfter in der Weberkate ausgestellt, bringen aber auch diesmal wieder frische Ideen mit. Goldschmiedin Heike Siebke aus Dänischenhagen, die die Ausstellung auch organisiert, zeigt zum Beispiel Ringe mit Opalen, die sie selbst in Australien gesammelt hat. Dazu Bernstein-Objekte in ungewöhnlicher Form.

Natürlich auch wieder ihr Markenzeichen: Ringe, die sich nicht am Finger drehen. Außerdem präsentiert sie Anhänger von klein bis groß, die an Ketten mit Ösen gesteckt werden können und diesen so ein neues Aussehen verleihen. Denn ihr Ziel ist es immer, Besonderes, Einzigartiges zu schaffen.

In Glas einschmolzene Farbe

Auch bei Glaskünstlerin Dörte Nürnberg (85) ist jedes Objekt ein Einzelstück. Diesmal präsentiert die Eckernförderin in der Weberkate neu Schalen, in die die Farbe eingeschmolzen wurde. Dafür ist ein langer Arbeits- und Brennvorgang erforderlich. „Fusing“ heißt dieses Verschmelzen von Flachgläsern. Viel Feinarbeit steckt auch in ihren handbemalten Glasobjekten: In Strande zeigt sie unter anderem Flaschen und Wasserkaraffen. Sie ist immer noch jeden Tag kreativ, erzählt sie: „Es ist mir ein Bedürfnis.“

Leuchtende Landschaftsbilder

Ann-Christin Urbarz (47) stammt aus Strande, lebt mittlerweile auch wieder im Ortsteil Freidorf. Aber 20 Jahre lang lebte die selbstständige Grafikdesignerin und Theatermalerin in Hamburg. Sie stellt zum dritten Mal in der Weberkate aus. Ganz frisch sind zum Beispiel ihre kleinformatigen, leuchtenden Landschaftsbilder mit Motiven aus dem Dänischen Wohld: „Um mich mit meiner alten, neuen Heimat auseinanderzusetzen“, erzählt sie.

Dazu passen – schon ältere – Steilküstenfotos, auf Leinwand gezogen, die fast wie gemalt aussehen. „Ich bearbeite meine Fotos nicht, der Realismus ist mir wichtig“, betont die 47-Jährige. Und natürlich hat die Halbfinnin auch wieder Herzensmotive mitgebracht, von den Samen, die unter anderem im Norden Finnlands leben.

Die Sommerausstellung in der Weberkate, Dänischenhagener Straße, läuft vom 6. bis zum 21. Juli. Öffnungszeiten: Sonnabends und sonntags von 11 bis 18 Uhr, mittwochs von 15 bis 18 Uhr.

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