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Eckernförde Land zeigt Lindau die Grenzen
Lokales Eckernförde Land zeigt Lindau die Grenzen
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22:41 04.04.2019
Von Cornelia Müller
Von der Dorfmitte des Lindauer Ortsteils Revensdorf mit gut gehender Gaststätte und Vereinssitz sind gerade mal anderthalb Kilometer bis zum Gettorfer Ortsschild und knapp zwei Kilometer zum Bahnhof mit halbtündigem Anschluss nach Kiel. Warum der Ort von der Landesplanung immer noch als nicht dem Ordnungsraum zugehörig einsortiert wird, ist dem Amtsausschuss ein Rätsel. Quelle: Cornelia D. Mueller
Gettorf

Für sechs der acht Gemeinden des Amtes – Osdorf, Felm, Tüttendorf, Neuwittenbek, Schinkel, Neudorf-Bornstein – sieht die Fortschreibung des Landesentwicklungsplans (LEP) einen wohnbaulichen Entwicklungsrahmen von 15 Prozent vor.

Um so viel darf der Anteil an Wohnungen oder Einzelhäusern zwischen 2020 und 2030 wachsen. Für Lindau mit den Ortsteilen Revensdorf und Großkönigsförde zieht der LEP die Grenze bei zehn Prozent.

Für Gettorf ist keine Grenze gesetzt, da die Gemeinde das Unterzentrum des Dänischen Wohlds und einer der 130 Zentralorte im Lande ist. 

Lindau ist drittgrößte Gemeinde im Amt Dänischer Wohld

In der noch geltenden Fassung des LEP ist Lindau, mit 1362 Einwohnern drittgrößte Gemeinde im Amt, nicht dem Ordnungsrahmen Kiel zugeordnet. „Das ist nicht akzeptabel“, sagt Amtsvorsteher Jens Krabbenhöft (CDU), Bürgermeister von Lindau, im Namen des Amtsausschusses.

Es sei nicht ersichtlich, warum die Gemeinde, insbesondere der Ortsteil Revensdorf, anders zu behandeln sei, heißt es in dem einstimmig verabschiedeten Papier. Krabbenhöft: „Das gilt besonders für Revensdorf. Wir sind genauso wie Osdorf oder Neudorf-Bornstein einen Steinwurf von Gettorf entfernt.

Ortsteil Revensdorf ist für Pendler nach Kiel besonders interessant

Die Verkehrsanbindung für Pendler nach Kiel ist optimal. Nach dem LEP-Entwurf dürften wir nur noch um 59 Wohneinheiten binnen zehn Jahren wachsen. Diese Grenze wird schnellsten überschritten.“

Knackpunkt: Die Gemeinde selbst wäre schnellstens bei der Ausweisung von Bauland beschränkt. 20 neue Einheiten sieht schon jetzt das ehemalige Raiffeisen-Gelände im Dorfkern vor.

Weitere Wohnungen werden mutmaßlich private Eigentümer, etwa durch Umnutzung landwirtschaftlicher Gebäude, schaffen. „Und dann sind wir schon am Ende mit der gemeindlichen angestrebten Steuerung, obwohl die Nachfrage hoch ist“, betont Krabbenhöft. 

Landesentwicklungsplan widerspricht dem Konzept der Kiel-Region

Mit allen Amtsgemeinden hatte Lindau Anfang 2018 den Kooperationsvertrag für die Förderregion Kiel und Umland unterzeichnet. „Eines der Themen ist die aufeinander abgestimmte wohnbauliche Entwicklung“, erinnert der Amtsausschuss in seiner Resolution. „Dabei wurde die Landesplanung einbezogen.“

Innenminister Hans Joachim Grote (CDU) selbst habe die Kooperation noch hervorgehoben. Die Kiel-Region ihrerseits hat ein regionales Entwicklungskonzept aufgestellt. Ziel: Die Zukunftsfähigkeit der Region steuern, Strategien für die Weiterentwicklung erarbeiten.

„Das Konzept will gewachsene Qualitäten und Infrastrukturangebote weiterentwickeln, die regionale Bevölkerung halten und sich als Zuzugsregion etablieren. Sie will Raum für sich wandelnde Lebens- und Wohnansprüche bieten.“

Innenministerium bleibt noch bei Zuordnung der Gemeinde Lindau

Auf Nachfrage dieser Zeitung verweist das Innenministerium in Kiel auf die jetzt geltende Zuordnung. „Lindau erfüllt die festgelegten Kriterien für die Zuordnung zum Ordnungsraum Kiel nicht“, sagt Sprecher Tim Radtke. Die Zugehörigkeit zu einem Amtsbereich spiele keine Rolle.

Ein wenig Hoffnung bleibt: Die Landesplanung werde bei der Auswertung der aller Stellungnahmen „prüfen und abwägen, ob eine Zuordnung der Gemeinde Lindau zum Ordnungsraum – wie vom Amtsausschuss gefordert – gleichwohl möglich ist“.

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