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Eckernförde Das Windebyer Noor ist zu nährstoffreich
Lokales Eckernförde Das Windebyer Noor ist zu nährstoffreich
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18:48 26.02.2020
Von Christoph Rohde
Vom Wanderweg aus gleicht das Windebyer Noor einer Idylle. Doch das Wasser enthält zu viel Phosphor, was Algenwachstum fördert, die Sicht trübt und die Vegetation unter Wasser beeinträchtigt. Quelle: Christoph Rohde
Eckernförde

Am Beispiel des Mineralstoffs Phosphor, der ein Faktor für das Algenwachstum ist, ging Angelika König vom Seen-Dezernat des LLUR im Eckernförder Umweltausschuss auf die Wasserqualität ein. Zwar hat sich die Phosphor-Konzentration in den vergangenen Jahren spürbar reduziert. Doch veränderten sich Algen und Sichttiefe wenig. König führt das auch darauf zurück, dass bei kräftigen Winden durch die Wasserumwälzung Phosphor aus dem Noor-Grund gelöst wird. So kommt es zu weiterem Planktonwachstum, Eintrübung und die Pflanzen unter Wasser können sich nicht entwickeln.

Algenwachstum begrenzen

König plädiert für eine Halbierung des aktuellen Phosphor-Gehalts im Noor. „Das Gewässer ist viel zu nährstoffreich“, sagt sie. Die Folge: Die Unterwasservegetation des Noores gilt als artenarm, wenngleich vereinzelt auch Rote-Liste-Arten auftauchen, und die Besiedelung endet bei maximal 2,2 Metern Tiefe. Doch welche Stellschrauben gibt es, um die Situation zu verbessern, das Algenwachstum zu begrenzen und das Wasser wieder klarer werden zu lassen? Als eine Möglichkeit nennt König den Ausbau der Kläranlage Friedland, die über die Windebyer Au entwässert. Der Anlage fehlt bislang eine Phosphat-Fällung, durch die der Eintrag von 115 Kilogramm Phosphor pro Jahr theoretisch auf 50 Kilogramm gesenkt werden könnte.

Das Noor süßt langsam aus

Die Hälfte des Einzugsgebiets des Noores sind landwirtschaftliche Flächen, zumeist Ackerland, die auch gedüngt werden. Hier, so die Referentin, ließe sich die Bewirtschaftung optimieren. Ein weiterer Punkt sind die Regenwasser-Ableitungen aus dem Siedlungsbereich. Ein vorgeschaltetes Regenklärbecken würde die Qualität verbessern. Ein anderer Aspekt ist der Salzgehalt des Noores, das bis Anfang des vorigen Jahrhunderts mit der Ostsee verbunden war. Heute liegt der Salzgehalt zehnfach unter dem der Ostsee, das Noor süßt langsam aus.

Wasserstand aktiv regulieren

Nicht nur weniger Nährstoffe, um das Algenwachstum zu begrenzen, auch mehr Salz wäre für das Noor laut König wünschenswert. Einen Beitrag dazu leistet die geplante Nooröffnung. Im Zuge des städtebaulichen Projekts wird der Noorkanal als Verbindung zwischen Noor und Ostsee durch eine Wasserfläche erweitert. Bisherige passive Stemmtore, die sich bei unterschiedlichen Wasserständen öffnen und schließen, sollen durch aktive ersetzt werden. Dazu kommt eine regulierbare Stauwand. Alles zusammen soll einen besseren Austausch zwischen Ostsee- und Noorwasser ermöglichen.

Mehr Salz für die Qualität

Derzeit hat das Noor einen Salzgehalt von 1,8 PSU (Practical Salinity Unit). Bei einer leichten Anhebung des Wasserstands um 13 Zentimeter könnten in eineinhalb bis zwei Jahren sieben PSU erreicht werden. Das, so König, „wäre gut für die Wasserqualität“. Bedenken gab es im Ausschuss hinsichtlich der Vernässung von angrenzenden Kleingärten. König sprach von einer angenommenen Anhebung des Wasserstands. „Wir müssen klären, was für die Anlieger verträglich ist.“

Langfristig steigt der Pegel

Michael Packschies, Leiter der Abteilung für Naturschutz und Landschaftsplanung, wies daraufhin, dass sich Eckernförde generell auf steigende Wasserpegel einrichten müsse. Durch das stete Anwachsen des Meeresspiegels steige auch das Grundwasser und damit der Pegel des Noores – „trotz Stemmtore“. Er sehe keine Chance, so Packschies, das Noor langfristig auf dem aktuellen Niveau zu halten.

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