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Eckernförde Mit dem Tablet aufs Maisfeld
Lokales Eckernförde Mit dem Tablet aufs Maisfeld
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17:55 20.10.2019
Von Jan Torben Budde
Die ausgedruckte Landkarte ist Monitor und GPS-System gewichen: Landwirt Martin Laß (rechts) bespricht die Ernte mit Mitarbeiter Ulf Weinreich, Disponent im Pflanzenbau.  Quelle: Jan Torben Budde
Tüttendorf

Mit Hilfe von Satellitensignalen aus dem All und einem Monitor mit Landkarte im Büro lassen sich Häcksler, Schlepper und Silowagen bequemer koordinieren.

Mit zufriedener Miene blickt Bauer Martin Laß auf den XL-Bildschirm, auf dem Maisfelder und Fahrzeuge stilisiert abgebildet und zu sehen sind. „Die Technik läuft einwandfrei“, freut sich der Wirtschaftsingenieur bei der Premiere.

Erntehilfe auf dem XL-Bildschirm in Tüttendorf

Die Agrar-Monitor-Software kommt in dem Betrieb erstmals zum Einsatz. Bei einer Schulung im Vorfeld verloren selbst Mitarbeiter, die mit der digitalen Welt sonst eher auf Kriegsfuß stehen, ihre Berührungsängste.

Ein reibungsloser Ablauf ist auch notwendig – wie immer, wenn geerntet wird. Es herrscht ein gewisser Zeitdruck. Das selbst gesteckte Ziel lautet, dass die Maisernte innerhalb einer Woche abgeschlossen ist. Immerhin handelt es sich laut Laß um eine Gesamtfläche von rund 320 Hektar in Gettorf und Umgebung.

Mais sollte schnell geerntet werden

Als Unsicherheitsfaktor nennt der Landwirt natürlich das Wetter. „Zuletzt hatten wir keine vier, fünf Tage am Stück stabiles Wetter.“ Ist der Boden zu nass, erschwert das die Ernte, weil die Fahrzeuge auf dem Feld einsacken.

Allzu lang sollte der Mais dort jedoch nicht stehen bleiben. „Irgendwann ist die Pflanze überreif, wird trocken und lässt sich nicht mehr so gut verarbeiten“, erklärt er.

Bei der Ernte sind Häcksler im Einsatz, die den Mais vom Halm schneiden und auch gleich schreddern. Ein Trecker mit Silowagen transportiert das Material ab. Zunächst wird die Silage unter einer Folie gelagert.

Mais landet in der Biogasanlage

Später landet der Mais gemeinsam mit Zuckerrüben, Getreide, Gras, Pferdemist und Schweinegülle in der Biogasanlage am Rabensmoor in Tüttendorf, wo dann Strom und Wärme erzeugt werden. Betreiber ist die Firma Bioenergie Gettorf, deren Gesellschafter Martin Laß und Richard Bonse (Neudorf-Bornstein) sind.

Ernte vereinfachen mit GPS und Tablet

Der Einsatz von GPS und Tablet-PC soll die Maisernte künftig vereinfachen und effizienter machen. „Die Anschaffung zahlt sich aus“, ist Laß von einer Steigerung der Produktivität überzeugt. Etwa 22 Angestellte und Aushilfen packen bei der Maisernte mit an.

Bisher gab es stets eine Lagebesprechung vor einer ausgedruckten Karte. Unterwegs folgten Absprachen per Funk oder Handy. Das klappte nicht immer reibungslos – Funklöcher ließen grüßen. „Mitunter stand man auf der Koppel und musste ewig warten, bis einer ankam“, erzählt Laß, „denn es war unklar, wo die Fahrer genau sind.“

Digital lässt sich leichter disponieren

Das ist nun Geschichte. Auf dem Monitor verfolgt der Landwirt dank GPS-Technik, wo sich die zwei Häcksler und zwölf Schlepper mit Silowagen gerade befinden. Fällt auf einem Maisfeld ein Gespann beispielsweise wegen eines Schadens oder Unfalls aus, lässt sich unkomplizierter als bisher umdisponieren.

Ein weiterer Vorteil: „Ist ein Schlag fertig abgeerntet, sehen die Fahrer auf dem Tablet, wo der nächste Einsatz ansteht“, so Laß. Umwege oder Extratouren sollen somit der Vergangenheit angehören. Der Landwirt rechnet dadurch mit einem geringeren Diesel-Verbrauch und einer Zeitersparnis bei der Ernte. Zugleich dokumentiert die Software noch Erntemenge, Arbeitszeiten und Spritverbrauch.

Auf dem Monitor ist auch das Tempo zu sehen

Ganz nebenbei lässt sich per Mausklick kontrollieren, ob die Treckerfahrer zu stark aufs Gaspedal treten – ein leidiges Thema. Auf dem Monitor sieht Laß, mit welchem Tempo jeder einzelne Schlepper in Gettorf und Umgebung unterwegs ist.

„Dem muss ich nachher ins Gewissen reden“, sagt der Landwirt mit Blick auf den Bildschirm – ein Fahrer hat die interne „Ansage“ missachtet, wonach niemand im Ort schneller als 30 Kilometer pro Stunde fahren soll. Er wolle keinen Ärger mit Anwohnern. Daher hielten sich seine Erntefahrer in der Regel an die Absprache.

„Wenn ein Trecker mit dreiachsigem Silowagen an einem vorbeifährt, wirkt der schneller, als er tatsächlich ist“, stellt Laß klar. Der Bauer werde oft zu Unrecht zum Buhmann. Daher sein Appell an Anwohner: „Gibt es Probleme, darf man mich gern ansprechen.“

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