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Eckernförde Zwischen Opernklang und „Yee-haw“
Lokales Eckernförde Zwischen Opernklang und „Yee-haw“
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14:50 10.11.2019
Im "Haus" herrschte dichtes Gedränge: Wo sonst Disco angesagt ist, verzauberten Sabine Lempelius (Geige, links) und Veronika Schroeren (Akkordeon) das Publikum mit Klezmer-, Tango- und Folkklängen. Quelle: Jan Torben Budde
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Eckernförde

In der Galerie 66 lautete das Motto „Und jetzt alle!“, denn Mitsingen war ausdrücklich erwünscht. „Wir wollten mal einen Abend, an dem wir nicht alles alleine machen müssen“, scherzte Kay Kankowski, Musiklehrer an der Kieler Rockschule-Russee, mit den geschätzt 100 Besuchern. Er hatte sein Ukuleleorchester mitgebracht, das dem Publikum mit Country, Folk, Rock und Schlager einheizte. Zum Einstieg erklang das Stück „Jambalaya“ von Hank Williams. Wer nicht textsicher war, konnte die Liedzeilen von einer Leinwand ablesen. „Ihr müsst die Töne bei geöffnetem Mund herausperlen lassen“, riet Kankowski dem zusammen gewürfelten Chor augenzwinkernd – ganz besonders den eher zurückhaltenden Männer. Es folgten Musikstücke wie „Gut, wieder hier zu sein“ von Hannes Wader oder „Bad Moon Rising“ von Creedence Clearwater Revival. Beim Ukuleleorchester handelt es sich laut dem Leiter um einen „bunten Haufen“, dem Arzt, Lehrerin; Handwerker und sogar Clown angehöre. Mit jedem Lied, das die 14-köpfige Gruppe spielte, stieg die Sangesfreude in der Galerie. Bei der guten Stimmung entfuhr Kankowski ein überschwängliches „Yee-haw“: „Ihr macht das ausgesprochen gut“, lobte der Ukuleleorchester-Chef das Publikum.

Im Restaurant Luzifer bot das Trio Herzensbrecher Nostalgie-Schlager

Der Mix an Veranstaltungen in der Eckernförder Musik-Nacht war so bunt wie die einzelnen Stationen. Im Restaurant Luzifer war das Trio Herzensbrecher mit Nostalgie-Schlagern der 1920- bis 1940er-Jahre „von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“. Während in der St.-Nicolai-Kirche das Ensemble Reflexion K, das sich der Neuen Musik verschrieben hat, poetische Werke intonierte, erinnerte Rainer Beuthel in der Stadthalle mit politischen Liedern an Zeiten des Widerstandes gegen Unterdrückung und Krieg.

„Mortensaften“ (Martinstag) wurde im Medborgerhus gefeiert

An Internationalität mangelte es der Musik-Nacht keineswegs. Wie in Dänemark der „Mortensaften“ (Martinstag) gefeiert wird, darum ging es im Medborgerhus am H.-C.-Andersen-Weg bei Gänsekeule und Rotwein. Knapp 80 Besucher genossen einen geselligen Abend. Sie lauschten Seemannsmusik und Evergreens auf Deutsch und Dänisch, die das Flensburger Duo Moin-Mojn mit Gerhard Strahlendorf (Akkordeon) und Rainer Porsch (Gesang, Gitarre) spielte.

„Bon soir“ hieß es im Eckernförder Künstlerhaus: Publizist Jochem Wolff bescherte gut 70 Besuchern einen französischen Abend. Es war ein fulminanter Auftakt mit Operklängen aus „Orpheus in der Unterwelt“ von Jacques Offenbach. Für die musikalische Untermalung sorgte Thomas Goralczyk (Pianist/Komponist). Ebenso erklangen Werke von Claude Debussy. Für den Komponisten sei die Weltausstellung 1900 in Paris, wo auch Musiker aus New Orleans auftraten, inspirierend gewesen. „Er entdeckte den Jazz.“ Wolff gab einen Einblick in die französische Seele. Der Dramaturg entführte das Publikum ins Varieté Moulin Rouge, wo Tänzerinnen beim Cancan die Röcke hochwerfen und der Champagner literweise fließt. Ebenso ging er auf Algerienkrieg, deutsch-französische Freundschaft und den Großbrand von Notre-Dame in diesem Jahr ein.

Feurige Mischung aus Klezmer, Tango, Folk und Balkanklängen

Dichtes Gedränge herrschte beim Auftritt von Sabine Lempelius (Geige) und Veronika Schroeren (Akkordeon) im Haus. Im rappelvollen Disco-Raum begeisterten die Musikerinnen das Publikum mit einer feurigen Mischung aus Klezmer, Tango, Folk und Balkanklängen. Einige Besucher lauschten mit dem Fuß wippend oder ganz verträumt mit geschlossen Augen. „Sie sind mit so viel Hingabe und Herzblut dabei“, schwärmte Besucherin Bettina Noest aus Eckernförde.

Es war eine abwechslungsreiche Musik-Nacht, wobei auch Freunde von Swing-Klassikern (Galerie 66), Classic-Rock-Hymnen aus den 1970er- und 1980er-Jahren (Siegfried-Werft) oder Songwriter-Rock (Galerie 66) nicht zu kurz kamen.

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Von Jan Torben Budde

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