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Eckernförde Leerstand in der St.-Nicolai-Straße
Lokales Eckernförde Leerstand in der St.-Nicolai-Straße
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12:20 30.07.2019
Von Tilmann Post
Kleine, meist inhabergeführte Geschäfte machen das Flair der St.-Nicolai-Straße aus. Doch inzwischen stehen einige Läden leer, andere haben den Räumungsverkauf eröffnet – wie die Boutique „Linum“ rechts im Bild und „Bella Pastella Concept Store“ gegenüber. Quelle: Tilmann Post
Eckernförde

Eine alteingesessene Unternehmerin verlässt das beliebte Gässchen zwischen Rathausmarkt und Langebrückstraße bereits in den nächsten Wochen endgültig: Susanne Vollert gibt ihr Damenmodegeschäft „Linum“ an der St.-Nicolai-Straße 10 in Eckernförde bis Ende August 2019 auf.

An der Stelle betrieb sie die Boutique seit 2012, das Geschäft gibt es aber bereits seit 2002 in Eckernförde. „Das war eine rein private Entscheidung, die nicht geschäftlich bedingt war“, sagte Susanne Vollert. Das Geschäft sei immer gut gelaufen, wirtschaftliche Gründe haben ihr zufolge keine Rolle gespielt.

Langer Leerstand in Eckernförde ist ungewöhnlich

Während gegenüber auch „Bella Pastella Concept Store“ den Räumungsverkauf eingeläutet hat, gibt es in der Nachbarschaft bereits einen Leerstand über mehr als ein Jahr – ungewöhnlich für die beliebte Nicolaistraße in Eckernförde.

Das Blumengeschäft Colmorgen hatte seinen Betrieb im Haus Nummer 9 schon 2018 eingestellt, seitdem hat sich an dem mit Papier verklebten Schaufenster nicht viel geändert.

„Es gab mehrere Interessenten“, sagte Eigentümer Sven Colmorgen. Gerade erst vor einigen Tagen sei jemand aus privaten Gründen wieder abgesprungen, der in dem rund 90 Quadratmeter großen Laden ein Café oder ähnliches eröffnen wollte. „Plan B läuft aber. Was das für ein Geschäft ist, verrate ich erst, wenn es dingfest ist“, sagte Colmorgen. Er gehe davon aus, dass in naher Zukunft etwas zu sehen sei.

Interaktive Karte: Leerstand in Eckernförde

Reico-Eröffnung noch 2019

Am nördlichen Ende der rund 150 Meter langen Gasse mit vielen inhabergeführten Läden tut sich ebenfalls etwas. Hinter großen Planen wird das Traditionskaufhaus Reico derzeit restauriert. Es soll im vierten Quartal 2019 wiedereröffnet werden.

Nur wenige Häuser weiter ist das Geschäft für Computerspiele „Fair Play“ aus der Nummer 27 ausgezogen, es hat an der Prinzenstraße wieder eröffnet. Dem Eigentümer zufolge gibt es einen Nachfolger zum Jahresbeginn 2020. Es soll sich um ein Geschäft handeln, das bereits jetzt an der Nicolaistraße zu Hause ist.

Dustin Bähnk, Sprecher der Unternehmergemeinschaft St.-Nicolai-Straße, bedauert die derzeitigen Leerstände. Aber: „Die Ladengeschäfte werden sicher schnell wieder vergeben, das Interesse von neuen Betreibern ist groß“, sagte er. Das Angebot sei im Gegensatz zur Kieler Straße zwar klein, aber vor allem durch seine Individualität attraktiv.

Angebot der Nicolaistraße muss ausgewogen sein

Von der Haupteinkaufsmeile aus sei die Gasse für Gäste und Touristen nur leider nicht so leicht zu finden. „Deshalb ist es toll, dass viele Einheimische kommen“, so Bähnk. Aktionen wie das Late-Night-Shopping im Mai und das Green Dinner im September haben sich ihm zufolge jedoch als erfolgreich erwiesen.

Renate Begerow ist ebenfalls aufgefallen, dass sich Leerstände, Räumungen und Geschäftsaufgaben derzeit ballen. „Aber das ist überhaupt nicht negativ. Hier macht sich zumindest keiner Sorgen“, sagte die Inhaberin des Bekleidungsgeschäfts „Classic Line“.

Leerstand in der St.-Nicolai-Straße in Eckernförde. Hier sehen Sie Bilder.

Begerow ist mit ihrem Geschäft eines von rund 20 Mitgliedern der Unternehmergemeinschaft. Wichtig sei, dass die Mischung im Angebot der Nicolaistraße ausgewogen ist. Sie selbst plane nach inzwischen 16 Jahren übrigens auch schon ihren „sanften Ausstieg“, einen Zeitplan gebe es aber noch nicht.

Barrierefreier Ausbau beginnt im Herbst

In einigen Monaten rücken Tiefbauarbeiter an, denn im Verlauf des Herbstes wird das Pflaster der St.-Nicolai-Straße erneuert. Dazu hatte die Ratsversammlung im März nach langer politischer Diskussion grünes Licht gegeben.

Umstritten war, inwiefern sich die zur Mitte gewölbte Pflasterung auch nach dem barrierefreien Ausbau widerspiegeln sollte. Für die Arbeiten sind rund vier Wochen veranschlagt. Die Bauarbeiter gehen abschnittsweise vor. Danach sollen Passanten mit Rollstühlen, Gehstöcken und Rollatoren die Straße gefahrlos und bequem benutzen können. Für den Ausbau wurden 240.000 Euro bereitgestellt.

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