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Eckernförde Buntes Fest für einen wahren Riesen
Lokales Eckernförde Buntes Fest für einen wahren Riesen
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18:03 16.08.2015
Von Cornelia Müller
Ernst-August Westphal aus Kiel-Ellerbek wuchs unter dem Leuchtturm beim Großvater auf. Der war einer der letzten Leuchtturmwärter von Bülk. Westphal hat das alte Areal nachgebaut, wie es 1932 bis 1939 aussah, und es Petra Amelow und ihrem Mann Andreas zum Jubiläum geschenkt. Es bekommt einen Platz in einer Vitrine im Turm. Quelle: Cornelia Müller
Strande

Ein animierter Leuchtturm und ein dreidimensionaler Rückblick ins Jahr 1932, als das 25,60 Meter hohe Leuchtfeuer an der Kieler Außenförde noch rot-weiß war, sind Geburtstagsgeschenke, über die sich Petra Amelow und Ehemann Andreas heute extrem freuen. Zwischen Bühne mit Live-Musik im Rockabilly-Stil von der Band The Greyhounds, Barbecuestand mit extra für sie abgefülltem Leuchtturm-Wein und dem Kuchenstand wuseln sie überglücklich hin und her. Und sie nehmen sich dank fleißiger Helfer Zeit zum Plausch mit Stammbesuchern und Ausflüglern von nah und fern.

 Was es mit dem dreidimensionalen Rückblick auf sich hat, erklärt sein Schöpfer Ernst-August Westphal (83): Die Platte, auf der der Turm thront, ist kein Modell gewordenes Fantasiegebilde. Er hat das maßstabsgetreue Werk in seinem Keller in Kiel-Ellerbek gebastelt. Das Anwesen mit all seinen Nebengebäuden und Anlagen ist genauso nachempfunden, wie es 1932 bis 1939 aussah. „Ich bin hier bei meinem Großvater August Griese, der Leuchtturmwärter war, aufgewachsen. Vor einiger Zeit habe ich alles nachgebaut. Als ich von dem Jubiläum hörte, war klar: Das Modell soll Petra Amelow bekommen.“ Die ist immer noch sprachlos vor Rührung, obwohl Westphal schon ein paar Tage zuvor mit der Überraschung angerückt ist. „Es bekommt einen Ehrenplatz im Vorraum zum Turm“, verspricht der Ehemann.

 Als die Greyhounds pausieren, tönen Akkordeon und Seemannslieder vom Turmbalkon. Der Märchenerzähler und Autor Klaus Michelsen, der zu den oft im Pavillon auftretenden Künstlern gehört, hat sich Besonderes überlegt. Die Gäste erfahren alles rund um das Wahr- und Seezeichen bei seiner musikalischen Führung. Vor allem für Urlauberfamilien ist das ein gelungenes Event. Mancher Gast von weit her fühlt sich allerdings schon so heimisch, dass er den Ausflug die 98 Stufen hinauf nicht mehr braucht. Eva und Willi Weinmann aus Regensburg, die seit 20 Jahren Urlaub in Strande machen und regelmäßig nach Bülk pilgern, tanzen lieber einen Rock’n’Roll. „Bei der Musik wird man mitgerissen“, freuen sie sich. Während das Gros des Besucher sich bei Kaffee, Kuchen und Eis amüsiert und besagten Hauswein flaschenweise als Andenken mit nach Hause nimmt, muss Buchautorin Annemarie Rubinke aus Kronshagen nebenbei ihr neuestes Buch signieren.

 Auch sie ist Gratulantin und gibt wie Michelsen im Winter Lesungen in Bülk. Sie ist in guter Gesellschaft. Auch Gabriele Schreib, Literaturkollegin aus Strande, gesellt sich später dazu. Eine Freundin, die Schreib heute nach 20 Jahren erstmals wiedersieht, hat sie gleich mitgebracht – rechtzeitig zum Start der 150 Ballons, die die Gäste gemeinsam mit guten Wünschen für den Leuchtturm Bülk und seine Hüter gen Himmel schicken.

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