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Eckernförde Mann gesteht Bankraub in Böklund
Lokales Eckernförde Mann gesteht Bankraub in Böklund
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13:30 25.07.2019
In Flensburg begann am Donnerstag ein Prozess wegen schwerer räuberischer Erpressung gegen den Bankräuber von Böklund.  Quelle: Angelika Warmuth/dpa
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Flensburg

Ein 29 Jahr alter Mann hat am Donnerstag zu Prozessbeginn am Landgericht Flensburg gestanden, im Januar eine Bankfiliale in Böklund (Kreis Schleswig-Flensburg) überfallen und rund 14.000 Euro erbeutet zu haben. "Was die Staatsanwältin vorgelesen hat, trifft schon zu", sagte er nach Verlesung der Anklageschrift. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, am 31. Januar dieses Jahres in Böklund (Kreis Schleswig-Flensburg) eine Sparkassenangestellte mit einem Messer mit einer etwa 30 Zentimer langen Klinge bedroht und das Bargeld erbeutet zu haben. Er ist wegen räuberischer Erpressung angeklagt.

Der Angeklagte führte unter anderem seine komplizierte Lebenssituation zu der Zeit für die Tat an. Mit der Mutter seiner zwei Töchter (drei und sieben Jahre) habe er eine On-Off-Beziehung geführt. Zur Tatzeit war das Paar getrennt, wohnte aber zusammen. Viel Geld war nicht da. Man wollte seinen Angaben zufolge nach Berlin ziehen. Die Wohnung in einem kleinen Dorf bei Böklund sei zum 31. Januar gekündigt worden, die Nachmieter hätten schon bereit gestanden. Anders als er seiner Ex-Freundin gesagt habe, habe es aber in Berlin noch keine neue Bleibe gegeben.

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Festnahme erfolgte in Berlin 

Er habe "nicht mehr alles gebacken gekriegt und dann ist das in der Katastrophe geendet", sagte der Angeklagte. Ihm tue das alles sehr leid. Warum er sich für den Überfall entschieden und nicht beispielsweise seine Eltern um Hilfe gebeten habe, könne er nicht sagen. Der Mann wurde am 2. Februar in seiner Geburtsstadt Berlin in einem Hotel festgenommen, wohin er nach der Tat mit seiner Familie gefahren war. Er sitzt in Untersuchungshaft.

Den Entschluss, die Bankfiliale zu überfallen, habe er am Abend vor der Tat gefasst, sagte der Mann. Am Tattag habe er dann eine halbe Flasche Whisky getrunken - "sonst hätte ich den Mumm wahrscheinlich nicht gehabt" -, das Küchenmesser sowie ein Schaltuch eingesteckt und dann seine Tochter zu Fuß nach Böklund zur Schule gebracht. Direkt im Anschluss sei er in die Bank gegangen, habe das Messer gezogen und das Geld gefordert.

Bankangestellte sagte vor Gericht als Zeugin aus

In Schalterraum habe er nichts bekommen, und daher eigentlich gehen wollen, sagte der Angeklagte. Die Bankmitarbeiterin habe ihn dann aber in einen Nebenraum geführt, wo Bargeld lag. Dieses habe er eingesteckt. Von der Beute zahlte er unter anderem Schulden zurück und finanzierte das Hotel in Berlin. Woher das Geld gekommen sei, habe er bis zu seiner Festnahme niemanden erzählt, auch wie viel Geld er eigentlich erbeutet hat, hat er nie nachgezählt. "Ich hab mich zu dem Zeitpunkt einfach nur noch geschämt."

Die Bankangestellte sagte als Zeugin aus, sie habe versucht an Geld zu kommen, dies sei wegen der Sicherheitsvorkehrungen aber nicht so einfach gewesen. Der Mann habe immer wiederholt, er wolle Geld. Und dies auch, nachdem sie zunächst nicht erfolgreich gewesen sei. Sie habe Angst gehabt und ihn deswegen ins Büro geführt, wo das Bargeld lag: "Ich wusste nicht, was ist, wenn ich nichts finde, nicht an Geld komme."

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Von dpa

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