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Eckernförde Ärzte-Streik auch an der Imland-Klinik
Lokales Eckernförde Ärzte-Streik auch an der Imland-Klinik
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18:01 26.04.2019
Von Tilmann Post
Laut Geschäftsführung kommt die Imland-Klinik, hier der Standort Eckernförde, ohne Notdientsvereinbarung durch den Warnstreik. Quelle: Tilmann Post
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Eckernförde

Die Imland-Geschäftsführung gibt sich auf Nachfrage zugeknöpft. "Wir sind weitestgehend ohne Notdienstvereinbarung arbeitsfähig", teilen sie mit. Ob wegen des Warnstreiks am Montag Untersuchungen, Therapien und Operationen abgesagt werden müssen, lassen die Geschäftsführer Anke Lasserre und Hans-Markus Johannsen damit offen.

Der Marburger Bund ruft rund 2000 Ärzte in Schleswig-Holstein zum Warnstreik mit Kundgebung in Kiel auf. Beklagt werden zunehmende Arbeitsbelastung, zu wenige freie Wochenenden und eine hohe Zahl an Überstunden.

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In der Imland-Klinik sind 302 Ärzte tariflich beschäftigt, 57 davon in Eckernförde. Deren Überstunden werden nach "tariflichen Vorgaben abgegolten", so die Geschäftsführung. Für jede Abteilung bestehe eine mit dem Betriebsrat abgestimmte Arbeitszeitvereinbarung.

Arbeitsdichte und Frustrationspegel sind hoch

Unter den Mitarbeitern ist jedoch klar, dass Überstunden auch bei der kreiseigenen Imland-Gesellschaft im ärztlichen und pflegerischen Bereich ein Problem darstellen. Die Arbeitsdichte und damit der Frustrationspegel sind hoch, heißt es hinter vorgehaltener Hand gegenüber KN-online. Das liege besonders im Eckernförder Haus ohne große Abteilungen am kleinen Ärzteschlüssel.

Die Forderung des Marburger Bundes nach nur einem Dienst-Wochenende im Monat sei deshalb schwer zu realisieren. Ein neuer Tarifabschluss könnte die Imland-Klinik in ihrem wirtschaftlichen Konsolidierungsprozess zurückwerfen, wird in Mitarbeiterkreisen befürchtet.

Zuletzt wurde in Eckernförde 2006 gestreikt

Gleichzeitig wird zumindest am Imland-Standort Eckernförde mit einer hohen Streikbeteiligung gerechnet. Das war auch beim jüngsten Ärzte-Ausstand der Fall. "Damals wurde mit einem stark reduzierten Programm gearbeitet", sagt ein Mitarbeiter, der nicht genannt werden möchte. Das ist jedoch bereits knapp 13 Jahre her: Im Juli und August 2006 legten die Ärzte für mehr als drei Wochen die Arbeit nieder.

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