Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Eckernförde Eckernförder erfindet den Schleppr
Lokales Eckernförde Eckernförder erfindet den Schleppr
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:04 20.02.2019
Von Christoph Rohde
Schwere PET-Flaschen-Sixpacks lassen sich mit dem Schleppr, den der Eckernförder Martin Hüdepohl erfunden hat, bequemer tragen. Quelle: Prosieben/Willi Weber
Anzeige
Eckernförde

PET-Flaschen für Mineralwässer und Säfte sind normalerweise in einer Folie zusammengeschweißt, die mit einem Tragegriff versehen ist. Warum also den Schleppr? „Ganz einfach“, sagt Hüdepohl. „Der Griff ist eigentlich nur dafür gedacht, die Flaschen aus dem Regal zu heben. Aber nicht, dass man sie nach Hause trägt.“

Dann nämlich macht sich eine unangenehme Eigenschaft des Plastikgriffbands bemerkbar: Es rollt sich zusammen und schneidet in die Finger. Darüber hatte sich auch Hüdepohl immer geärgert, wenn er seine Einkäufe zu Fuß erledigte.

Anzeige

Mit einem Handgriff lässt er sich entfalten

Der Schmerz in der Hand führte schließlich zum Schleppr. „Meist entstehen Erfindungen aus dem eigenen Erleben heraus“, weiß der 37-Jährige, der sein Geld als Programmierer und Software-Entwickler verdient. Das Tüfteln aber lag ihm schon als Jugendlicher im Blut, als er mit Lego technische Geräte entwarf.

Nun darf es einmal ganz praktisch sein: Der Schleppr ist so klein, dass man ihn immer dabei haben kann, und so einfach, dass er nur aus Gurten mit einem Schulterriemen besteht. „Mit einem Handgriff lässt er sich entfalten“, ist Hüdepohl von seiner Erfindung begeistert. Immerhin: Rund 1000 Exemplare hat er schon verkauft.

Doch wird der Eckernförder auch die Jury von „Das Ding des Jahres“ überzeugen? Jeden Dienstag um 20.15 Uhr stellen sich in der ProSieben-Show zehn Tüftler in fünf Duellen den kritischen Augen der Juroren und dem Urteil des Publikums. Dabei geht es um Alltagstauglichkeit und Chancen auf dem Markt.

Hüdepohl erhofft sich von dem TV-Auftritt vor allem einen größeren Bekanntheitsgrad für sein Produkt. Nach dem Casting in Berlin wurde er zur Aufzeichnung seiner Folge Mitte Januar nach Köln eingeladen. „Ein schönes Erlebnis“, blickt er zurück. „Wie eine Klassenfahrt mit Erfindern.“ Auch das VIP-Gefühl durfte nicht fehlen: „Wir wurden immer gefahren und verpflegt.“

Eine Öko-Variante ist bereits am Start

Als einziges Nordlicht in der Serie traf Hüdepohl vor allem auf Süddeutsche, so wie seine direkten Duell-Partner, drei Ingenieure aus Bayern. Sie treten mit einer Tragehilfe für ein Mountainbike an, mit dem man so auf den Berg kraxeln kann, um sich anschließend auf zwei Rädern wieder ins Tal zu stürzen.

Die Gewinner aller fünf Shows kommen anschließend ins Finale. Ob es der 37-Jährige erreicht, darf hier noch nicht verraten werden. Die Folge wird erst am 5. März ausgestrahlt. Doch unabhängig von der Show hat Hüdepohl schon eine neue Ausgabe des Schlepprs am Start: die Öko-Variante aus Baumwolle und Leder.

Weitere Nachrichten aus der Region Eckernförde lesen Sie hier

Christoph Rohde 20.02.2019
Christoph Rohde 19.02.2019
Rainer Krüger 19.02.2019