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Eckernförde Mehr Opfer wenden sich an Weißen Ring
Lokales Eckernförde Mehr Opfer wenden sich an Weißen Ring
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16:53 18.03.2019
Von Tilmann Post
Wegen Sexualdelikten und Körperverletzungen melden sich Opfer am häufigsten beim Weißen Ring. Die Außenstelle Rendsburg-Eckernförde beriet 2018 insgesamt in 230 Fällen.
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Eckernförde/Rendsburg

Sechs Frauen und elf Männer sind für die Außenstelle Rendsburg-Eckernförde tätig. Damit ist die Zahl der ehrenamtlichen Betreuer konstant geblieben. Sie unterstützen Opfer von Kriminalität mental und finanziell. Besonders häufig suchten Frauen die Hilfe des Weißen Rings - in 163 von den 230 Fällen hatten es die Betreuer mit weiblichen Klienten zu tun, 67 waren männlich.

57 Mal ging es um Sexualdelikte, 49 Mal um Körperverletzungen. Diebstahl war in 31 Fällen der Hintergrund. Zwölfmal gaben Tötungsdelikte den Anstoß. "Davon haben nicht alle im vergangenen Jahr stattgefunden. In einem Fall fand die Tat bereits 1991 statt", erklärte Karl-Heinz Rath. Die hinterbliebene Frau sei jedoch noch immer in der Betreuung.

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Vorwürfe in Lübeck belasteten den Weißen Ring

Häufig sei es zudem um die mittelbaren Opfer gegangen, also nahe Verwandte, Tatbeobachter oder Ersthelfer, erklärte der Leiter der Außenstelle Rendsburg-Eckernförde. Rath dankte der Polizei für die Zusammenarbeit. "Die Beamten informieren die Opfer über Möglichkeiten der Hilfe", sagte er.

Die Reputation des Weißen Rings sei durch die Vorwürfe gegen Detlef Hardt 2018 erheblich in Mitleidenschaft gezogen worden. Dem ehemaligen Leiter der Außenstelle Lübeck wurde Belästigung nachgesagt, inzwischen ist er wegen Exhibitionismus angeklagt. Es habe Anlass zur Sorge um den Ruf des Vereins bestanden. "Aber: Die Betroffenen schenken uns weiter ihr Vertrauen", sagte Karl-Heinz Rath. Das zeige sich an den steigenden Fallzahlen, auch in Lübeck.

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