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Eckernförde Wahrzeichen bekommt neuen Anstrich
Lokales Eckernförde Wahrzeichen bekommt neuen Anstrich
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10:00 12.01.2019
Von Sebastian Ernst
Die Mühle "Rosa" ist eins der Wahrzeichen der Gemeinde Gettorf. Quelle: Sebastian Ernst
Eckernförde

Als Wilhelm Theodor Johannsen die Mühle vor knapp 150 Jahren bauen ließ, sollte sie aber vor allem einen Zweck erfüllen: Mehl mahlen. Also beauftragte er den Neustädter Mühlenbauer Carl Friedrich Trahn mit dem Bau einer Galerieholländermühle nach modernstem technischen Standard. "Hier wurden Jalousieflügel verwendet", sagt Klaus Dammann vom Gettorfer Windmühlen- und Verschönerungsverein. "Mithilfe einer Stange konnten die Flügel je nach Windstärke breiter oder schmaler gestellt werden. Andere Mühlen hatten damals Flügel, die mit Segeltuch bespannt waren. Um die zu verstellen, musste man außen hochklettern."

Als sich der Mühlenverein in den 1970er Jahren der Ruine annahm, wurde die Mühlentechnik aus dem Innern entfernt. Nur in der Kappe, also ganz oben auf der Mühle, befinden sich noch die Zahnräder aus der alten Zeit. Weil sie immer noch über die Flügelwelle mit den Flügeln verbunden sind, musste die Technik durch dicke Holzbalken unbeweglich gemacht werden. "Wenn der Wind die Flügel antreibt und die Zahnräder im Leerlauf laufen, könnte sich das Holz durch die Reibung entzünden", erklärt Dammann.

"Hier herrscht eine ganz besondere Atmosphäre"

Im Erdgeschoss befindet sich heute die Gemeindebücherei. Dort verleiht Bibliothekarin Britta Günther Bücher an die Gettorfer und organisiert Lesungen. "Hier herrscht eine ganz besondere Atmosphäre", sagt sie. "Die Leute kommen gerne her und freuen sich, dass ihre Bücherei in einem so besonderen Gebäude liegt."

Ein Stockwerk höher erleben Paare ganz besondere Momente. Dort wird nämlich standesamtlich geheiratet. Bis zu 50 Leute finden im Festsaal Platz – umgeben von den charakteristischen Balken und dem runden Mauerwerk der Mühle. Folgt man der Treppe weiter nach oben, landet man im Archiv des Mühlen- und Verschönerungsvereins. Dort werden Dokumente aus der Gemeindegeschichte, historische Fotos und Gemälde der Mühle aufbewahrt.

Dach undicht – Balken marode

Für den Verein war die Rettung der Mühle eine Herzensangelegenheit. "Neben der St.-Jürgen-Kirche ist die Mühle Gettorfs Wahrzeichen", sagt Dammann. Um es zu bewahren, muss nun allerdings saniert werden. "Das Dach ist undicht, die Feuchtigkeit greift die Balken in der Kappe an", erläutert er. "Die Außenfassade enthält Asbest und muss auch erneuert werden."

Für die Sanierungsarbeiten wird nun das entsprechenden Budget bereitgestellt: 290000 Euro im Jahr 2019. Für 2020 ist eine zweite Tranche geplant. "Allen Fraktionen war es wichtig, das Wahrzeichen zu erhalten", freut sich Burckhard Kasten, ebenfalls Mitglied der Mühlen- und Verschönerungsvereins. Im Sommer, nach dem Fest zum 150. Mühlenjubiläum, sollen die Bauarbeiten beginnen.

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