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Eckernförde Drei Künstler und die Poesie Bob Dylans
Lokales Eckernförde Drei Künstler und die Poesie Bob Dylans
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16:42 07.02.2019
Von Christoph Rohde
„Something is happening, but you don’t know, what it is": Volker Tiemanns Selbstbildnis mit Hocker und Blick ins Ungewisse. Quelle: Christoph Rohde
Eckernförde

Ihre ganz unterschiedlichen Ansätze vereinen sich in einer gemeinsamen Präsentation unter dem Titel „In anderen Schuhen“.

Anthrazitfarbene Kautschukplatten am Boden, Punktförmige LED-Strahler an der Decke – die neue Ausstattung der beiden Ausstellungsräume setzt die Werke der drei Künstler gut in Szene. „Sieht aus wie in der Kieler Stadtgalerie“, sagt FSJ-lerin Julika Grimm. Und Museumsleiterin Dorothee Bieske wertet dies als Lob. Verdient startet das Museum mit einer besonderen Ausstellung in das neue Jahr. „In anderen Schuhen“ weitet den künstlerischen Blick von Eckernförde auf Schleswig-Holstein.

Drei Generationen verfolgen unterschiedliche Ansätze

Drei Kieler Künstler, die teils auch in Berlin arbeiten, haben speziell für diese Schau vor zwei bis drei Jahren die Idee entwickelt, Werke zu kreieren, die von der Poesie Bob Dylans inspiriert worden sind. Drei Generationen verfolgen dabei ganz eigene Ansätze. Nele Kathrin Köhler (40) kam über Neuinterpretationen seiner Songs mit den Texten von Dylan in Berührung. Collagenhaft, wie diese sind, gestaltet sie auch ihre oft großformatigen Bilder.

"Ich hab' mich nicht verbogen"

Songtitel wie „All along the Watchtower“ regten Köhler zu der Malerei an, die keine konkrete Umsetzung, aber eine von vielen Möglichkeiten ist. „Die Poesie Dylans entspricht meiner Arbeitsweise sehr gut“, sagt die Künstlerin. „Ich hab’ mich nicht verbogen.“ Der Dylan-Song „Everything is broken“ ließ Volker Tiemann (55) nicht ruhen. Er nahm ihn zum Anlass, sich mit dem Thema des Zerbrechens auseinanderzusetzen. Bruchstücke eines Krugs, auf fünf Sockeln verteilt, die minimalistische Linien-Skulptur „Broken Line“ und ein an der Wand zerborstener Hocker, der dort klebt, als hätte jemand die Zeit angehalten, kennzeichnen seinen Beitrag.

Seine Arbeiten verlangsamen die Zeit

Malerei, Skulpturen – und als Drittes die digitalen Medien sprechen hier miteinander, ohne an Eigenständigkeit zu verlieren. Johannes M. Bienemann (70) ist mit Bob Dylan aufgewachsen. „Er war eine Art Prophet für uns“, sagt er. Seine medialen Arbeiten verlangsamen die Zeit, lassen ein Schiff durch eine starre Stadtlandschaft gleiten, reduzieren die Bewegungen der Berliner Gleisarbeiter („Working Man Blues“), bis ihre Schwere und Last fühlbar wird. „Inside my Shoes“ – jeder Künstler fühlt sich auf seine Weise in den Songpoeten hinein.

Auch Bob Dylan mischte und zitierte

Mit Versatzstücken aus Dylans Werk arbeiten die Drei ähnlich wie der legendäre Sänger selbst. „Auch er mischte und zitierte“, sagt Kunsthistoriker Peter Thurmann, der zur Eröffnung sprechen wird. „Auf seine Art gehen so die Künstler auf ihre Art ein.“

Eröffnung: Sonntag, 10. Februar, 11.30 Uhr, im Eckernförder Museum. Öffnungszeiten: Di-Fr 14.30-17 Uhr, Sa/So 11-17 Uhr.

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