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Eckernförde Von Worpswede bis zum Thonet-Stuhl
Lokales Eckernförde Von Worpswede bis zum Thonet-Stuhl
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19:29 24.01.2019
Von Christoph Rohde
Ende 2018 erhielt das Museum das landesweite Gütesiegel. Dieser Weg zur Zukunftsfähigkeit der Sammlungen soll weiter fortgesetzt werden. Quelle: Christoph Rohde
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Eckernförde

6150 Besucher zählte das Museum im vergangenen Jahr. Das sind spürbar weniger als 2017 (7900). Allerdings waren die Sammlungen für zwei Monate aufgrund von Renovierungsarbeiten geschlossen. Auch der Super-Sommer bescherte nicht gerade Indoor-Wetter, und die Vorbereitungen für die Museums-Zertifizierung banden Kapazitäten. So ist Leiterin Dorothee Bieske mit dem Erreichten zufrieden. Ende vergangenen Jahres erhielt das Museum das Gütesiegel der Museumsberatung Schleswig-Holstein und ist damit auf der Zielgeraden, um fit für die Zukunft zu sein.

Sonderausstellungen ziehen das Publikum

Noch ist einiges dafür zu tun: Eine Erneuerung der Außenwerbung gehört ebenso dazu wie das Leitsystem in den Ausstellungsräumen und Fußboden-Arbeiten in den Treppenhäusern. Bis voraussichtlich 1. Februar ist das Eckernförder Museum geschlossen, doch schon zehn Tage später startet die erste von vier geplanten Sonderausstellungen. Sie braucht das Museum, denn: „Sie ziehen Publikum“, weiß Bieske.

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Allein die jüngste Schau, die Wilhelm-Lehmann-Ausstellung, sahen 1200 Besucher – trotz reduzierter Öffnungszeiten im Winter und eines Themas, das literarisch interessiertes Publikum anspricht. Magneten waren ebenfalls die „Künstlerkolonie Nidden“ und die Foto-Schau „Wildnis Eiche“.

Kunstwerke, inspiriert durch Songs von Bob Dylan

Mit einem ganz anderen Aspekt beginnt die aktuelle Museums-Saison: „In anderen Schuhen“, heißt die gemeinsame Präsentation der Künstler Johannes M. Bienemann, Nele Kathrin Köhler und Volker Tiemann, die vom 10. Februar bis 14. April in Eckernförde läuft. Alle Drei haben sich mit den poetischen Texten der Liedermacher-Legende Bob Dylan auseinandergesetzt – jeder auf seine Art. Von Songtiteln inspirierte Skulpturen werden neben großformatigen malerischen Umsetzungen und hypnotischen Video-Korrespondenzen stehen.

Sonderschauen 2019 im Museum Eckernförde

Ein Sprung zurück in die vorige Jahrhundertwende eröffnet ab Ende April Einblicke in die Künstlerkolonie Worpswede. In Zusammenarbeit mit der Galerie Nöth (Ansbach) und CarlsArt zeigt das Museum Werke insbesondere von Otto Modersohn, aber auch seiner Frau Paula Modersohn-Becker sowie Heinrich Vogeler und Hermine Overbeck-Rohte. „Es war die Zeit, als es die Menschen heraus aus den Großstädten zog und die Künstler das ländliche Leben neu entdeckten“, sagt Bieske. Worpswede, 1889 gegründet, zählte zu den bedeutendsten Künstlerkolonien Europas.

Hommage an eine Stil-Ikone der Jahrhundertwende

Doch zurück an die Ostsee. Ebenso intelligente wie witzige Plastiken aus Meeresmüll gestaltet die in Husby (Angeln) lebende Künstlerin Maria Zachow-Ortmannn alias Mariazo. Ihre Collagen und Installationen, die ab Ende Juli in Eckernförde zu sehen sind, thematisieren den prägenden Einfluss des Menschen auf seine Umwelt. Einer Möbel-Ikone, dem Thonet-Stuhl, ist dagegen die letzte Sonderschau des Jahres ab Mitte Oktober gewidmet. Vor 200 Jahren begann in Bobbard am Rhein für den Kunsttischler Michael Thonet eine einzigartige Erfolgsgeschichte. Auch Eckernförder Lokale wie die Seelust oder der Lindenhof waren einst mit seinen weltweit vertriebenen Möbeln ausgestattet. Die Sammlung von Joachim Werner ermöglicht es, ausgewählte Exemplare im Museum zu zeigen. 

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Kerstin von Schmidt-Phiseldeck 24.01.2019