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Eckernförde Naturnaher Garten ist eine grüne Oase
Lokales Eckernförde Naturnaher Garten ist eine grüne Oase
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07:01 25.05.2018
Von Christoph Rohde
Am Teich blüht gelb die Sumpf-Wolfsmilch. Anja Brandt freut sich jeden Tag über die Vielfalt von Pflanzen und Tieren in ihrem naturnahen Garten in Gammelby. Quelle: Christoph Rohde
Gammelby

Anja und Bert Brandt hatten zuvor in Kiel gelebt. Dort gehörte ein winziger Garten von 20 Quadratmetern zu ihrem Zuhause. Doch beide stammen ursprünglich vom Land. „Mit Omas Gemüse, Karnickeln und Hühnern im Garten“, sagt Anja Brandt. Für die zwei Kinder und die Buchbinderei bot sich 1993 für die Familie der Umzug in den Gammelbyer Resthof an. Von Garten war damals kaum etwas zu sehen, die Fläche für einen Parkplatz planiert. Konnte hier jemals ein blühendes Paradies entstehen?

Der Garten sollte sich Stück für Stück entwickeln - ungeplant

Einen Plan hatte Anja Brandt nicht im Kopf. Alles sollte langsam wachsen, sich Stück für Stück entwickeln. Mit viel Fantasie und Herzblut machte sich das Ehepaar daran, das Grundstück umzugestalten. Eine Kräuterspirale bildete den Anfang. Ein großer Klärteich kam hinzu, eine Auflage der Gemeinde für das Außengrundstück. „Da wir keinen stinkenden Teich im Garten haben wollten, lassen wir das Abwasser zuvor durch ein mit Schilf bewachsenes Sumpfbeet laufen“, erläutert Anja Brandt. Aus dieser natürlichen Kläranlage läuft das Wasser in den großen Teich, der fast Trinkwasserqualität aufweist.

Die Güte des Teichwassers ist auch ein Grund, dass sich hier Molche und Frösche ansiedelten. „Seit 2006 haben wir sogar den seltenen Laubfrosch“, freut sich Brandt. Rundherum wachsen die gelbe Schwertlilie, Sumpfdotterblumen sowie Sumpf-Wolfsmilch, deren Blüten sich nach der Sonne ausrichten. Mücken sind hier keine Plage. „Die Amphibien fressen die Larven weg – man darf nur keine Fische haben, die den Frosch- und Molchlaich verspeisen“, sagt Brandt.

Allein der Weißdorn ernährt 162 Insektenarten

Rund um den Garten hat das Ehepaar einen Knick angelegt mit heimischen Sträuchern wie Hasel, Schneeball und Weißdorn. „Allein der Weißdorn ernährt 162 Insektenarten“, weiß Anja Brandt. Entsprechend beliebt sind die Knickpflanzen bei den Vögeln. Gern zitiert die Gammelbyerin den Naturgarten-Autor Reinhard Witt, der schrieb: „Man kann sich die Tiere in den Garten pflanzen.“ Inzwischen hat Brandt erfahren: „Genauso funktioniert es.“

Doch dafür hat sie einiges getan. Ein Magerbeet entstand, auf dem heute schöne und teils seltene Wildblumen blühen. Der Hornklee wächst hier und die Skabiosen-Flockenblume. Kornblume und Hasenglöckchen sind ebenfalls dabei. Teile des Rasens bleiben ungemäht, damit sich Wiesenstücke entwickeln können. Dazwischen tauchen als bunte Tupfer Wiesenstorchschnabel, Taubenkropf-Leimkraut und Moschusmalve hoch. „Die riecht so schön“, sagt Brandt.

Steinhaufen im Garten bieten Unterschlupf für Kröten, Eidechsen und alles, was sich gern verkriecht. Totholz bleibt stehen, Wildbienen haben ihre Behausungen in die alte Vogelkirsche gegraben. In einem Gemüsebeet baut die passionierte Gärtnerin alte Gemüsesorten an. An der Hauswand rankt Wein empor. Gründächer, heimische Wildrosen, Bauerngartenstauden und zwei weitere kleine Teiche runden das Bild ab.

Pflegeaufwand hält sich in Grenzen

Die Naturgartenarbeit ist für Anja Brandt zu einem Lebensinhalt geworden. „Das macht glücklich, hier kann ich Kraft schöpfen“, sagt sie. Die Tiere und Pflanzen zu beobachten, entschleunige das Leben, zeige, was wirklich wichtig ist. Dabei hält sich der Pflegeaufwand in Grenzen. Alles steht an den Standorten, an denen es stehen soll. Düngen und Spritzen entfällt, geschnitten wird nur so viel wie nötig. „Man lernt, mit der Natur zu leben“, sagt Brandt. „Das ist ein großes Geschenk.“

Böses Erwachen nach dem Schwimmen: Unbekannte haben am Mittwoch mehrere Badegäste im Meerwasserwellenbad bestohlen - während des laufenden Betriebs. Das bestätigten die Polizei und der Betreiber, die Stadtwerke Eckernförde, auf KN-Nachfrage. Das Ziel der Langfinger waren offenbar die Portemonnaies.

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