Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Eckernförde Neuer Elektro-Zug weckt Hoffnung
Lokales Eckernförde Neuer Elektro-Zug weckt Hoffnung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:00 22.07.2019
Von Tilmann Post
Ab 2023 sehen die Triebwagen auf der Regionalbahnstrecke zwischen Eckernförde und Kiel so aus. Die Elektro-Züge lösen die roten, mit Diesel betriebenen Modelle ab. Quelle: Stadler
Neuwittenbek

Das Unternehmen Stadler Pankow hatte die Ausschreibung zur Lieferung von 55 Zügen für den Regionalverkehr Schleswig-Holsteins im Juni gewonnen. Die ersten Modelle vom Typ „Flirt Akku“ sollen ab 2022 eingesetzt werden – ohne Emissionen, denn es handelt sich um elektrisch angetriebene Fahrzeuge.

Nun wird klar, dass davon die Regionalbahnstrecke zwischen Eckernförde und Kiel mit täglich 2500 bis 3000 Fahrgästen profitiert. „Im Rahmen der Neuvergabe des Netzes Nord sollen auch dort ab 2023 die neuen Fahrzeuge eingesetzt werden“, teilte Eva Zunder-Hülsmann vom Nahverkehrsverbund Nah.SH auf Nachfrage mit. Zum Netz Nord gehört auch die Strecke Kiel – EckernfördeFlensburg.

Sprintstärke lautet das Zauberwort für Neuwittenbek

Die Züge sind laut Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) nicht nur leiser und energiesparender, sondern auch sprintstärker. Das ist das Zauberwort, das in Neuwittenbek und in den Nachbargemeinden Felm, Tüttendorf und Schinkel zumindest verhaltene Freude auslöst.

Denn für die Reaktivierung des vor mehr als 30 Jahren geschlossenen Bahnhofs Neuwittenbek gilt es als Voraussetzung, dass Züge eingesetzt werden, die über einen schnelleren Antritt verfügen als die derzeitigen. Diesen Grund führte zumindest Nah.SH immer an, da es im Fahrplan zwischen Gettorf und Kiel keinen zeitlichen Spielraum mehr gebe.

"Flirt Akku" kommt ohne Oberleitung aus

"Flirt Akku" kommt ohne Oberleitung aus

Obwohl die Stadler-Züge rein elektrisch angetrieben werden, können sie auch auf Strecken ohne Oberleitung fahren. Denn sie verfügen über einen Akku auf dem Dach, der für eine Reichweite von 150 Kilometern sorgt.

Aufgeladen werden soll der Stromspeicher jeweils in Bahnhöfen mit Oberleitungen, etwa in Kiel. Außerdem sollen weitere Ladestationen eingerichtet werden. Wartungsstützpunkte entstehen in Rendsburg und Neumünster.

Die Züge bieten 124 Sitzplätze und sollen komfortabler sein als der Diesel-Vorgänger, da sie über Klimatisierung und kabelloses Internet verfügen. Die Investitionen belaufen sich auf rund 150 Millionen Euro.

Fahrzeitreserve von drei Minuten reicht aus

Die neuen Stadler-Modelle könnten jedoch für Entspannung im Takt sorgen. „Spurtstärke bedeutet, dass die Triebwagen schneller auf (Höchst-)Geschwindigkeit beschleunigen können. Dadurch können sie die gleiche Strecke in kürzerer Zeit befahren, was zu größeren Pufferzeiten führt“, teilt Nah.SH mit.

Laut Fahrgastverband Pro Bahn sei eine Fahrzeitreserve von drei Minuten ausreichend, um in Neuwittenbek halten zu können. Ob das mit dem „Flirt Akku“ erreicht wird, ist noch unklar.

„Die neuen Triebwagen verfügen tatsächlich über ein besseres Beschleunigungsvermögen, insbesondere in höheren Geschwindigkeitsbereichen. Die sich daraus eventuell ergebenden Möglichkeiten zur Einrichtung weiterer Haltepunkte werden noch geprüft werden müssen“, sagte Eva Zunder-Hülsmann.

Kritik an Nah.SH in Neuwittenbek

Neuwittenbeks Bürgermeisterin Waltraud Meier (SPD) nimmt das mit Wohlwollen auf, spricht aber nur von „verhaltener Freude“. Zu lange dauerten schon die Bemühungen um die Wiedereröffnung des Bahnhofs. Zuletzt diskutierten die Gemeindevertreter im Juni kontrovers, auch Kritik an Nah.SH wurde laut.

Dem Nahverkehrsverbund habe das deutliche Zeichen Neuwittenbeks gefehlt, dass Interesse am Haltepunkt besteht. Das wiederum sorgte für Unverständnis unter den Kommunalpolitikern, da sich die Gemeinde seit Jahren bemühe. Deshalb fassten sie den Beschluss: „Die Gemeinde Neuwittenbek fordert die Nah.SH auf, die Wiedereröffnung im nächsten Fahrplan zu berücksichtigen.“

Amt Dänischer Wohld prüft Kosten

Waltraud Meier sagte zudem: „Wir bekunden unserer Interesse in einem Schreiben an Verkehrsminister Bernd Buchholz.“ Auch eine Machbarkeitsstudie soll angeschoben werden.

Das Amt Dänischer Wohld prüft, welche Kosten für beispielsweise Parkplätze mit der Reaktivierung des Bahnhaltepunkts auf die Gemeinde zukommen würden. Die Bürgermeisterin kündigte an, dass das Thema bei der nächsten Sitzung der Gemeindevertretung am Mittwoch, 14. August, um 19.30 Uhr im Mehrzweckraum an der Klaus-Stein-Halle erneut auf die Tagesordnung kommt.

Mehr Nachrichten aus Eckernförde und Umgebung finden Sie hier.

Großveranstaltungen in Eckernförde setzen dem Schienenersatzverkehr zwischen dem Ostseebad und Kiel zu. Während der Wikingertage am zweiten Juli-Wochenende fuhren Busse verspätet und waren überfüllt. Damit müssen Reisende auch am ersten August-Wochenende rechnen, wenn das Strand-Open-Air steigt.

Tilmann Post 21.07.2019

Wegen des Gewitters am späten Sonnabendnachmittag stand das Strander Promenadenfest kurz auf der Kippe. Doch nach Sturzregen und einer Pause ging es weiter. Bei den Besuchern kam schnell Feierstimmung auf.

Rainer Krüger 21.07.2019

Schaulaufen in Blechkleidern: Die Eckernförde Classics mit 117 Oldtimern haben die Aufmerksamkeit zahlreicher Zuschauer am Eckernförder Hafen auf sich gezogen. Auch ein prominenter Fahrer mischte sich unters Feld – Ministerpräsident Daniel Günther hatte sich hinters Steuer eines VW Käfers gesetzt.

Tilmann Post 21.07.2019