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Eckernförde Hälfte der Grundschulen gibt Zensuren
Lokales Eckernförde Hälfte der Grundschulen gibt Zensuren
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07:02 23.04.2018
Von Tilmann Post
Noch werden die Grundschüler unterschiedlich bewertet, mal mit Noten, mal mit dem Kompetenzraster.
Dänischenhagen/Gettorf

Die Chefin des Bildungsressorts der Landesregierung will die Zensuren wieder einführen. Bislang werden die Leistungen der Schüler bis Klasse 4 halbjährlich in Kompetenzrastern eingeschätzt und in fünf Kategorien von „sicher“ bis „unsicher“ angekreuzt.

Beschluss der Schulkonferenz nötig

Per Konferenzbeschluss ist es aber möglich, Zensuren ab Klasse 3 zu vergeben. Das will Karin Prien zum kommenden Schuljahr umdrehen: Wer die Schüler im Zeugnis nicht benoten will, muss das Vorhaben von dem mit Lehrern und Eltern besetzten Gremium beschließen lassen.

Sieben Grundschulen vergeben Noten

Von den 15 Grundschulen zwischen Altenholz und Rieseby gibt es an sieben Zeugnisse mit Zensuren. Das hat eine Abfrage der Kieler Nachrichten beim Schulamt des Kreises Rendsburg-Eckernförde ergeben. Weitere sieben sind bei den Kompetenzrastern geblieben. Nur die Sprottenschule geht einen Sonderweg: Dort gibt es Noten ab Klasse 4.

Interaktive Karte: Wo werden wann Noten vergeben?

„Unser pädagogisches Konzept ist notenfrei gedacht“

Gesa Meißner, Leiterin der Grundschule Dänischenhagen, macht aus ihrer Ablehnung der neuen Ordnung keinen Hehl. „Unser pädagogisches Konzept ist notenfrei gedacht“, sagt sie. „Ich hoffe, dass wir dabei bleiben können.“ Dazu sei viel Überzeugungsarbeit bei den Eltern nötig gewesen.

Lernprozess im Mittelpunkt

Die Grundschule Dänischenhagen hat sich zwei Jahre lang zum Zentrum für Begabungsförderung zertifizieren lassen. „Wir arbeiten sehr individualisiert“, so Meißner. Neben dem Stoff stehe der Lernprozess im Mittelpunkt. Darin liegt der Fokus nicht darauf, was ein Kind noch nicht kann, sondern was der Grund dafür ist. Wenn es etwa am kleinen Einmaleins hakt, lernen die Mädchen und Jungen zu erkennen, was sie daran hindert, es zu lernen.

„Dazu passen Noten überhaupt nicht“

Die Schüler arbeiten mit Lerntagebüchern, setzen sich mit Hilfe der Lehrer ihre Ziele selbst. „Dazu passen Noten überhaupt nicht“, sagt Gesa Meißner. Denn im Begabungsmodell spiele die Persönlichkeit eine große Rolle. Die werde jedoch nur im Kompetenzraster deutlich. Der Vorteil laut Meißner: „Die Kinder wissen, wo ihre Stärken und Schwächen liegen. Sie gehen gefestigter in die weiterführende Schule und können dort auch damit umgehen, dass sie benotet werden.“

Gettorfer Eltern und Lehrer stimmten für Zensuren

Maren Schumacher, Leiterin der Parkschule Gettorf, ist angesichts des Vorhabens der Regierung gelassen. „Lehrer und Eltern in Gettorf haben sich in der Schulkonferenz immer einstimmig für Zensuren ausgesprochen. Damit sind wir der Zeit voraus“, sagt sie.

"Kompetenzraster sind unübersichtlich"

Schumacher hält das für eine gute Anfangsübung, damit die Kinder später nicht plötzlich mit Noten in den weiterführenden Schulen konfrontiert werden. Zudem seien die Ankreuzbögen kaum etwas anderes als ein Benotungssystem. Die Kompetenzraster seien so umfangreich, dass es unübersichtlich werde. „Das erschlägt viele Eltern.“ Wo die Stärken und Schwächen der Schüler liegen, besprechen die Lehrer der Schulleiterin zufolge ohnehin mit den Müttern und Vätern.

"Grundschulen bleibt weiterhin die Wahl"

Schulrat André Berg sagt: „Den Grundschulen bleibt weiterhin die Wahl, das ist gut. Viele haben sich mit großer Überzeugungsarbeit den Eltern gegenüber von Noten abgewendet. Es wäre schädlich, wenn das nun nicht mehr möglich wäre.“

Breite Debatte um späteren Unterrichtsbeginn

Der Vorschlag der Grünen, den Unterricht später beginnen zu lassen, wird an den Schulen ebenfalls breit diskutiert. Die Partei führte Erkenntnisse der Hirnforschung ins Feld. Demnach seien viele Schüler erst ab 9 Uhr aufnahmefähig. Häufig heißt es aber, dass es es kaum möglich sei, den Schulstart nach hinten zu verlegen, weil die Mehrheit der Eltern berufstätig ist. In den meisten Schulen der Region klingelt es zwischen 7.45 und 8.15 Uhr zur ersten Stunde (siehe Karte).

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