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Eckernförde Nur Impfung bietet Hunden Schutz
Lokales Eckernförde Nur Impfung bietet Hunden Schutz
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16:00 22.03.2018
Von Tilmann Post
Tierärztin Charlotte Trede aus Eckernförde rät Hundehaltern zur Impfvorsorge gegen die Staupe. Unter anderem deshalb habe ihre Hündin Kira der Rasse Magyar Vizsla (Ungarischer Vorstehhund) das stolze Alter von 14 Jahren erreicht. Quelle: tilmann Post
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Eckernförde

Die Virus-Erkrankung Staupe war seit Jahrzehnten nicht mehr aufgetreten - bis es seit Anfang dieses Jahres an sechs toten Füchsen nachgewiesen wurde. Die Tiere wurden in Schwedeneck, Noer, Altenholz und Holtsee gefunden, das letzte am 9. März. "Weitere Fälle gibt es bislang nicht, deshalb ist der Scheitelpunkt der Seuche höchstwahrscheinlich überschritten", sagte Kreis-Veterinärin Dr. Manuela Freitag auf Nachfrage.

Tierärztin rät: "Nicht in Panik verfallen"

Die Ansteckungsgefahr mit der häufig tödlichen Krankheit vor allem für Hunde besteht jedoch weiterhin. Tierärztin Charlotte Trede rät: "Auf jeden Fall sollte
niemand in Panik verfallen. Wichtig ist, erst einmal den Impfstatus des Hundes zu überprüfen. Üblicherweise bieten moderne Impfstoffe einen Schutz über drei Jahre. Jägern oder anderen Hundebesitzern, die mit ihren Tieren sehr viel Zeit draußen und in Wäldern verbringen, rate ich zu einer jährlichen Auffrischung des Impfschutzes."

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Infektionen durch befallene Füchse, Marder und Dachse möglich

Auf Spaziergänge müsse kein Halter verzichten, sollte dabei aber die Augen offen halten. "Der Hund sollte im Einflussbereich von Frauchen oder Herrchen bleiben und nicht unkontrolliert durch die Büsche donnern", so Trede. Infektionen sind ihr zufolge durch den Kontakt zu befallenen Hunden und fleischfressenden Wildtieren wie Füchsen, Mardern oder Dachsen möglich. Deren Kot kann ebenfalls noch Viren enthalten.

Krankheit kann in wenigen Wochen zum Tod führen

Hunde infizieren sich dann über die Schleimhäute. "Die Inkubationszeit bis zum Ausbruch der Krankheit beträgt drei bis fünf Tage. Wird der Hund nicht behandelt, kommt es bei schwerem Krankheitsverlauf innerhalb weniger Wochen zum Tod", erklärt die Tierärztin. Bei einem Ausbruch wirke das Tier schnell schwerkrank. "Es kommt zu eitrigem Augen- und Nasenausfluss, Fieber, Atembeschwerden und Magen-Darm-Symptomen."

Zwei Ausbrüche seit dem Jahr 2014

Vor rund zwei Jahren war die Staupe im Süden Schleswig-Holsteins ausgebrochen. Mit der Ausweitung des Impfschutzes seit den 1950er-Jahren galt die Krankheit eigentlich als ausgestorben. Bereits im Jahr 2014 kam es zu einem Seehundsterben. Später wurde klar, dass auch dafür die gefährliche Virus-Infektion verantwortlich war.

Cornelia Müller 22.03.2018
Jürgen Griese 22.03.2018
Christoph Rohde 22.03.2018