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Eckernförde Oberstufe arbeitet künftig mit Laptop
Lokales Eckernförde Oberstufe arbeitet künftig mit Laptop
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20:21 31.01.2020
Von Kerstin von Schmidt-Phiseldeck
Sie haben Erfahrung beim Lernen mit dem Laptop (von links): Die IT-Coaches Bjarne Arnoldi (15), Beatu Thoms (16), außerdem Catharina Hernekamp (17) und Miles-Jordan Martinen (18, beide aus der Laptop-Klasse, sowie die IT-Coaches Johann Bechtel (17) und Kjeld Bruns (15). Trotzdem bleibt am Gymnasium auch die Arbeit mit gedruckten Büchern wichtig.  Quelle: Kerstin v. Schmidt-Phiseldeck
Altenholz

Schulleiterin Cornelia Hörsting freut sich am Freitag über 34 runderneuerte Laptops, die künftig den Unterricht der etwa 830 Schüler bereichern werden. Die Spende kommt vom Altenholzer IT-Dienstleister Dataport. „Wir freuen uns, eine Schule in der Nähe zu unterstützen“, sagt Überbringer Kai-Uwe Stehnken, Leiter der Gruppe „Lösungen Bildungswesen“ bei Dataport. Die Schulleiterin erklärt, in den Laptops finde die neue Kooperation mit dem IT-Dienstleister „ihren materiellen Ausdruck“. 

IT-Dienstleister Dataport unterstützt viele Schulen

Nun sind derartige Kooperationen nicht so ungewöhnlich. Dataport als IT-Dienstleister der öffentlichen Verwaltung im Norden unterstützt bereits viele Schulen im Arbeitsgebiet.

Und auch früher gab es schon Verbindungen zwischen dem Gymnasium Altenholz und Dataport. Informatik-Lehrer Naakkve Fischer erinnert sich an einen Schüler, der für ein Projekt beim Wettbewerb Software-Challenge „sehr viel Rechenleistung brauchte“. Die stellte Dataport zur Verfügung – über einen Fernzugang. Der Schüler gewann mit seinem Beitrag dann sogar ein Stipendium. 

Technikaffine junge IT-Coaches kümmern sich um Ausstattung

Neu ist aber am Gymnasium Altenholz, dass es seit diesem Schuljahr IT-Coaches gibt. Das sind nicht etwa Lehrkräfte, sondern technikaffine Jugendliche, die sich in einer Arbeitsgemeinschaft um die Ausstattung vom Beamer über die richtigen Kabel bis zum Laptop kümmern.

In den vergangenen Monaten haben sie sich erst mal mit dem Bestand der Schule beschäftigt. Unter anderem bereiteten sie zwei Laptop-Wagen mit insgesamt 60 Geräten für die Nutzung in der Unterstufe vor. Und diese Jungs – ja, bisher sind noch keine Mädchen dabei – werden jetzt auch Software auf die frisch gespendeten Laptops spielen. 

„Wir sind sehr interessiert am digitalen Umfeld“, erzählt IT-Coach Bjarne Arnoldi (15). Zu den Aufgaben gehört es auch, sich um Updates zu kümmern, erläutert Kjeld Bruns (15). Wenn es ein akutes Problem gibt, werden die jungen Coaches zwar auch schon mal aus dem Unterricht geholt. Eigentlich, erklärt Beatu Thoms (16), arbeitet die Gruppe aber eher im Hintergrund: Idealerweise „bemerken uns die meisten gar nicht“.

Schüler helfen Schülern: Dieser Gedanke steckt auch hinter dem Projekt Net-Piloten, dass das Gymnasium ebenfalls anschieben möchte, erklärt Lehrer Naakkve Fischer. Die Gemeinschaftsschule Altenholz arbeitet schon mit Schülern, die Jüngeren beim Umgang mit neuen Medien helfen.

Gespendete Laptops als Leihgeräte für Schüler

Und wofür werden die neuen Laptops genutzt? Die Schulkonferenz des Gymnasiums Altenholz hat beschlossen, dass ab dem nächsten Schuljahr das eigene Laptop reguläres Arbeitsmittel im Unterricht wird. „Bring your own device“ (bring dein eigenes Gerät mit) oder kurz BYOD heißt das Modell.

„Uns ist bewusst, dass nicht jeder ein Laptop hat“, erklärt Schulleiterin Cornelia Hörsting. Auch gibt es Eltern, die für die Schulnutzung bewusst kein eigenes Gerät zur Verfügung stellen möchten. Die Spendenlaptops sollen deshalb am Gymnasium vor allem als Leihgeräte für diese Schüler genutzt werden. Für die Digitalisierung der Schulen gibt es auch Fördergelder.

Schüler der Laptopklasse loben die Arbeitsmöglichkeiten

In einem Pilotprojekt testet die sogenannte Laptopklasse diese Arbeitsweise bereits. Sie habe dabei viel gelernt – auch schon fürs Studium, erklärt Zwölftklässlerin Catharina Hernekamp (17). Die Arbeit am Computer sei „viel praktischer“, findet die Schülerin: „Dann kann man zum Beispiel im Bio-Ordner schnell noch was einfügen.“

Und Mitschüler Miles-Jordan Martinen (18) erklärt: „Man kann auch die Ordner der Klassenkameraden nutzen – wenn jemand zum Beispiel etwas Besonderes eingescannt hat.“ Die beiden sind froh über die Erfahrungen, die sie bei dem Pilotprojekt schon gesammelt haben.

Auch Lehrkräfte lerne bei Digitalem noch

Doch in Sachen Digitalisierung benötigen auch die Lehrkräfte noch Fortbildungen, erklärt Lars Hollensen, Schulkoordinator des Gymnasiums für Aus- und Fortbildung. Kai-Uwe Stehnken erklärt, Dataport bereite so etwas vor – unter anderem mit Open-Source-Tools. „Wir würden uns gerne als Versuchskaninchen zur Verfügung stellen“, bietet Lars Hollensen an.

Grundsätzlich habe das Gymnasium aber das Glück, „dass es hier schon viele qualifizierte Informatiker gibt“, lobt Cornelia Hörsting. Schon seit 15 Jahren können Gymnasiasten in Altenholz das Fach Informatik von der achten Klasse durchgehend bis zum Abitur zu belegen. Grundlagen werden in der fünften Klasse gelegt.

Informatikkonzept von Klasse 5 bis zum Abitur

Zudem hat die jetzt als „Digitale Schule“ ausgezeichnete Einrichtung ein Informatikkonzept entwickelt: für einen durchgängigen Unterricht von der fünften Klasse bis zum Abitur. Daran waren auch Professoren der Uni beteiligt. „Wir sehen Informatik als Fundament, auf dessen Basis die Fächer das Wissen vertiefen können“, erklärte Lars Hollensen.

Auszeichnung als "Digitale Schule"

Auszeichnung als "Digitale Schule"

Im Oktober wurde das Gymnasium Altenholz als „Digitale Schule“ ausgezeichnet – als eine von vier Einrichtungen in Schleswig-Holstein; drei Schulen trugen den Titel schon vorher. Dahinter steht „Mint Zukunft schaffen“. Dieses bundesweite Netzwerk wurde 2008 von Arbeitgebern gegründet, um etwas gegen den Fachkräftemangel im Bereich der naturwissenschaftlich-technischen Berufe zu tun.

Ziel sei es, „zu einer positiven Einstellung von jungen Menschen, Eltern, Lehrkräften sowie einer breiten Öffentlichkeit zu Mint“ beizutragen. Die vier Buchstaben stehen dabei für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. Die Auszeichnung „Digitale Schule“ sei  „wissenschaftlich basiert, verbandsneutral und unabhängig“. Die Ehrung gilt für drei Jahre.

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