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Eckernförde Ein überkonfessioneller Reformationstag
Lokales Eckernförde Ein überkonfessioneller Reformationstag
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07:39 01.11.2018
Von Cornelia Müller
Die Kirchen in Eckernförde feiern den ersten ökumenischen Reformationstag unter dem Motto „Zusammenhalt“ am Hafen und auf der Holzbrücke. Geschätzt 600 Eckernförder sind gekommen. Quelle: Cornelia D. Mueller
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Eckernförde

Um 18.30 Uhr soll diese außergewöhnliche Feier im Freien beginnen. Längst versammeln sich hunderte Eckernförder mit Laternen, Windlichtern und kleinen Lampions vor dem Lokal Luzifer. Die Posauenenchöre der evangelischen-lutherischen Gemeinden Borby und St. Nicolai unter Leitung des Borbyer Pastor Rainer Klues haben sich in Stellung gebracht.

Kirchenmusikdirektorin Katja Kanowski hat auf der Restaurantterrasse am E-Piano Platz genommen. Der katholische Pfarrer Wolfgang Johannsen von der St.-Peter-und-Paul-Gemeinde plaudert indessen mit Bürgervorsteherin Karin Himstedt (CDU) und Propst Sönke Funck des evangelischen Kirchenkreises.

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"Zusammenhalt ist das Gebot der Stunde"

Auch Mitglieder der Dänischen und der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde haben sich dem Aufruf angeschlossen, leuchtend und klingend an der Kaimauer und auf der Holzbrücke ein Beispiel zu geben: Trennung soll nicht im Mittelpunkt des neuen Feiertags stehen.

"Zuhören, miteinander reden, das Verbindende suchen statt verurteilen, vorgefasste Meinungen verbreiten, schwarz-weiß malen - das ist das Gebot", wendet sich Pastor Michael Jordan von St. Nicolai an die Menge. "Das gilt nicht nur für christlichen Konfessionen, Kirchen, Religionen. Das muss für die ganze Gesellschaft gelten." Beifall brandet auf. Jordan hat den Nerv getroffen.

"Kirche ist für alle Menschen da und trägt Verantwortung"

Johannsen ergänzt: "Lange gab es auch Gegnerschaft zwischen katholischen und evangelischen Christen. Jetzt gehen wir einen anderen Weg. Es tut Kirchen gut, sich nicht ständig mit sich selbst zu beschäftigen. Unser heutiger Papst sagt es klar: Kirche ist für alle Menschen da. Wir haben Verantwortung für die Gesellschaft."

Auf das Lied "Ein feste Burg ist unser Gott", das als Hymne der lutherischen Reformation gilt, verzichten die lutherischen Gemeinden ganz bewusst. Stattdessen erklingt zum Mitsingen "Großer Gott wir loben dich" neben "Amazing Grace", Gospel-Songs und "Morning has Broken".

"Auch die Politik muss den Zusammenhalt fördern"

Auch die Politik könne mehr zum Zusammenhalt in Eckernförde beitragen, hat die Bürgervorsteherin im Bühneninterview zu beginn der Feier bekannt: "Wir sind dabei, Weichenstellungen mit mehr Bürgerbeteiligung vorzunehmen. Das ist ein Schritt. Mir fällt auch das Ehrenamt ein. Alle, die irgendwo freiwillig mitarbeiten, leisten einen Beitrag, damit die Gesellschaft nicht auseinander fällt. Dafür braucht es mehr Wertschätzung."

Hier sehen Sie mehr Bilder vom ökumenischen Reformationstag in Eckernförde.
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