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Eckernförde Masterplan entwerfen mit den Bürgern
Lokales Eckernförde Masterplan entwerfen mit den Bürgern
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09:02 23.05.2019
Von Cornelia Müller
Start für die Ortsentwicklungsplanung Gettorf: Grit Awiszus und Martin Stepany (vorn) von der AC Planergruppe in Itzehoe stellen sich am Montag, 27.Mai , um 19.30 Uhr den Bürgern in der Einwohnerversammlung vor. Sie werden den Prozess mit den Bürgern begleiten, um herauszuarbeiten, wohin sich die Gemeinde entwickeln soll. Politik (links Bürgermeister Hans-Ulrich Frank) und Amt (hier vertreten durch Amtsdirektor Matthias Meins) begleiten. Die politischen Gremien müssen später auf dieser Basis die Entscheidungen treffen. Quelle: Cornelia D. Mueller
Gettorf

Um die Ortsentwicklungsplanung geht es. Hauptfragestellung: Wo will Gettorf in Zukunft hin? Will die Gemeinde weiter in dem Tempo wachsen wie bisher? Kleinstadt werden? Liebenswerte Gemeinde bleiben, die eigene Identität stärken? Ein Ort vor den Toren Kiels sein, wo man hinzieht und schläft, weil er nah am eigentlichen Lebensmittelpunkt ist?

 Es geht auch um einzelne Lebensbereiche in Gettorf

"Es geht um die grundsätzlichen Fragestellungen, aber auch um einzelne Lebensbereiche", macht Bürgermeister Hans-Ulrich Frank (CDU) klar. "Wenn wir gemeinsam Weichen für die Zukunft stellen, müssen wir alle Felder im Blick haben. Dazu gehören Wohnen und Arbeiten, Wirtschaft, Einkaufen und Freizeit, Schule, Kindergärten, Senioren."

"Gestaltung, Umwelt, Kultur und die Bewahrung unserer Dorfgeschichte sind genauso wichtig", betont er. Frank hatte 100 Tage nach seinem Amtsantritt als Bürgermeister den Begriff Masterplan Gettorf geprägt. Die Idee: Gemeinsam mit starker Bürgerbeteiligung soll die Politik Ziele und Wünsche für das Gettorf der Zukunft ausloten.

Politik in Gettorf muss Weichen für die Projekte stellen

Die Schwerpunkte, die sich in diesem Prozess herauskristallisieren, sollen später durch entsprechende Weichenstellungen der politischen Gremien als konkrete Projekt auf den Weg gebracht werden. Bewusst wurden keine Themen vorgegeben.

Frank: "Die Aufgabe der Kommunalpolitiker ist es, die Machbarkeit und finanziellen Möglichkeiten zu prüfen sowie die bindenden Beschlüsse zu fassen." Für diese Strategie hatte sich die Gemeindevertretung einhellig entscheiden.

Städteplaner moderieren Meinungsbildung der Bürger

Unstrittig war auch, dass der Prozess der Bürgerbeteiligung von einem erfahrenen Planungsbüro geleitet werden soll. Die Ausschreibung, für die es feste Kriterien gibt, hatte klar die AC Planergruppe gewonnen.

Vergangenen Dienstag vergab die Gemeindevertretung den Auftrag einstimmig an das Büro, das etliche Projekte der Stadt- und Ortsentwicklungsplanung in Schleswig-Holstein realisiert hat. 2018 lieferte die Gruppe der Gemeinde Altenholz den städtebaulichen Siegerentwurf für die Ortsmitte von Stift.

In der Einwohnerversammlung stellt sich die AC Planergruppe vor

Wie gehen die Planer vor? "Schon in der Einwohnerversammlung am Montag stellen wir uns vor und erläutern, was Ortsentwicklungsplanung bedeutet", schicken Landschaftsarchitekt Martin Stepany und Städteplanerin Grit Awiszus voraus. "Der Abend gibt sicher einen ersten Eindruck, wie hoch das Interesse an der Mitwirkung ist."

Abgestimmt darauf wollen die Planer die nächsten Schritte der konkreten Bürgerbeteiligung festlegen. Stepany: "Dieser Prozess ist flexibel und richtet sich nach den Bedürfnissen. Fest steht, dass sehr bald eine Bürgerwerkstatt folgen wird."

Bis November sollte der Masterplan im Grundsatz stehen

"Möglicherweise berufen wir vorab eine weitere Bürgerinfo nur zur Ortsentwicklungsplanung ein", ergänzt der Bürgermeister. "Das können wir Montagabend absehen." Zeit für den Beteiligungsprozess und das Abwägen der Ziele für das Gettorf von morgen ist offiziell bis November 2019.

Auf den Zeitraum sind die Fördermittel ausgelegt. Gettorf erhält für den Planungsprozess 75 Prozent Förderung für den ländlichen Raum aus der Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz (GAK). Frank: "Wir halten den Prozess dennoch zeitlich offen. Wenn er mehr Zeit benötigt, ist das kein Problem."

Region wird mit einbezogen

Für den Planungs- und Beteiligungsprozess Ortsentwicklung werten die Moderatoren zunächst umfangreiches Material über Gettorf aus. Das Amt Dänischer Wohld unterstützt mit Informationen, Statistiken und mehr. „Wir begleiten den Prozess engagiert, denn es gibt  Wechselwirkungen zwischen der Entwicklung Gettorfs und der anderer Amtsgemeinden“, unterstreicht Amtsdirektor Matthias Meins. „Die Region soll und darf von Gettorf profitieren. Aber man muss auch im Auge haben, welche Projekte in Gettorf möglicherweise Probleme für andere Orte, für die Verkehrsentwicklung und weiteres mit sich bringen. Ortsentwicklungen innerhalb des Amtes dürfen nicht kollidieren.“ Auch der Bürgermeister bekennt: „Weder Gettorf noch dem Umland soll etwas aufgestülpt werden.“ Daher hat Meins ein Gespräch zum Masterplan Gettorf mit dem Planungsbüro und allen Bürgermeistern der acht amtsangehörigen Gemeinden angeregt. Die Gettorf will die Idee aufgreifen. Die Landesplanung unterscheidet zwischen Ober-, Mittel- und Unterzentren mit Teilfunktion eines Mittelzentrums sowie ländlichen Zentralorten. Gettorf ist danach ein Unterzentrum mit Teilfunktion als Mittelzentrum. Kiel ist ein Oberzentrum, Eckernförde ein Mittelzentrum. Aktuell hat die Gemeinde Gettorf gut 7500 Einwohner. 1976 waren es 3500, 1991 schon 5000, 2010 bereits 7000.

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