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Eckernförde Neue Pläne für Stifter Ortszentrum: Ostpreußenplatz wird doch nicht verschwenkt
Lokales Eckernförde Neue Pläne für Stifter Ortszentrum: Ostpreußenplatz wird doch nicht verschwenkt
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15:35 05.03.2020
Von Kerstin von Schmidt-Phiseldeck
Die Straße Ostpreußenplatz soll nun doch nicht in Richtung der Turmhäuser verschwenkt werden. Doch die Idee, hier einen großen zentralen Platz zu schaffen, bleibt. Quelle: Kerstin v. Schmidt-Phiseldeck
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Altenholz

Seit der Vorstellung des Siegerentwurfs im April 2018 sorgte besonders die Verschwenkung der Straße Ostpreußenplatz, die der Verkehrsberuhigung dienen sollte, für massive Kritik. Nun präsentierte Stadtplaner Stefan Escosura von der AC-Planergruppe im Altenholzer Lenkungsausschuss einen ersten Entwurf für die Entwicklung der Stifter Mitte: ohne die in allen Bürgerbeteiligungen kritisierte Verlegung der Straße. 

Dem Marktplatz wird ein Parkdeck untergeschoben

Weil dadurch etwa 25 bis 30 vor dem Supermarkt neu geplante Stellplätze entfallen, sollen diese nun mit einem Parkdeck geschaffen werden. Dieses würde quasi unter den Marktplatz geschoben. Dabei möchte man das ohnehin dort vorhandene Gefälle ausgenutzt. Die Ein- und Ausfahrt würde über den Ostpreußenplatz erfolgen. 

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Um bestehende Bäume zu erhalten, soll der Marktplatz zudem noch etwas wandern. Durch die Integration der Straße in die Fläche des großen Platzes spart Altenholz sich auch die Kosten für die Verlegung des Ostpreußenplatzes. Weiterhin vor den Turmhäusern geplant sind die drei sogenannten „Punkthäuser“ mit Platz für Gewerbe und Wohnen. 

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Planer: Wesentlich mehr Grün

Der Planer betonte, dass die Grundidee eines zentralen Platzes in Stift mit vielen Blickbeziehungen weiter gewahrt bleibe. Dieser soll barrierefrei gestaltet werden, um die „Dominanz des Autos“ im Miteinander mit Radlern und Fußgängern zu brechen. Die ursprünglich sehr städtische Variante sei aber durch die Hinweise aus der Bürgerbeteiligung  „wesentlich grüner“ geworden, zum Beispiel durch eingestreute Grünstreifen: „Das ist angemessener für Altenholz.“ 

Einwohner Bernd Flechsig, der am Mittwochvormittag in Stift unterwegs war, begrüßte grundsätzlich die Idee, hier einen großen Platz als Treffpunkt zu schaffen. Früher sei das ja mal die Ladenzeile gewesen, die aber 2014 in Flammen aufging. Allerdings dauert dem 72-Jährigen der ganze Prozess zur Umgestaltung viel zu lang.

Auch Einwohnerin Katrin Scharrenberg (31) findet den Verzicht auf die Verschwenkung sinnvoll. Sie freut sich aber sehr darüber, dass „hier mehr Leben auf den Platz kommen soll“. Dabei hofft sie auch auch weitere Geschäfte, „damit man hier alles vor Ort hat“. 

Erneute Bürgerbeteiligung im März

„Wir wollen natürlich Akzeptanz für das, was wir da planen“, erklärte Bürgermeister Carlo Ehrich (SPD) den Schwenk in Sachen Verschwenkung. Der Verzicht auf dieses wesentliche Element sei bereits mit dem Ministerium besprochen. In Tempo-30-Zonen wie auf dem Ostpreußenplatz könnten Radfahrer schon heute die Fahrbahn nutzen: „Und da sollen sie sich auch sicher fühlen.“

Die Fußgänger sollten an vielen Stellen die Möglichkeit bekommen, die Straße zu überqueren: „Wie genau, das muss man noch untersuchen.“ Noch im März wird es eine weitere Bürgerbeteiligung zum jetzt vorgestellten Entwurf für den Rahmenplan geben, kündigte er an. 

Ziel: Die Belebung des Stifter Ortszentrums

Es gebe auch Investoren, die sich vorstellen könnten, die drei Punkthäuser mit einer Mischung aus Gewerbe im Erdgeschoss und Wohnen darüber zu nutzen, erklärte Carlo Ehrich. Auch die Nutzung durch das Rathaus, dem ohnehin Räume fehlen, sei denkbar, oder die Unterbringung der Zulassungsstelle in Stift. 

Schließlich gehe es darum, das Zentrum des Ortsteils zu beleben, das schon vor dem Brand der Ladenzeile unter Leerständen litt. Für Belebung könnte auch Elemente wie Boulebahn, Wasserspiele und Sandkiste sorgen, die für den zentralen Platz vorgeschlagen werden.

Kommunalpolitik begrüßt Änderung

In der Kommunalpolitik stieß der Verzicht auf die Verschwenkung auf positives Echo, zum Beispiel bei Ursula Bethke (FDP) und Silke Worth-Görtz (Grüne). Dass die Gleichberechtigung von Fußgängern, Radfahrern und Autofahrern auf dem Platz zugleich dazu dienen soll, das Tempo zu reduzieren, sorgte aber auch für Skepsis.

So wünschten sich Andreas Piltz und  Bärbel Mewis (beide CDU)  zumindest für Fußgänger so etwas wie gesicherte Extrawege auf dem Platz. Jens Kruschwitz (SPD) sah in der „Verkehrsberuhigung mit anderen Mitteln“ wie der gemeinsamen Nutzung der Fläche den richtigen Weg. Und er fand: „Der Charme der alten Lösung ist weg.“

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